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Lokales Leipziger Mediziner: Computerspiele und Leistungsdruck oft Auslöser von Kopfschmerzen
Leipzig Lokales Leipziger Mediziner: Computerspiele und Leistungsdruck oft Auslöser von Kopfschmerzen
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16:50 23.06.2011
Auch Kinder leiden unter Kopfschmerzen. Quelle: dpa
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Leipzig

Schon Kinder und Jugendliche leiden an Spannungskopfschmerzen, die nicht selten durch Schulstress verursacht sind, sagt der Leipziger Mediziner Matthias Bernhard.

Jugendliche Mädchen seien dabei häufiger von den durch Leistungsdruck bedingten Kopfschmerzen betroffen, so die persönliche Einschätzung des Oberarztes am Leipziger Uniklinikum. Bei Jungen komme der Spannungskopfschmerz eher vom Computerspielen oder dem Zocken an der Playstation. "Eine Altersgrenze nach unten gibt es bei Kopfschmerzen und auch bei Migräne, die ebenfalls auf dem Weltkongress in Berlin im Mittelpunkt steht, nicht", erklärt Bernhard. „Spannungskopfschmerz kann durchaus schon bei Kindergartenkindern auftreten, Migräne ist selbst bei Vierjährigen keine Seltenheit." Auch beim Wechsel in die fünfte Klasse, wenn die Anforderungen zunehmen, und durch den Prüfungsstress zum Ende der Schulzeit treten die Beschwerden auf.

Vier von fünf Schülern leiden zumindest gelegentlich an Kopfschmerzen, belegen neue Studienzahlen. Seit den 70er Jahren habe sich die Zahl der jungen Kopfschmerzpatienten etwa vervierfacht, sagte der Mediziner Andreas Straube vom Uniklinikum München auf dem Weltkopfschmerzkongress in Berlin. Sein Leipziger Kollege ist etwas zurückhaltender, wenn es um die Einschätzung einer möglichen Zunahme von Erkrankungen geht - auch deshalb, weil in der neuropädiatrischen Ambulanz des Uniklinikums Leipzig vor allem komplizierte Fälle landen. Dabei zeige sich auch, dass manche der jungen Patienten schon seit Jahren unter Kopfschmerzen leiden und erst dann zum Arzt gehen, wenn es gar nicht mehr geht.

Davon raten die Fachleute, von denen 1500 noch bis zum Sonntag in Berlin über neue Therapieansätze beraten, allerdings ab. Wichtig sei es, frühzeitig einzugreifen, damit der Schmerz gar nicht erst chronisch werde. Dafür gebe es schon einfache Hilfsmittel, erklärt Oberarzt Bernhard. „Mit einem Kopfschmerz-Tagebuch, in dem Dauer und Häufigkeit notiert werden, kann der Auslöser oft schnell gefunden werden." So ließen sich nicht selten die Schmerzen sogar ganz beseitigen. Auch eine Massage der Schläfen oder Ausruhen können helfen.

Dazu sei es aber auch nötig, die Kopfschmerzen als ein Warnsignal vom Körper zu verstehen - und für Eltern zu erkennen, dass Stress für Kinder etwas ganz anderes bedeuten kann als für sie selbst. Das kann das tote Meerschweinchen des Freundes genauso sein wie aufgezwungener Ballett-Unterricht, der statt Spaß nur pulsierenden Schmerz hinter der Stirn bereitet.

Die Kommunikation müsse zwischen Eltern und Kindern wieder besser werden, meint Bernhard. Denn nur so komme man davon weg, immer funktionieren zu müssen. „Die Bereitschaft, wegen Kopfschmerzen etwas aufzugeben, ist geringer geworden. Manche wollen nicht erkennen, dass es einfach zu viel ist, neben der Schule noch zum Sport und in den Theaterkurs zu gehen", hat Bernhard beobachtet.

Ines Christ/dpa

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