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Leipziger Jugendparlament will den Pfandring für städtische Mülleimer

Antrag Leipziger Jugendparlament will den Pfandring für städtische Mülleimer

Das Leipziger Jugendparlament hat seinen ersten eigenständigen Antrag vorgelegt: Mittelfristig sollen alle öffentliche Mülleimer der Stadt mit sogenannten Pfandringen ausgestattet werden. Zur Hängepartie könnte sich die Kostenfrage entwickeln.

Pfandringe ersparen Flaschensammlern den entwürdigenden Griff in die Tonne.
 

Quelle: dpa

Leipzig.  Seit geraumer Zeit gehören auch in Leipzig Menschen zum Stadtbild, die in öffentlichen Mülleimern nach Pfandflaschen suchen. Geht es nach dem Jugendparlament, soll diese Prozedur in der Messestadt bald der Vergangenheit angehören.

In ihrem ersten eigenständigen Antrag fordern die Jungpolitiker die Stadtverwaltung auf, im Rahmen des Papierkorb-Konzeptes zunächst die rund 3000 von der Kommune bewirtschafteten Papierkörbe mit Info-Aufklebern auszustatten, auf denen dazu aufgefordert wird, keine Pfandflaschen in den Müll zu werfen. Spätestens Ende 2018 soll dann eine flächendeckende Versorgung mit sogenannten Pfandringen sichergestellt sein und neu aufgestellte Behälter von vornherein entsprechend umgerüstet werden. Die von außen an den Eimern befestigte Vorrichtung soll als geordnete Ablagestation für nicht mehr benötigte Pfandflaschen dienen.

Bereits in den vergangenen Jahren hatten Anwohner an mehreren Stellen entsprechende Vorrichtungen „schwarz“ installiert, die Stadt ließ bereits damals durch alle Fraktionen Sympathien für die ungenehmigten Kästen erkennen. Mit dem Antrag wird nun eine dauerhafte Verbesserung der Situation angestrebt.

„Das Projekt ist solidarisch und umweltschonend zugleich“, erklärt William Rambow, Vorsitzender des Jugendparlaments. Nicht nur würde den Sammlern der entwürdigende Griff in die Tonne erspart, so der 19-Jährige. Zusätzlich werde die Umwelt entlastet und das Stadtbild verschönert, weil weniger Glasbruch durch neben den Behältern abgestellte Flaschen entstehen würde.

Zahlreiche Pfandflaschen würden zudem wieder dem Recyclingkreislauf zugeführt, anstatt einfach mit dem Restmüll verbrannt zu werden. Genaue Zahlen darüber, wie hoch der Anteil an Pfandgebinden im kommunalen Müllaufkommen ist, kann die Stadtreinigung Leipzig auf Anfrage zwar nicht nennen, da darüber keine Daten erhoben würden. Das Jugendparlament geht jedoch davon aus, dass in Deutschland jährlich Flaschen im Wert von über 250 Millionen Euro verbrannt werden.

Leipzig könnte mit der flächendeckenden Einführung des Pfandrings eine Vorreiterrolle einnehmen. Zwar gibt es in vielen Kommunen entsprechende Projekte – die sind allerdings zumeist auf wenige Standorte begrenzt. Die geringe Aussagekraft dieser Tests kritisiert auch Pfandring-Erfinder Paul Ketz. „Tests mit einer verschwindend geringen Stückzahl sind nicht geeignet, um einen Effekt auf das Verhalten der Passanten zu erwarten“, betont er.

Zudem wird vielerorts die vermeintliche Unwirtschaftlichkeit des Systems bemängelt. Die Verwaltung in Ketz’ Heimatstadt Köln etwa kritisierte die aus ihrer Sicht umständliche Entleerung der mit dem System ausgestatteten Tonnen, die zu erhöhten Kosten für die Entsorgung führe, heißt es im Abschlussbericht einer entsprechenden Studie.

Vor den Kosten schrecken viele Verwaltungen zurück. Das System von Designer Ketz etwa schlägt je nach Ausführung mit Stückpreisen von 69 bis 75 Euro zu Buche. Man strebe mit dem Antrag keine Festlegung auf ein bestimmtes Konzept an, betont Rambow. „Es geht uns um das Grundprinzip, nicht um Designerstücke. Wir vertrauen darauf, dass schon im Verwaltungsstandpunkt konkrete und zielgerichtete Vorschläge abgegeben werden.“ Egal für welche Lösung man sich letztlich entscheide, eines ist laut William Rambow schon jetzt sicher: „Die Umwelt gewinnt in jedem Fall.“

Von Bastian Fischer

Leipzig 51.339695 12.373075
Leipzig
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