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Lokales Leipziger Marktamtsleiter verteidigt Organisation der Coca-Cola Weihnachtstour
Leipzig Lokales Leipziger Marktamtsleiter verteidigt Organisation der Coca-Cola Weihnachtstour
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16:09 12.12.2016
Quelle: Christian Modla
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Leipzig

„Schrecklich für Familien mit Kindern. Warum müssen die Trucks auch während des Weihnachtsmarktes mitten am Augustusplatz halten?“ und „Ich frage mich, ob es heute überhaupt ein Sicherheitskonzept gab. Fast nirgends war eine Absperrung im Bereich am Augustusplatz zu sehen. Menschen, die chaotisch auf der Straße standen, den Verkehr blockierten und sich dabei selbst noch in Gefahr brachten. Allgemein ein einziges Gedränge, in dem es keine Rücksicht mehr gab und man einfach umgerannt wurde“ - das berichten zwei LVZ-Leser auf Facebook von der Coca-Cola-Weihnachtstour, die am Samstag in der Leipziger Innenstadt Station machte und dort offenbar nicht nur für Weihnachtsstimmung sorgte.

Zahlreiche andere Leser schreiben von chaotischen Zuständen in der Goethestraße und am Augustusplatz, werfen den Organisatoren Fahrlässigkeit und Versagen vor. Marktamtsleiter Walter Ebert widerspricht dem auf Nachfrage von LVZ.de: „Wir haben das natürlich sehr gewissenhaft vorbereitet. Es gab dazu große und umfangreiche Sicherheitsbesprechungen – insgesamt drei Stück.“ Dabei seien unter anderem die Route, Verteilung der Einsatzkräfte und die Handhabung der Abschlussveranstaltung am Augustusplatz geplant worden.

Größerer Andrang als erwartet

Am Tag selbst waren nach Angaben des Marktamtes mehr als 100 private Sicherheitskräfte im Auftrag des Veranstalters im Einsatz gewesen. Dazu kamen Polizei und Mitarbeiter des Stadtordnungsdienstes. Dem standen geschätzte 10 000 Besucher gegenüber – und das zu einer Zeit, in der die Innenstadt ohnehin gut gefüllt ist. „Im Normalfall sind zum Weihnachtsmarkt an einem Wochenende in der gesamten Innenstadt verteilt schon 50 000 Leute“, weiß Ebert.

Trotzdem habe man mit diesem Andrang im Vorfeld nicht gerechnet. „Das kann man immer schlecht schätzen. Wir haben die Situation schließlich entsprechend geändert. Die Polizei hat aufgrund des starken Besucheraufkommens die Trucks auch ganz richtig nicht auf den Augustusplatz gelassen, sondern sie bereits vorher in der Goethestraße abgeparkt“, erklärt Ebert. Das habe jedoch auch dazu geführt, dass Besucher vom Platz zurück in die Goethestraße drängten. „Es war eng, aber es gab aus unserer Sicht keine ernsthaften Zwischenfälle. Jeder will einen Blick erhaschen und drängelt sich nach vorne. Dadurch kommt eine Eigendynamik in solche Gruppen, die im Vorhinein schwer zu 100 Prozent zu analysieren ist.“ Schlägereien, von denen einzelne Leser auf Facebook berichten, seien der Marktamtsleitung nicht bekannt.

Augustusplatz als Nadelöhr der Weihnachtstour

Das Konzept ist aus Eberts Sicht aufgegangen: „Der komplette Augustusplatz ist zur Weihnachtsmarktzeit eh schon gesperrt.“ Dass sich dann auch entsprechend viele Personen auf Straße und Gleisen aufhalten, sei normal. „Dieser Bereich ist nicht komplett freizuhalten. Mit jeder weiteren Absperrung würde der Druck unter den Leuten erhöht.“

Ebert appelliert in solchen Situationen an die Eigenverantwortung der Besucher. „Die kann ihnen auch mit den besten Sicherheitskonzepten nicht abgenommen werden. Man sollte sich auch überlegen, ob man sich mit einem Kind auf der Schulter in die erste Reihe durchdrängen will.“ Letztlich seien Goethestraße und Augustusplatz ein Nadelöhr gewesen. „Hinterher ist man immer schlauer“, gesteht Ebert ein. „Es war aber auch ausdrücklicher Wunsch, in der Innenstadt zu enden. Die Veranstalter wollten diese Strahlkraft und keine Veranstaltung, die auf der grünen Wiese schließt, haben. Dem haben wir – mit einer entsprechenden Sicherheitsplanung – Rechnung getragen“, erläutert Ebert mit Blick auf die Festwiese, wo die Weihnachtstour 2007 Halt machte. Die gemachten Erfahrungen hinsichtlich Planung und Standortwahl will der Amtsleiter nun mit in die Vorbereitung zukünftiger Veranstaltungen einfließen lassen.

Von André Pitz

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