Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Leipziger Kleingärtner decken Verfehlungen ihres Vorstandes auf
Leipzig Lokales Leipziger Kleingärtner decken Verfehlungen ihres Vorstandes auf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:37 10.07.2015
Nach den Aufregungen zieht in der Kleingartensparte "An der Lauer" wieder etwas Ruhe ein. Mit 220 Parzellen gehört sie zu den größeren Vereinen in Leipzig. Wegen der Nähe zum Cospudener See sind die Grundstücke begehrt. Quelle: André Kempner
Anzeige
Leipzig

In der Kleingartensparte "An der Lauer" spielt sich ein Krimi ab: Nachdem die Neuwahl des Vereinsvorstandes wegen Unregelmäßigkeiten für ungültig erklärt werden musste, hat die alte Vereinsführung jetzt Verfehlungen eingeräumt. Inzwischen ist ein komplett neuer Vorstand gewählt worden, der reinen Tisch macht.

Der Grünauer Otto Schönemann gehörte zu jenen, die die Unregelmäßigkeiten bei der ersten Wahl im Leipziger Stadtverband der Kleingärtner und im Amtsgericht angesprochen hatten. "Ich wurde deshalb von der alten Vereinsspitze angefeindet", berichtet er. Doch statt sich zurückzuziehen ging der 67-Jährige in die Offensive und griff Vorgänge auf, die in der Sparte hinter vorgehaltener Hand erzählt wurden.

Dabei ging es um eine Zahlung über rund 5000 Euro, die die Talsperrenverwaltung dem Verein als Ausgleich für Hochwasserschutzarbeiten überwiesen haben sollte. Schönemann und seine Mitstreiter brachten in Erfahrung, dass tatsächlich 5294 Euro gezahlt worden waren - aber nie auf dem Vereinskonto angekommen sind. Stattdessen war die Summe auf einem Privatkonto gelandet. "Die alte Vereinsvorsitzende erklärte auf einer Versammlung, dass dies versehentlich ihr Konto war", so Schönemann, der inzwischen zum neuen Vorsitzenden der Sparte "An der Lauer" gewählt wurde. "Sie bedauerte das und entschuldigte sich." Inzwischen sei das Geld mit achtmonatiger Verspätung auf dem Vereinskonto angelangt.

Recherchiert wurde auch, was es mit einem Maschendrahtzaun auf sich hat, mit dessen Bau der Ehepartner eines Vorstandsmitgliedes betraut worden war. Aus der Vereinskasse wurden für den 37 Meter langen Außenzaun 2900 Euro gezahlt. "Wir haben die Arbeiten schätzen lassen", sagt Schönemann. Sie seien nur 1478,29 Euro wert - also etwa die Hälfte des von der alten Vereinsspitze gezahlten Betrages. "Wir werden jetzt mit dem Betroffenen reden und die Überzahlung zurückfordern", so Schönemann.

Entdeckt wurde auch, dass sich drei Vereinsvorstände in der Zeit nach der gescheiterten ersten Wahl bis zur Neuwahl Aufwandsentschädigungen für ein ganzes Jahr ausgezahlt haben, obwohl sie nur rund vier Monate im Amt waren. Die abgehobenen Beträge lägen zwischen 800 und 1000 Euro, so Schönemann, der inzwischen das Geld anteilig zurückgefordert hat. "Die Betroffenen haben erklärt, dass sie zurückzahlen werden", sagt der neue Vorsitzende. Auch die Buchführung des Vereins soll überprüft werden. Außerdem wird die Vereinssatzung überarbeitet. Geplant ist unter anderem, die Legislaturperiode des Vorstandes von vier auf zwei Jahre zu verkürzen. "Damit die Mitglieder schneller eingreifen können, wenn etwas Unklares passiert", so Schönemann. Dies sei enorm wichtig. "Vorgänge wie diese gibt es sicher nicht nur bei uns", schwant ihm. "Die Schäden müssen alle Vereinsmitglieder bezahlen. Ein Gartenverein ist kein Selbstbedienungsladen."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 08.07.2015
Andreas Tappert

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ein bisschen ist es wie mit den hilflosen Helfern: Da bemüht sich der Flüchtlingsrat Leipzig seit 25 Jahren (!) dank der Unterstützung hunderter Messestädter um ein menschenwürdiges Dasein für die vielen Vertriebenen in der Region, denen in ihren Heimatländern Gefahren für Leib und Leben drohen, und muss doch selber permanent um die Existenz bangen.

10.07.2015

1000 Jahre Leipzig, aber ein wichtiges Werk zum großen Jubiläum ist noch nicht vollbracht. Von der vierbändigen wissenschaftlichen Stadtgeschichte sollten nach dem ursprünglichen Plan die Bände 1 und 2 schon im letzten Jahr erscheinen und 2015 das Buchprojekt vollendet werden.

10.07.2015

Leipzig blieb am Dienstagabend von der vorbeiziehenden Unwetterfront verschont. Dagegen wütete in Halle und dem Landkreis Mansfeld-Südharz ein Unwetter, eine Superzelle zog von Hessen bis nach Nordsachsen.

08.07.2015
Anzeige