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Leipziger Klinikum St. Georg schreibt wieder schwarze Zahlen

Leipziger Klinikum St. Georg schreibt wieder schwarze Zahlen

Nach zwei verlustreichen Jahren schreibt das Klinikum St. Georg wieder schwarze Zahlen. "Wir schließen das Jahr 2014 mit einem positiven Ergebnis ab", erklärte Geschäftsführerin Iris Minde (53) gegenüber der LVZ.

Leipzig. Umstrukturierungen, Personalabbau und steigende Operationszahlen hätten das Klinikum aus der Krise geführt. Im nächsten Jahr werde der Sanierungskurs fortgesetzt, um so die wirtschaftliche Lage des Unternehmens dauerhaft zu stabilisieren. Dies sei vor dem Hintergrund notwendiger Investitionen dringend erforderlich. Weitere Stellenstreichungen schloss Minde jedoch aus. Sie kündigte vielmehr eine stärkere Fokussierung auf die stationäre Betreuung an.

Wie berichtet, fuhr das kommunale Krankenhaus in nur zwei Jahren Verluste in Höhe von 5,1 Millionen Euro ein. Damit ist es kein Einzelfall. "Jede zweite Klinik in Deutschland schreibt rote Zahlen und auch wir steckten 2012 und 2013 in tiefroten Zahlen", sagte die Geschäftsführerin. Darauf habe das Management mit verschiedenen Steuerungsmaßnahmen reagiert. Minde: "Der Auftrag unseres Gesellschafters lautete, bei Beibehaltung unserer guten medizinischen Leistungen die Klinik neu auszurichten und die Kostenstruktur nachhaltig zu verbessern." Dieser erste Umstrukturierungsprozess sei in diesem Jahr abgeschlossen worden. "Wir haben 2014 extrem auf die Kostenstrukturen geachtet, ohne dass an Pflege und Qualität gespart wurde", so die Krankenhaus-Chefin. Dies habe zu Einsparungen von über fünf Millionen Euro geführt.

So wurden 2013 die Jobs von 103 Mitarbeitern in Tochterfirmen und das KfH-Nierenzentrum, ein externes Unternehmen zur Betreuung von Dialysepatienten, verlagert. 16 Stationshilfen erhielten 2013 die Kündigung. Durch Arbeitszeitreduzierungen sei es im Labor gelungen, die Personalkosten zu senken. Die Klinik für geriatrische Rehabilitation musste Ende 2013 schließen. Die davon betroffen Mitarbeiter im ärztlichen und pflegerischen Dienst wurden laut Minde jedoch in anderen Klinikbereichen weiterbeschäftigt. Zum Jahresende 2014 stellt das "Georg" auch noch die ambulante Physiotherapie ein (die LVZ berichtete). "Das hat zur Folge", erläuterte die Geschäftsführerin, "dass wir eine Sozialauswahl treffen und neun von 42 Physio- und Sporttherapeuten betriebsbedingt kündigen mussten." Zuvor seien Versuche gescheitert, durch eine Arbeitszeitsenkung alle Mitarbeiter zu halten. Einen Einfluss auf die physiotherapeutische Behandlung stationärer Patienten habe dies jedoch nicht, sagte sie.

"Wir haben vorsichtig Personal nur in den Bereichen abgebaut, die nicht unseren Kernbereich, die stationäre Behandlung, betreffen", erklärte Minde und versicherte: "Derzeit ist kein Stellenabbau für 2015 vorgesehen."

Vielmehr liege 2015 der Fokus auf weiteren Strukturveränderungen. Sämtliche Kliniken und Abteilungen des Krankenhauses würden in fünf neuen medizinischen Zentren konzentriert. Künftig werde es ein Zentrum für Operative Medizin, Innere Medizin, Kinder- und Jugendmedizin und Diagnostik sowie eine Poliklinik geben. Davon erhofft man sich eine engere Verzahnung des medizinischen Personals und eine bessere fachübergreifende Zusammenarbeit.

Darüber hinaus will das "Georg" seine Standorte in Grünau stärken und damit die medizinische Versorgung in dem bevölkerungsreichsten Leipziger Stadtteil verbessern. Geplant ist eine Fusion der Medizinischen Klinik West und der Robert-Koch-Klinik, dem einzige Lungenzentrum im Raum Leipzig. Abteilungen für Onkologie und Akut-Geriatrie würden auf-, die Allgemeinmedizin und Kardiologie ausgebaut. Ferner strebe das Unternehmen eine Erweiterung des Schlaflabors an.

Am Hauptstandort in Eutritzsch geht im März das erweiterte Operationszentrum in Betrieb, das die Bedingungen für Ärzte und Patienten deutlich verbessern soll. Bei den Bauarbeiten war das Schwerbrandverletztenzentrum so stark in Mitleidenschaft gezogen worden, dass es für mehrere Monate geschlossen werden musste. Es handelt sich dabei um die einzige Spezialeinrichtung für Menschen mit besonders schweren Verbrennungen und Verätzungen in Sachsen. Derzeit streitet die Klinik mit Planungs- und Baufirmen vor Gericht um Schadenersatz. Dem Vernehmen nach geht es um 2,3 Millionen Euro.

Nach Abschluss der ersten Sanierungsphase will die Klinik nun auch den anhaltenden Tarifstreit im "Georg" beenden. "Ich möchte mit Verdi wieder Verhandlungen aufnehmen", bekräftigte Minde. "Wir können 2015 auch für das nichtmedizinische Personal zu einem einheitlichen Haustarifvertrag kommen." Die Verhandlungen waren im Juli ergebnislos abgebrochen worden. Schon 2009 war das Klinikum aus dem Arbeitgeberverband ausgetreten. Während es in der Zwischenzeit zum Abschluss eines Haustarifvertrages mit dem Marburger Bund für das ärztliche Personal gekommen ist, ist die Vergütungsstruktur bei den 1500 nichtärztlichen Mitarbeitern uneinheitlich. Minde: "Unser Ziel ist es, das Prinzip ,Gleicher Lohn für gleiche Arbeit' wieder herzustellen."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.12.2014

Klaus Staeubert

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