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Lokales Leipziger Klinikum St. Georg plant 50-Millionen-Euro-Projekt
Leipzig Lokales Leipziger Klinikum St. Georg plant 50-Millionen-Euro-Projekt
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00:24 06.01.2016
Wird im nächsten Jahr modernisiert: der Hubschrauberlandeplatz im St. Georg.  Quelle: St. Georg
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Leipzig

 Das städtische Klinikum St. Georg hat das Tal der Tränen durchschritten und das zweite Jahr in Folge mit einem Gewinn abgeschlossen. „Wir konnten unseren Konsolidierungskurs im Jahr 2015 erfolgreich fortsetzen“, erklärte Geschäftsführerin Iris Minde gegenüber der LVZ. Im neuen Jahr will der Krankenhausbetrieb 8,25 Millionen Euro in medizinische Ausrüstung und Qualitätssicherung investieren. Zudem geplant ist ein großer Neubau für die Innere Medizin.

3399 Mitarbeiter beschäftigt die Unternehmensgruppe, zu der neben dem Klinikum St. Georg sechs weitere Töchter gehören. Die Personalstärke werde 2016 stabil bleiben, versicherte Minde und bekräftigte ihren Willen, im neuen Jahr mit der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi zu einem Haustarifvertrag für die rund 1500 nichtärztlichen Beschäftigten zu kommen. Die seit zwei Jahren laufenden Verhandlungen sind festgefahren. Mittlerweile entschied sich das Klinikum aber zu einer einmaligen Sonderzahlung an die Beschäftigten. Es brauche eine faire Lösung für alle Beteiligten, so Minde. „Im Moment leben wir noch von den Ergebnissen der anderen Tochterunternehmen der Gruppe“, sagte sie. Wie alle Kliniken stehe auch das St. Georg durch das Krankenhausstrukturgesetz, das im Wesentlichen ab 2017 greift, vor großen Herausforderungen. Die Belastungen bewegten sich im sechsstelligen Bereich, existenzbedrohend seien sie jedoch nicht mehr.

Wirtschaftliche Situation: Mehr Patienten, mehr Leistung, bessere finanzielle Lage – so lässt sich die 2015-er Bilanz des Klinikums zusammenfassen. Für das Jahr wird ein Überschuss von voraussichtlich 2,8 Millionen Euro in den Büchern stehen. Das sind 700 000 Euro mehr als erwartet. Zur Erinnerung: 2012/13 steckte der Krankenhausbetrieb noch tief in den roten Zahlen, fuhr Verluste von 5,1 Millionen Euro ein. Mit fast 53 000 Patienten wurden 2015 vier Prozent mehr Notfälle als im Jahr zuvor behandelt. Auch die Zahl der Operationen stieg und zwar um 500 auf 10 500 – eine Folge von Bevölkerungswachstum, verbesserter Organisation und gestiegenen Kapazitäten. Das Brandverletztenzentrum des St. Georg zählt mittlerweile zu den drei leistungsstärksten in Deutschland.

Investitionen 2015: Anfang 2015 ging ein neues Operationshaus mit sechs Sälen in Betrieb (Kosten: 15,7 Millionen Euro). In Grünau wurden das Schlaflabor erweitert und die Tagesklinik für Geriatrie und Onkologie ausgebaut. Die Zentralsterilisation bekam neue Maschinen, und 1,4 Millionen Euro flossen in den GMP-Bereich der Krankenhausapotheke. Das Kürzel steht für Good Manufacturing Practice und verweist darauf, dass die Apotheke individualisierte Medizin, besonders Zytostatika zur Krebsbehandlung und Lösungen zur künstlichen Ernährung, nach internationalen Standards herstellt.

Investitionen 2016: In den nächsten zwölf Monaten will das Klinikum 8,25 Millionen Euro investieren. So ist unter anderem die Modernisierung des Hubschrauberlandeplatzes am Standort Eutritzsch aufgrund einer neuen EU-Verordnung vorgesehen. Und angesichts des Geburten-Booms wird ein dritter Kreißsaal gebaut.

Planungen: Dem Aufsichtsrat hat die Geschäftsführung bereits das Konzept für einen internistischen Neubau an der Delitzscher Straße vorgestellt. Derzeit laufen Verhandlungen mit dem Freistaat über eine Kofinanzierung. 50 bis 60 Millionen Euro wird das Mega-Projekt verschlingen. Vorgesehene Bauzeit: 2018/20. Hintergrund ist die dezentrale Infrastruktur des Klinikums. Die Innere Medizin am Standort Eutritzsch ist auf ein halbes Dutzend Häuser verstreut. Die Patienten, die zum Teil noch in Vier-Mann-Zimmern untergebracht sind, müssen zu Behandlungen aufwändig über das Gelände transportiert werden. „Diese Häuser sind für den akuten Krankenhausbetrieb nicht mehr geeignet“, sagte Minde. Von der Zentralisierung verspricht sie sich eine Verdichtung der Prozesse, den Abbau von Distanzen und damit eine dauerhafte Senkung der Kosten. Die alten, oft nur teilsanierten Häuser könnten dann anderen Zwecken zur Verfügung stehen, zum Beispiel als betreutes Wohnen.

Von Klaus Staeubert

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