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Lokales Leipziger Jugendamt-Skandal: Sozialdienst-Chefin Radig muss gehen
Leipzig Lokales Leipziger Jugendamt-Skandal: Sozialdienst-Chefin Radig muss gehen
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10:29 18.10.2012
Siegfried Haller (Leiter Amt fuer Jugend, Familie, Bildung) zusammen mit Sybill Radig vom ASD auf einer Pressekonferenz am Freitag. Quelle: Andreas Döring
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Leipzig

Unzufriedene Mitarbeiter in der eigenen Truppe, ein unglückliches Agieren bei der Einführung einer neuen Betreuungsstruktur, Protestaktionen der ihr unterstehenden Sozialarbeiter. Und dann noch der Tod einer jungen drogenabhängigen Mutter und ihres zweijährigen Kindes im Stadtteil Gohlis vergangenen Juni: Leipzigs Jugendamt samt seinem Chef Siegfried Haller geriet in den zurückliegenden zwei Jahren zunehmend in die Kritik, die im Kern immer wieder den ihm unterstellten Allgemeinen Sozialdienst betraf. Seit Radigs Amtsantritt 2009 beklagten Mitarbeiter immer wieder deren „autoritären Führungsstil“.

Experten hingegen bezweifelten, dass besagte neue Betreuungsstruktur im Ernstfall ein Instrument ist, Betreffenden wirklich zu helfen. „Da wird Verantwortung für ein Klientel mit schwierigen Lebenslagen, wo es einer Vertrauensbeziehung bedarf, hin und her geschoben“, hatte etwa die renommierte Soziologie-Professorin Lieselotte Bieback-Diel (Oberursel) gemeint. „Der Kinderschutz in Leipzig gehört auf den Prüfstand!“ - so letztlich der Ruf von Bürgern, Kommunalpolitikern und Leuten vom Fach.

Doch erst zu Wochenbeginn hatten etwa Leipzigs Linke und Grüne erneut konstatiert, dass diesbezüglich bisher kaum etwas verbessert wurde. Sie mögen sich nicht damit abfinden, dass nach dem Tod von Mutter und Kind in Gohlis der zuletzt dort tätige Sozialarbeiter zum alleinigen Buhmann gemacht worden war. Zumal in dem Fall auch immer noch ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft läuft, das sich neben Oberbürgermeister Jung auch auf Haller und Radig bezieht.

„Die Kommunikationsprobleme innerhalb des ASD müssen umgehend gelöst werden“, so nun Bürgermeister Fabian gestern. „Daher wurde mit Frau Radig einvernehmlich vereinbart, dass sie eine andere Tätigkeit in der Stadtverwaltung übernimmt.“ Radigs Stelle soll neu ausgeschrieben werden. In einer ersten Reaktion nannten Linke- und Grünen-Stadträte den Schritt zwar „konsequent“, forderten jedoch weiterreichende Maßnahmen in den Chefetagen.

Angelika Raulien

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