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Lokales Leipziger LWB baut 1000 neue Wohnungen – die Hälfte kostet 6,50 Euro kalt
Leipzig Lokales Leipziger LWB baut 1000 neue Wohnungen – die Hälfte kostet 6,50 Euro kalt
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14:54 03.02.2019
Leipzigs erster Neubau für Sozialwohnungen entsteht in der Bernhard-Göring-Straße. Der Investor LWB wird in dieses Ensemble auch eine Kita integrieren. Quelle: LWB
Leipzig

2019 startet die Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft (LWB) das größte Investitionsprogramm in der Firmengeschichte. Bis zum Jahresende soll der Bau von über 1000 Wohnungen an acht Standorten beginnen. Etwa die Hälfte davon wird unter Einsatz von Fördermitteln errichtet. Solche Quartiere können dann für 6,50 Euro kalt pro Quadratmeter vermietet werden. Bei der anderen Hälfte sind zehn Euro kalt zu erwarten.

Fünf der acht Standorte befinden sich im Nahbereich der City, so Geschäftsführerin Iris Wolke-Haupt. Zum Beispiel sind an der Grassistraße im Musikviertel 99 und direkt gegenüber vom Penta-Hotel in der Querstraße 152 Wohnungen geplant. Auf den beiden Parkplätzen neben dem LWB-Hochhaus in der Straße des 18. Oktober kommen Quartiere für 104 Haushalte dazu.

Insgesamt 163 werden es auf zwei Brachflächen entlang der Bernhard-Göring- und der Shakespearestraße sein. Weitere Standorte befinden sich in Leutzsch (122 Wohnungen in der Philipp-Reis-Straße, nahe Netto-Markt) und in Gohlis (106 Wohnungen an der Landsberger Straße, nördlich der Aral-Tankstelle). Das größte Projekt mit 300 Wohnungen – verteilt auf acht Häuser – entsteht jedoch im Dunckerviertel in Neulindenau.

Bezug ab 2021

Die insgesamt 1046 neuen Wohnungen sollen alle bis Ende 2021 bezugsfertig sein. Laut Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos), die auch Aufsichtsratsvorsitzende der LWB ist, werden die vergünstigten Quartiere an Interessenten vergeben, deren Einkommen innerhalb bestimmter Grenzen liegt. „45 Prozent der Leipziger hätten ein Anrecht darauf“, sagte sie der LVZ.

Die geförderten Einheiten seien weder für Gutverdiener noch für Hartz-IV-Bezieher gedacht. Gemäß des sächsischen Förderprogramms ende die Mietpreisbindung nach 15 Jahren. Durch das zusätzliche Angebot erhoffe sich die Stadt einen dämpfenden Einfluss auf die derzeit stark steigenden Angebotsmieten.

Annähernd 170 Millionen Euro kalkuliert die LWB für die acht Großvorhaben. Außerdem ist in der Summe noch ein kleineres Projekt mit 18 Wohnungen am Lindenauer Hafen enthalten, das aber wohl erst 2020 beginnt. In drei der genannten Neubauten werden Kindertagesstätten mit insgesamt mehr als 400 Plätzen integriert. Dabei handelt es sich um die Bernhard-Göring-Straße 17, die Landsberger Straße 120-126 sowie das kleinere Projekt am Lindenauer Hafen. Die Kitas belegen dort dann jeweils die unteren Etagen.

Zwei Prozent Mietsteigerung

Auch die Ausgaben für Instandsetzungen und Modernisierungen von Altbauten werden 2019 deutlich erhöht, erklärte LWB-Finanzgeschäftsführerin Ute Schäfer. Gegenüber dem Vorjahr sollen die gesamten Investitionen um 71 Prozent auf 116 Millionen Euro steigen. Dieser stolze Betrag liegt fast so hoch wie die jährlichen Mieteinnahmen von 125 Millionen Euro.

An folgenden Standorten sollen in diesem Jahr Neubauten gestartet werden:

Bernhard-Göring-Straße 17 (neben der alten Kaufhalle, 100 Wohnungen, Kita)

Bernhard-Göring-Straße 28 / Shakespearestraße 17-19 (insgesamt 63 Wohnungen in vier Häusern auf Baulücken)

Grassistraße / Robert-Schumann-Straße 2 (99 Wohnungen als Blockrand)

Straße des 18. Oktober 5-9 (104 Wohnungen, auf beiden Seiten des 16-Geschossers entstehen niedrigere Häuser)

Quer-/Litt-/Schützenstraße (152 Wohnungen als Blockrand, das Baufeld liegt genau zwischen den LWB-Streifenhäusern am Georgiring und dem Penta-Hotel

Gauß-/Philipp-Reis-Straße in Leutzsch (122 Wohnungen nahe am Netto-Markt)

Landsberger Straße 120-126 in Gohlis-Nord (106 Wohnungen sowie eine neue Kita nördlich der Aral-Tankstelle)

Holberg-/Saalfelder Straße in Neulindenau (300 Wohnungen in acht Baukörpern am Ostrand des Dunckerviertels)

Dennoch würden schon weitere Neubau-Projekte vorbereitet. Die LWB wolle so ihren Marktanteil im boomenden Leipzig bei etwa zehn Prozent halten. „Unsere Unternehmensplanung bis 2027 bildet ein Wachstum um 3000 auf 38.200 Wohneinheiten ab“, sagte Schäfer. Grob geschätzt würden diese 3000 Wohnungen im Neubau fast eine halbe Milliarde Euro kosten.

2019 soll die Durchschnittsmiete bei der LWB um zwei Prozent auf 5,34 Euro kalt pro Quadratmeter zulegen .

Von Jens Rometsch

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