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Lokales Leipziger Kantinen erhöhen Hygiene wegen EHEC-Gefahr – neun Fälle seit Jahresbeginn
Leipzig Lokales Leipziger Kantinen erhöhen Hygiene wegen EHEC-Gefahr – neun Fälle seit Jahresbeginn
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14:50 25.05.2011
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Auch in mehreren Leipziger Großküchen sind deshalb nun die Hygienemaßnahmen erhöht worden. In den Mensen der Uni Leipzig herrscht aus Angst vor einer Verbreitung der rätselhaften Durchfall-Krankheit erhöhte Alarmbereitschaft.

In zwei Frankfurter Sodexo-Kantinen waren Anfang der Woche mehrere Menschen an EHEC erkrankt. Das Unternehmen stellte deshalb nun vorsorglich in allen Betrieben den Einsatz von Rohgemüse auf industriell vorgewaschene Ware um. Der Konzern betreibt über 1000 Großküchen in Deutschland – in Leipzig unter anderem in der Kindertagesstätte Märchenwiese, im Besucher-Restaurant des Zoos und der Kantine des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR). „Es wird nach wie vor Rohkost angeboten. Wir wollen aber jegliche Erdbehaftungen ausschließen“, erklärte Sodexo-Sprecher Stephan Dürholt am Mittwoch gegenüber LVZ-Online.

Leipzig. Weil sich in Frankfurter Kantinen der Firma Sodexo mehrere Menschen mit dem lebensgefährlichen Darmkeim EHEC infiziert haben, sind in mehreren Leipziger Großküchen jetzt die Hygienemaßnahmen erhöht worden. Auch in den Mensen der Uni Leipzig herrscht aus Angst vor einer Verbreitung der rätselhaften Durchfall-Krankheit erhöhte Alarmbereitschaft. Am Mittwoch trat der Erreger erstmals in Sachsen-Anhalt auf.

Die Ursache für die schweren Durchfall-Erkrankungen in Frankfurt und in anderen deutschen Städten ist bislang noch unklar. Gesundheitsbehörden vermuten jedoch, dass der EHEC-Erreger durch verunreinigtes Gemüse übertragen wurde.

Derzeit ein EHEC-Verdachtsfall in Leipzig

In Leipzig gibt es derzeit einen EHEC-Verdachtsfall, wie Dr. Ingrid Möller vom Gesundheitsamt am Mittwoch erklärte. Dieser habe jedoch wahrscheinlich keine Verbindung zu der aktuellen Krankheitswelle, die vor allem in Norddeutschland bislang rund 140 Menschen erfasst hat und bereits zu mehreren Todesfällen führte. Am Mittwoch wurde auch in Sachsen-Anhalt der erste Fall bestätigt.

„EHEC ist nicht gleich EHEC“, stellte Möller klar. Die dort auftretenden Fälle seien auf eine aggressivere Variante des Keims zurückzuführen, die zu starkem blutigem Durchfall, Erbrechen und Übelkeit und führe. Zudem seien davon auch junge, sich gesund ernährende Frauen betroffen. „Sonst sind es eher abwehrgeschwächte Personen wie Kinder oder Über-60-Jährige“, erklärte die Leiterin der Hygiene-Abteilung im Gesundheitsamt.

Seit Anfang des Jahres erkrankten insgesamt neun Personen in der Messestadt an EHEC, in ganz Sachsen waren es 33. „Die Zahlen liegen im Bereich des Üblichen. Es gibt bislang keine Häufung“, betonte Möller.

„Normal sind in Sachsen etwa zwei EHEC-Fälle pro Woche“, sagte auch Ralph Schreiber vom Sächsischen Gesundheitsministerium in Dresden. Problem sei derzeit, dass nicht klar sei, woher die Häufung der Krankheit in anderen Bundesländern komme und welche Nahrungsmittel sie verursacht haben, erklärte Schreiber. „A und O ist deshalb die Einhaltung von Hygienemaßnahmen. Rohes Obst und Gemüse vor dem Verzehr gründlich zu reinigen und regelmäßiges Händewaschen sind der beste Schutz“, so der Ministeriumssprecher.

Weiterhin Rohkost auf dem Mensa-Teller

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„Rohes Gemüse wird bei uns immer besonders sorgfältig gewaschen“, betont Gerald Hoffmann, zuständiger Mitarbeiter für den Mensa-Betrieb beim Leipziger Studentenwerk. In den sechs Uni-Mensen, wo täglich rund 10.000 Personen mit Essen versorgt werden, seien die Mitarbeiter nun jedoch zur besonders strengen Einhaltung der Hygienestandards aufgefordert worden. „Alle wurden noch einmal zusätzlich belehrt und auf die Vorschriften hingewiesen“, so Hoffmann.

Auswirkungen auf das Angebot in den Mensen und Kantinen der Stadt Leipzig hat die EHEC-Welle vorerst nicht. „Es ist nicht so, dass es jetzt keinen Salat oder kein rohes Gemüse mehr bei uns gibt“, stellte der Studentenwerk-Mitarbeiter klar. „Sollte sich die Situation ändern, werden wir jedoch umgehend darauf reagieren.“

Robert Nößler

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