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Leipziger Löffelfamilie leuchtet, aber es fließt kein Geld – 400 Hotline-Anrufe versuppen

Leipziger Löffelfamilie leuchtet, aber es fließt kein Geld – 400 Hotline-Anrufe versuppen

Sie löffelt und löffelt und löffelt – aber die Einnahmen dafür sind bislang im wahrsten Sinne des Wortes versuppt. Ein dreiviertel Jahr nach ihrem Start wurde die Handy-Hotline der Löffelfamilie bereits mehr als 400 Mal angewählt.

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Mit einem Anruf unter der 0900-LOEFFEL (0900-5633335) kann die Leipziger Löffelfamilie auf der Feinkost aktiviert werden.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Drei Euro soll der Anrufer für eine dreiminütige Erleuchtung als Spende zahlen. Geld haben die gemeinnützigen Betreiber der sanierten DDR-Reklame in der Leipziger Südvorstadt bislang aber so gut wie keins gesehen. Grund sind Probleme mit dem Providerpartner Vodafone. Durch Recherchen von LVZ-Online zeichnet sich jetzt eine glückliche Lösung ab.

Die Abrechnung der Kosten über das Handy funktioniere bislang nicht, berichtete Peter Dorsch vom Löffelfamilien-Verein in dieser Woche gegenüber LVZ-Online. „Den meisten Anrufern werden die 2,99 Euro gar nicht in Rechnung gestellt“, erklärte der Vorsitzende. „Und von denen, die bezahlen, kommt so gut wie nichts bei uns an.“ Ein Redaktions-Test ergab: Der volle Betrag wurde bei einem Anruf unter der 0900-LOEFFEL (0900-5633335) abgezogen – den Betreibern aber nur wenige Cent gutgeschrieben.

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Leipzig. Sie löffelt und löffelt und löffelt – aber die Einnahmen dafür sind bislang im wahrsten Sinne des Wortes versuppt. Ein dreiviertel Jahr nach ihrem Start wurde die kostenpflichtige Handy-Hotline der Löffelfamilie bereits mehr als 400 Mal angewählt. Geld haben die gemeinnützigen Betreiber der sanierten DDR-Leuchtreklame aber so gut wie keins gesehen. Grund sind technische Probleme beim Partner Vodafone.

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Statt Einnahmen mehrere hundert Euro Verlust

Bislang erhielt der auf Spenden hoffende Verein laut Dorsch nur eine Gutschrift von rund 15 Euro – bei der Anzahl der Anrufe hätten es aber schon mehrere Hundert Euro sein müssen. Statt Gewinn entstanden durch das Gratis-Löffeln sogar finanzielle Einbußen. Rund 50 Euro würden für die Hotline pro Monat fällig, so der Vereinschef. Jede Stunde Strom, um die 2011 sanierte DDR-Leuchtreklame auf dem Feinkostgelände an der Karl-Liebknecht-Straße strahlen zu lassen, kostet etwa einen Euro.

LVZ-Online hakte bei Vodafone nach – und bekam eine Antwort. „Es liegt ein Abrechnungsfehler vor“, räumte Sprecher Volker Petendorf auf Anfrage ein. Bislang erziele die Hotline so gut wie keine Einnahmen. Die Begründung: Das einminütige Hörspiel, das vor der Aktivierung der Löffelfamilie erklingt, dürfe nicht berechnet werden, weil es laut Gesetz als Warteschleife gelte. Erst danach beginne die Abbuchung der Kosten – allerdings anteilig und sekundengenau. „Weil viele Anrufer direkt auflegen, wenn das Licht angeht, wurden meist nur Centbeträge berechnet“, so der Vodafone-Sprecher.

Provider Vodafone spendet 1000 Euro als Entschuldigung

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Beliebt ist die Handy-Hotline besonders bei den Besuchern des Biergartens vor der Löffelfamilie.

Quelle: Dirk Knofe

Notwendig sei es, eine ganze Minute dranzubleiben, um die Maximalsumme von 2,99 Euro zu spenden, erklärte Petendorf. So schreibe es der Gesetzgeber bei Telefon-Hotlines vor. Der Provider bedauerte die Einnahmeausfälle für den Verein. „Wir werden deshalb in den nächsten Tagen eine Spende in Höhe von rund 1000 Euro überweisen, was in etwa den entgangenen Einnahmen entspricht“, kündigte der Vodafone-Sprecher an. „Die Probleme haben schließlich auch wir mit zu verantworten.“

„Das ist eine gute Nachricht“, freut sich Vereinschef Dorsch. Über die Aussagen zur Abrechnung zeigte er sich jedoch enttäuscht. Das Hörspiel sei gerade deshalb aufgenommen und eingespielt worden, weil der Gesetzgeber eine einminütige Wartezeit vorschreibe. Auch die Abrechnungspraxis sei nicht ganz stimmig. Techniker des Mobilfunkproviders sowie des Leipziger Leuchtreklamen-Bauers NEL sollen nun die Hotline-Schaltung sowie die technischen Anlagen prüfen und herausfinden, wo das Problem liegt. „Wir bemühen uns um eine Lösung“, versicherte Petendorf.

Robert Nößler

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