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Lokales Leipziger Kinderstiftung startet mit den „Naturwichteln“ eigenes Kita-Projekt
Leipzig Lokales Leipziger Kinderstiftung startet mit den „Naturwichteln“ eigenes Kita-Projekt
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19:06 30.05.2018
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Leipzig

Obst wächst nicht in Kisten im Supermarkt. Das müssen Kinder erst lernen. Was liegt da näher, dies als „Naturwichtel“ in einem Kindergarten zu tun, der einem Kleingartenverein angegliedert ist? Dafür wird sogar das Vereinshaus des Schrebervereins Ostvorstadt in der Holsteinstraße 46 umgebaut. Bauherr und Träger ist die Leipziger Kinderstiftung gGmbH, die das Projekt am Mittwoch vorstellte. Das ist in Zusammenarbeit mit der Johanniter-Akademie, dem Kleingartenverein und der Stadt Leipzig entstanden.

Ein Konzept für die Zukunft

„Hier wird in die Zukunft gedacht, das Konzept hat mich überzeugt“, freute sich Sozialbürgermeister Thomas Fabian (SPD). Und auch Marlies Ehrke, die Chefin des Schrebervereins, ist „stolz wie Bolle“, es umsetzen zu können. Die Kinder lernen von Klein an, wie wichtig es ist, sich gesund zu ernähren.

Die Kleingärtner haben sich ihr Schreberheim, das 1932/33 als größtes Vereinshaus Deutschlands entstanden ist, einiges kosten lassen. Es wurde durch Mitglieder des Vereins errichtet, die ehemalige Riebeckbrauerei beteiligte sich. Es folgten bewegte Jahre, im Vereinshaus war neben Gastronomie und Kegelbahn zu DDR-Zeiten schon einmal eine Kindertagesstätte. Doch in den letzten Jahren verfiel das Gebäude, in dessen Erhalt die Kleingärtner seit der Wende gut 200 000 Euro investiert hatten, zusehends.

Stiftung setzt neue Impulse

Was also damit tun? Der Kleingartenverein kam ins Gespräch mit dem Investor Alexander Malios, der in Leipzig schon sechs Kindertagesstätten gebaut hat. Malios ist zugleich Vorstandsvorsitzender der Leipziger Kinderstiftung. „Nach zehn Jahren Stiftungsarbeit war es an der Zeit, einen Impuls zu setzen“, erklärte er. Investiert werden durch die eigens gegründete gemeinnützige GmbH – als Tochter der Leipziger Kinderstiftung – nun gut 3,5 Millionen Euro, damit inmitten der Kleingartenanlage künftig 120 Kindergarten- sowie 60 Kinderkrippenkinder betreut werden.

„Der Bauantrag ist eingereicht. Wir erwarten eine schnelle Entscheidung, so dass wir vielleicht im August mit dem Bau beginnen können“, so Malios. Der Verein bekommt übrigens Räume im Gebäude, kann den Mehrzweckraum für Veranstaltungen nutzen.

Neue Wege bei der Ausbildung von Fachkräften

Dabei wird mit der Kita „Die Naturwichtel“ (Eröffnung Ende 2019) ein besonderes Konzept verfolgt. Die benachbarte Johanniter-Akademie in der Witzgallstraße war da ein Glücksfall. „Ich mache mir Gedanken, wo die Erzieher und Sozialassistenten herkommen sollen, die wir in dieser wachsenden Stadt brauchen“, sagt Lars Menzel, Geschäftsführer der Leipziger Kinderstiftung. Daher müsse man neue Wege gehen, damit angehende Fachkräfte besser ausgebildet werden.

Die Johanniter-Akademie schickt ihre Auszubildenden in die Kita, damit sie ihre ersten Praxiserfahrungen machen können. So soll Sachsens erste Lehr- und Konsultationskita entstehen. Kita und Berufsfachschulen entwickeln in Kooperation ein aufeinander abgestimmtes Lehrprogramm.

Dabei sind auch bauliche Besonderheiten wie ein Beobachtungsraum geplant, der mit einer Glasscheibe abgetrennt sein wird. Die Azubis können auch hören, was dort passiert, sind aber selbst nicht zu sehen. „Dadurch können sie Kinder im Spiel beobachten, ohne direkt im Raum zu sein“, so Menzel.

Von Mathias Orbeck

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