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Lokales Leipziger Lichtfest: Stadt hält am umstrittenen Auftritt des ungarischen Ministers Balog fest
Leipzig Lokales Leipziger Lichtfest: Stadt hält am umstrittenen Auftritt des ungarischen Ministers Balog fest
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18:06 20.09.2012
Der geplante Auftritt des ungarischen Regierungsmitglied Zoltán Balog beim diesjährigen Lichtfest in Leipzig stößt auf Kritik. Quelle: dpa
Leipzig

„Wir werden keine Schritte unternehmen, um den Auftritt zu verhindern“, sagte Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) bei der Stadtratssitzung am Donnerstag. „Aber selbstverständlich werden wir kritische Nachfragen stellen und unsere Sorge über die politische Entwicklung in Ungarn ausdrücken.“  

Linken-Stadträtin Juliane Nagel und die Initiative „Gedenkmarsch“ hatten die Ausladung des ungarischen Repräsentanten gefordert. Jung betonte, dies komme für die Kommune und die Initiative „Tag der friedlichen Revolution“, die das Lichtfest organisiert, nicht in Frage. „Die Initiative maßt sich keine Zensur an“, so der OBM. Den Wunsch der ungarischen Botschaft, dass Balog nach dem Friedensgebet in der Nikolaikirche am Vormittag ebenso wie der ungarische Buchmesse-Preisträger György Dalos eine Rede halten darf, lehnte die Stadt allerdings ab. „Wir wollten dort eine Rede des Buchpreisträgers, keinen Dialog“, begründete Jung die Entscheidung.  

Wie der OBM einräumte, sei von den Lichtfest-Veranstaltern und der Stadt ursprünglich der ungarische Botschafter József Czukor für die Eröffnung der Feier am 9. Oktober eingeladen gewesen. Dieser habe jedoch mitgeteilt, dass stattdessen Balog als Vertreter Ungarns – dem diesjährigen Länderschwerpunkt des Lichtfests – teilnehmen werde. Der studierte Theologe gehört als Minister der Regierung unter Viktor Orbán an, dem eine demokratiefeindliche Politik vorgeworfen wird. Jung stellte klar: „Niemand kann in Leipzig unwidersprochen Reklame für ein pseudodemokratisches Regime machen.“  

Balog soll das Lichtfest am Abend des 9. Oktober zusammen mit Jung auf dem Leipziger Augustusplatz eröffnen. „Es wird sich eine hervorragende Gelegenheit bieten, sich kritisch mit der politischen Entwicklung in Ungarn auseinanderzusetzen“, so der OBM. Juliane Nagel zeigte sich von der Antwort enttäuscht: „Es geht nicht um Balog, sondern um Ungarn selbst. In Israel war man im Juni auch in der Lage, den Parlamentspräsidenten des Landes auszuladen, als NS-Opfer geehrt werden sollten.“

Robert Nößler

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