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Lokales Leipziger Leser erzählen von Himmelhubbe und dem Waldstraßenschreck
Leipzig Lokales Leipziger Leser erzählen von Himmelhubbe und dem Waldstraßenschreck
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21:16 27.11.2015
Ferienspiele 1952 im Kleingartenverein Dr. Schreber.  Quelle: Jürgen Lorenz
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Leipzig

„So war das damals“ – LVZ-Leser haben die Geschichten ihrer Kindheit und Jugend erzählt. Die Resonanz auf unseren Aufruf war riesig. Aus der Serie, die seit Ostern 2014 regelmäßig gedruckt wurde, ist nun ein Buch entstanden, das am Montag, 17 Uhr, in der Kuppelhalle des Verlagshauses am Peterssteinweg Premiere hat. Geordnet und in Kapiteln thematisch zusammengefasst, erzählen Leipziger ganz persönlich vom Leben in der Stadt, auf dem Lande, von Krieg und Nachkriegszeit, vom Alltagsleben, von Festen und der Schulzeit sowie von der Freizeit und diversen Abenteuern. Entstanden ist ein facettenreiches Bild vom persönlichen Kinder- und Jugendglück vieler Menschen, trotz aller Entbehrungen, trotz aller Verzweiflung und Not. Wer das Buch liest, erfährt über die persönlichen Eindrücke hinaus auch viel über die Geschichte unserer Stadt.

Karl-Heinz Krämer zum Beispiel, 1932 in Leipzig geboren und vor seiner Pensionierung Chefarzt der geburtshilflich-gynäkologischen Abteilung des Kreiskrankenhauses Markranstädt, erinnert sich an Düfte der Kindheit. Die hat er aufgenommen, als es barfuß vom Zentrum zur Stamm-Bade-Anstalt ging. Das war das Schreber-Bad – „Schrebbser“ genannt. Er musste vorbei an der Aromen-Fabrik von Heine & Co, in der es aromatisch-süßlich roch. Ein anderer typischer Leipziger Geruch liegt ihm ebenso noch in der Nase. In der unteren Nikolaistraße und im Brühl roch es durch die vielen ansässigen Kürschnereien und Pelzhandlungen stark nach Mottenpulver.

Das neue Buch vereint die besten Geschichten der Leser aus der LVZ-Serie „So war das damals…“. Quelle: LVZ

Gerhard Pierel, 1940 geboren, arbeitete bis zum Renteneintritt bei der Deutschen Bahn. Er berichtet, wie die Kinder der 39. Grundschule in Möckern im Jahr 1950 an den Auensee zur Grundsteinlegung für die damalige Pioniereisenbahn wanderten. Damals ahnte er nicht, welche Bedeutung dies für sein Leben haben würde, wie durch die kleine Bahn, die noch immer ihre Runden um den See fährt, die Liebe zum späteren Beruf erwachte.

Gabriela Linke ist ein Novemberkind aus dem Jahr 1944. Vielen ist sie noch bekannt als Inhaberin einer Drogerie im Peterssteinweg 13, die vor mehr als sieben Jahren schloss. Sie berichtet von Spielen auf dem Hof wie „Räuber und Schambambel“ oder „Himmelhubbe“. Letzteres wurde auf dem Straßenpflaster gespielt. Die Kinder mussten wachsam sein, ob der „Waldstraßenschreck“, ein Volkspolizist, in der Nähe war. Denn er strafte sie hart für die „Schmierereien“ aus Kreide auf den Gehwegplatten. Petra Radtke, Jahrgang 1955, schwärmt von ihrer Kindheit in Leipzig, als die Stadt für sie ein großer Abenteuerspielplatz war.

Das sind nur einige Beispiele. Andere erzählen vom Kartoffelkäfer-Sammeln in der Sommerhitze, vom Einsatz als 15-Jährige im letzten Aufgebot des Krieges, vom Ausflugslokal, das nur noch ein Bombentrichter war und vielen anderen Episoden. Es sind Geschichten, die einerseits zum Schmunzeln anregen, die aber auch berühren und zeigen, wie das Leben damals wirklich war.

Das Buch wird am Montag, 30. November, ab 17 Uhr in der LVZ-Kuppelhalle vorgestellt. Der Eintritt ist frei; es ist aber eine Anmeldung erforderlich – unter Telefon (0800) 21 81 080 (kostenlose Hotline). Das Buch „So war das damals …“ hat 156 Seiten, ISBN 978-3-000512-86-5. Es ist ab 30. November in den Geschäftsstellen der LVZ sowie im Online-Shop unter www.lvz-shop.de erhältlich und kostet 14,90 Euro. Bestellungen sind auch über die gebührenfreie Hotline (0800) 21 81 070 möglich.

Von Mathias Orbeck

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