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Lokales Leipziger Konzept: Psychosoziales Coaching verhilft Arbeitslosen zum Job
Leipzig Lokales Leipziger Konzept: Psychosoziales Coaching verhilft Arbeitslosen zum Job
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16:19 02.03.2016
Jobcenter Leipzig (Symbolbild) Quelle: Kempner
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Leipzig

Durch ein psychosoziales Coaching wird Langzeitarbeitslosen geholfen, sofern psychische Erkrankungen wie Depressionen bei ihnen vorliegen. Etwa ein Drittel der Teilnehmer des Coachings sind wieder in einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit, ergab eine aktuelle Wirkungsanalyse. Das Jobcenter Leipzig teilte dies am Mittwoch in einer Presseerklärung mit. Aufgrund des Erfolgs soll das Leipziger Pilotprojekt mithilfe der Stiftung Deutsche Depressionshilfe auf andere Regionen Deutschlands übertragen werden. 2015 startete es schon unter anderem in Hildesheim, Marburg und Dortmund.

„Viele glauben, dass die lange Arbeitslosigkeit psychisch krank macht. Häufig besteht eher ein umgekehrter Zusammenhang: Depression und andere psychische Erkrankungen führen zur Arbeitslosigkeit und erschweren den Weg zurück ins Berufsleben“, sagt Professor Doktor Ulrich Hegerl, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Leipzig und Vorstandvorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe. Das Jobcenter Leipzig fand zusammen mit der Klinik in einem Gemeinschaftsprojekt heraus, dass ältere Langzeitarbeitslose häufig an unzureichend behandelten psychischen Erkrankungen leiden. Daraus entstand das Projekt psychosoziales Coaching.

Das psychosoziale Coaching verhilft zu einer angemessenen Behandlung

Die Teilnahme an dem Coaching ist für die Langzeitarbeitslosen freiwillig. Die Mitarbeiter des Jobcenters werden von der Klinik darauf geschult, Hinweise auf psychische Erkrankungen zu erkennen. Nehmen die betroffenen Kunden des Jobcenters das Angebot an, gibt es ein Erstgespräch zur klinischen Diagnostik mit einem Psychologen. Falls eine psychische Erkrankung vorliegt, wird geprüft, ob diese richtig behandelt wurde. Der Kunde erhält danach die entsprechenden Informationen und Hilfestellungen, um die angemessene Behandlung zu bekommen.

„Wir haben mit dem Modellprojekt in Leipzig gesehen, dass viele psychische Erkrankungen ein gut zu beseitigendes Vermittlungshemmnis sind. Dieses Erfolgsprojekt wollen wir nun auch auf andere Städte übertragen und somit ein Netzwerk Psychosoziales Coaching aufbauen“, sagt Ulrich Hegerl. Unterstützt wird die Stiftung Deutsche Depressionshilfe von der Deutsche Bahn Stiftung, mit der seit 2014 eine Kooperation besteht, wie das Jobcenter mitteilt. Außerdem finde das Projekt international Anerkennung, beispielsweise im Bericht des EU-Programms „Joint Action on Mental Health and Well-being“, in dem es als Best-Practice-Beispiel genannt werde.

Von as

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