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Leipziger Lebensretter setzen auf Herzmassage per Lucas 2-Maschine

Leipziger Lebensretter setzen auf Herzmassage per Lucas 2-Maschine

Ab dem 1. April werden alle sieben Notarzteinsatzfahrzeuge der Stadt über eine Reanimationshilfe verfügen: Lucas 2 nennt sich das in Schweden entwickelte Gerät.

Leipzig. Lucas steht für "Lund University Cardiocirculatory Assist System" - ein von der schwedischen Universität Lund entwickeltes Gerät, das Patienten mit Herz-Kreislauf-Stillstand effektiv versorgen soll. Es ermöglicht eine automatische Herzdruckmassage.

"Eine aus medizinischer Sicht erforderliche Anschaffung", wie es aus dem Rathaus hieß. Für die Investition habe man sich entschieden, obwohl die Finanzierung mit den Kostenträgern noch gar nicht geklärt ist. Eine der Reanimationshilfen kostet 16000 Euro.

Sie wird über dem Brustkorb des Patienten fixiert und übernimmt durch kontinuierliche Brustkorb-Kompressionen die Pump-Funktion des Herzens. 100 Mal pro Minute wird dabei das Brustbein eingedrückt und wieder entlastet. Das Gerät ermüdet - im Gegensatz zum menschlichen Lebensretter - quasi nie; kann auch ohne Strom 45 bis 60 Minuten die Druckmassage ausüben. Ein weiterer Vorteil: Das Gerät ist fest mit dem Patienten verbunden und bleibt somit auch während seines Transportes in Position.

Bislang war es usus, dass die Herzdruckmassage vom Rettungsassistenten per Hand durchgeführt wurde, der exakt darauf achten musste, das Brustbein des Patienten nicht zu stark, aber auch nicht zu schwach einzudrücken. Eine äußerst anstrengende Sache. "Alle zwei Minuten sollten sich daher professionelle Ersthelfer in der Regel schon abwechseln", meint Robert Stöhr, Chef der Diakonissenkrankenhaus-Notaufnahme, der zugleich aber auch allen Laien gesagt haben will: "Im äußersten Notfall ist selbst eine schlechte Herzdruckmassage besser als gar keine!" Will heißen: Auch eine verletzte Rippe macht da nichts - Hauptsache es passiert überhaupt etwas. Haben erst Rettungsdienstmitarbeiter den Patienten übernommen und Lucas 2 übt den Druck-Job aus, geschieht das dann wohljustiert, so dass nichts mehr bricht. Parallel dazu haben die Retter auf dem Weg ins Krankenhaus die Hände frei für alle weiteren notfallmedizinischen Arbeiten: Medikamentengabe, Defibrillation oder Beatmung zum Beispiel.

"Lucas 2 ist ein gewaltiger Qualitätssprung in der notärztlichen Versorgung durch den Rettungsdienst der Stadt und kann helfen, dass mehr Patienten einen Kreislaufstillstand überleben", denkt Robert Stöhr. Was jetzt noch der Knackpunkt war: Die Übergabe eines Patienten bei laufender Reanimation mit Lucas 2, die möglichst nicht unterbrochen werden darf, an die Mitarbeiter in den Klinik-Notaufnahmen. Es sei dafür wichtig gewesen, ein Konzept zu entwickeln, das diesen Übergang "minutiös beschreibt", ergänzt Ralph Schröder, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes der Stadt.

Dass dies in den zurückliegenden Tagen just im Diakonissenkrankenhaus geschah, macht dort stolz. "Wir waren wohl prädestiniert, weil wir derzeit als einzige Leipziger Klinik monatlich für alle Hilfsorganisationen schon ein Schockraum-Training bei uns anbieten", meint Stöhr. So versammelten sich nun also da Rettungsassistenten nebst Schröder als Vertreter der Leipziger Branddirektion, um gemeinsam mit den Mitarbeitern der Notaufnahme und der Intensivstation per Simulatortraining solch einen einheitlichen Übergabe-Ablaufplan zu entwickeln. Bis 1. April soll dieser jetzt auch an den anderen Leipziger Krankenhäusern gelehrt werden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.03.2015

Angelika Raulien

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