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Lokales Leipziger Markttage laden in die Innenstadt ein
Leipzig Lokales Leipziger Markttage laden in die Innenstadt ein
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12:56 24.09.2017
Tischler Gordian Schneider schnitzt Holzmesser mit den Brüdern Aleksander (links) und Luca (rechts). Quelle: Christian Modla
Leipzig

Wenn begehrte Waren locken, sich Besucher auf Leckerbissen aus Topf und Pfanne freuen, Kürbisse in allen Formen und Farben die Einkaufstaschen füllen, ein buntes Bühnenprogramm für Unterhaltung sorgt, dann sind die Leipziger Markttage wieder da. Mehr als 100 Aussteller bieten bei der 41. Auflage einen lebendigen Mix aus Handel, Gastronomie und Kultur. Schon am ersten Wochenende besuchten Tausende Leipziger und ihre Gäste die Markttage. Kein Wunder: Jede Menge Stände sind in der Petersstraße, im Salzgäßchen und in der Grimmaischen Straße zu finden. Das Herzstück der bunten Veranstaltung aber ist wie immer Leipzigs gute Stube: Der Markt. Hier kann man sich mit Deftigem und einem frischen Bier stärken, Künstlern aus nah und fern zusehen oder zuhören. Mittendrin Nanna Funke und Steffen Sendelbach. „Wir genießen die Leipziger Stimmung, die Atmosphäre hier“, schwärmt Nanna. „Wir sind Wahl-Leipziger, leben seit drei Jahren hier und kommen eigentlich aus Münster und Würzburg. Heute gefällt uns, dass die Leute so fröhlich sind. Das Bühnenprogramm ist vielseitig. Jedes Alter wird bedacht. Gut finden wir, dass es neben internationalen viele regionale Produkte zu kaufen gibt“, lobt die junge Frau aus dem Leipziger Norden. An den Ständen treffen bäuerliche Schmankerl aus Österreich auf edle Essig- und Öl-Variationen aus der Mitte Deutschlands oder auf Wermsdorfer Fisch aus Nordsachsen, leckere „Heurekaner Handbrötchen“, oder auf „Nerchauer Pilsner“ aus dem Muldental. Eis, Backwaren, Waffeln, Kräppelchen oder Käsespezialitäten gehören ebenfalls zu den Gaumenfreuden.

Bunt und vielseitig ist der Herbstmarkt auch durch die Handwerker, die im Salzgäßchen um Käufer werben und ihre Arbeit zelebrieren. Wie man Schritt für Schritt einen stabilen Korb flicht, ist bei Marianne Deube zu sehen. „Flechten ist nicht schwer“, macht die Kunsthandwerkerin aus Lützen Mut. „Man führt das Material einfach abwechselnd nach innen und nach außen.“ „Hier gleicht kein Korb dem anderen“, lobt Roland Plau. „Man merkt, dass die Unikate mit Lust, Liebe und Fantasie gestaltet sind. Ich komme schon seit mehreren Jahren regelmäßig im September nach Leipzig“, erzählt der Marktbesucher aus Rositz bei Altenburg. „Besonders gefallen mir die Mitmachwerkstätten.“ An der Kindertischlerei vom Kranwerk Naunhof sind Luca (7) und Aleksander (fast 8) anzutreffen. „Meine Jungs wissen: Es darf geschnitzt werden“, erzählt Mama Anika Schlosky. „Wir waren vergangenes Jahr schon hier.“ Während Gordian Schneider den kleinen Volkmarsdorfern zeigt, wie man Holz in Form bringt, freut sich deren Mutter schon mal auf handgemachte Messer und Löffel.

Lass dich inspirieren, lautet das Motto auch bei Ute Spieß. Alles, was die Natur im Herbst hergibt, verbindet die Floristin aus Oranienbaum zu Sträußen, Kränzen oder Trockengestecken. Ein Hingucker zum Nachmachen: das Weidengeflecht mit Hortensien, Wildblumen und Herbstkräutern. Tipps bekommen Pflanzenfreunde zudem bei Ralf-Peter Fenk. „Pflanzenfreunde möchten vor allem den richtigen Zeitpunkt für einen Baumschnitt wissen“, so der Fachberater vom Stadtverband der Kleingärtner. „Viele interessiert, wie ein Hochbeet angelegt wird.“ Einmal an zentraler Stelle präsent, wirbt Fenk für Bodenuntersuchungen beim Stadtverband in der Zschocherschen Straße. „Der Boden verrät, wie er mit Kalk, Kali, Phosphor, Humus sowie Stockstoff versorgt ist.“ Zum Fachsimpeln und Gedankenaustausch lädt Swen Etz ebenfalls ein. Der Plagwitzer hat sich auf den Handel mit Kunsthandwerk aus Kolumbien spezialisiert. Molas, farbenfrohe Applikationen die Kuna-Frauen fertigen, hat der Leipziger unter dem Label Barachalá im Angebot. „Ich reise seit 10 Jahren regelmäßig nach Kolumbien. Dort arbeite ich mit indigenen Dörfern zusammen.“ Kissen, Schuhe, Taschen hat Swen mit auf den Leipziger Markt gebracht. Jedes Teil für sich eine Entdeckung wert – wie das ganze Leipziger Markttreiben! Noch bis zum 1. Oktober lockt es in die Innenstadt.

Von Ingrid Hildebrandt

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