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Leipziger Medienpreis für dänischen Mohammed-Karikaturisten Westergaard

Leipziger Medienpreis für dänischen Mohammed-Karikaturisten Westergaard

Der dänische Karikaturist Kurt Westergaard wird mit einem weiteren deutschen Medienpreis ausgezeichnet: Zusammen mit dem bulgarischen Journalisten Assen Yordanov und dem afghanischen Journalisten Sayed Yaqub Ibrahimi erhält er den Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien, wie die Medienstiftung der Sparkasse Leipzig am Freitag mitteilte.

Leipzig. Die alljährlich von der Stiftung ausgeschriebene Auszeichnung soll am Abend in Leipzig verliehen werden. Sie ist mit 30.000 Euro dotiert. Westergaard, der wegen der Karikaturen des Propheten Mohammed unter Polizeischutz steht, hatte bereits im September in Potsdam einen Medienpreis erhalten.

Der dänische Zeichner arbeitete bis zu seinem 50. Lebensjahr als Lehrer für Deutsch, Englisch und Kunst. Erst danach begann der jetzt 75-Jährige professionell Karikaturen zu zeichnen; etwa für die dänische Zeitung „Jyllands-Posten“. Diese veröffentlichte am 30. September 2005 zwölf Karikaturen des Propheten Mohammed. Eine davon stammte von Westergaard und zeigte den Propheten mit einer Bombe im Turban. Als Reaktion darauf brachen in vielen islamischen Ländern zum Teil gewalttätige Proteste aus.

Mehrere muslimische Staaten forderten eine Strafe für Westergaard. Trotz öffentlicher Morddrohungen verteidigte er aber öffentlich sein Recht auf Meinungsfreiheit und lehnte eine Entschuldigung ab. Seit Ende 2007 muss der Karukaturist von der Polizei geschützt werden. Am Neujahrstag 2010 konnte er sich vor einem Attentäter retten, der mit einer Axt in sein Haus eingedrungen war. Inzwischen hat Westergaard sich von der politischen Karikatur verabschiedet. Nachdem er sich dieser Aufgabe 27 Jahre lang gewidmet habe, sei er nun zur Aquarellmalerei gewechselt, berichtete der 75-Jährige am Freitag in Leipzig. Seine Aquarelle seien sehr poetisch und unpolitisch, sagte er. Leider habe er aber bislang nur einen Galeristen gefunden. Andere hätten Angst, seine Werke zu zeigen.

Der bulgarische Journalisten Assen Yordanov ist freier Journalist aus Bulgarien. Er arbeitet in Burgas unter anderem für die Zeitungen „Monitor“ und „Dnewnik“. Die Region am Schwarzen Meer ist bekannt für Korruption und organisierte Kriminalität, in deren Folge es immer wieder zu Umweltverbrechen kommt. Yordanov thematisiert die Missstände und setzte sich auch großen persönlichen Gefahren aus. 2007 etwa recherchierte er gemeinsam mit der Kollegin Maria Nikolaeva über ein Bauprojekt im größten Naturreservat Bulgariens. Die Journalisten deckten auf, dass die Bebauung gegen geltendes Recht verstößt und die Arbeiten ohne Genehmigung begonnen hatten. Nach der Veröffentlichung drohten Männer seiner Kollegin an, sie mit Säure zu übergießen. Yordanov wurde damals von vier Kriminellen mit Eisenstangen verprügelt. Er ließ sich nicht einschüchtern und veröffentlicht weiterhin kritische Texte.

Sayed Yaqub Ibrahimi ist ein junger Journalist aus der nordafghanischen Stadt Mazar-i-Sharif. Seit 2004 recherchiert der 1980 Geborene in seiner Heimat für das Londoner „Institute for War and Peace Reporting“. Seine Texte setzen sich überwiegend mit dem Machtmissbrauch regionaler Kriegsfürsten und afghanischer Eliten auseinander. Kriegsverbrechen, Menschenrechtsverletzungen und Korruption sind die wichtigsten Themen seiner Reportagen. Wegen seiner Recherchen erhielt Ibrahimi mehrfach Morddrohungen von Warlords und Taliban. Sein Bruder, ein Journalistik-Student, wurde von einem islamischen Gericht erst zum Tode und dann zu 20 Jahren Haft verurteilt. Ibrahimi mußte Afghanistan unterdessen verlassen.

dpa

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