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Lokales Leipziger Kinderarzt: Gymnasiasten treiben mehr Sport
Leipzig Lokales Leipziger Kinderarzt: Gymnasiasten treiben mehr Sport
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10:03 28.10.2018
Kürzungen im Sportunterricht treffen die Falschen, sagt Professor Wieland Kiess, Chef der Uni-Kinderklinik und einer der beiden Leiter der Life-Child-Langzeitstudie. Quelle: dpa
Leipzig

Kinder, die schon früh Smartphones nutzen, sind später schlechter in der Schule - vor allem in Mathematik. Das ist ein aktuelles Ergebnis aus der Life-Child-Langzeitstudie zur gesundheitlichen Entwicklung an der Uni-Klinik Leipzig, die seit 2011 in Leipzig läuft. Rund 5000 Personen nehmen teil - Kinder, Jugendliche sowie etwa 700 Schwangere.

Kürzungen beim Sportunterricht treffen die Falschen

Doch übertriebene Smartphone-Nutzung steht nur stellvertretend für ein viel größeres Problem: mangelnde Bewegung, zu wenig frische Luft. Dass Sport und der Aufenthalt unter freiem Himmel wichtig für die Gesundheit sind, mag für manchen wie eine Binsenweisheit klingen. Doch die Realität sieht eben anders aus, wie Wieland Kiess erklärt, Chef der Uni-Kinderklinik und einer der beiden Leiter der Life-Child-Studie. Zwar sei die weit verbreitete Annahme falsch, dass Kinder heute generell unsportlicher seien. Aber es gibt große Unterschiede, die sich an der Form der weiterführenden Schule festmachen lassen. „Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Gymnasiast in einem Verein Sport treibt, ist doppelt so hoch, wie bei einem Realschüler“, sagt Kiess und spricht hier ebenso von einer Risikogruppe wie bei den Hauptschülern. „Wenn man anfängt, in der Schule den Sportunterricht zu kürzen, trifft man genau diese Gruppen, die ohnehin zu wenig Bewegung haben.“

Weniger Probleme durch Fehlsichtigkeit als erwartet

Bewegung an der frischen Luft sei unter anderem deshalb wichtig, weil durch Sonneneinstrahlung - und sei sie noch so gering - Vitamin D gebildet wird. Vitamin D ist wichtig für die Stärkung von Knochen und Muskeln. Kleinkinder bekommen es meist in Tablettenform zugeführt. Wenn man die eigenen vier Wände öfter verlässt, hat das noch einen anderen Effekt: Das Auge schweift weiter, wird nicht nur einseitig beansprucht. Die Wahrscheinlichkeit von Fehlsichtigkeit sinkt. Hier gibt es übrigens ein positives Ergebnis der Life-Child-Studie: Anders als vermutet ist Kurz- und Fehlsichtigkeit bei den untersuchten Kindern mit etwa 30 Prozent deutlich geringer ausgeprägt als zum Beispiel in Südostasien (90 Prozent), wo die frühe Smartphonenutzung schon deutlich weiter verbreitet ist. Im Rahmen der Studie seien durch sehr genaue Untersuchungen sogar Kinder gefunden worden, die eine Brille verordnet bekommen hatten, aber tatsächlich gar keine brauchen, berichtet Kiess.

Adipöse Jugendliche springen nur halb so weit

Ausreichende Bewegung genügt aber nicht allein für eine gute Entwicklung. Maßgeblich auch: feste Mahlzeiten und richtige Ernährung - von Anfang an. Wie kürzlich berichtet, sind nach Ergebnissen der Life-Child-Studie schon die Jahre bis zur Einschulung ausschlaggebend dafür, ob ein Kind später übergewichtig oder adipös wird. Und später ist die Entwicklung schwerer umkehrbar. „Ein 16-jähriger Adipöser springt nur halb so weit wie ein Schlanker“, konstatiert Wieland Kiess. „Kinderärzte sagen dann oft: Mach mehr Sport. Aber das kann er gar nicht.“

Von Björn Meine

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