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Lokales Leipziger Mediziner bei Krebstherapie vorne mit dabei
Leipzig Lokales Leipziger Mediziner bei Krebstherapie vorne mit dabei
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14:04 22.02.2018
Die Krebsexperten Andreas Dietz (l.) und Florian Lordick vom Uniklinikum.  Quelle: Fotos: UKL
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Leipzig

Florian Lordick, Chef des Krebszentrums am UKL und Andreas Dietz, Chef der Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde am UKL sind in Berlin dabei. Lordick sitzt auch im Vorstand der Deutschen Krebsgesellschaft, die den Kongress alle zwei Jahre zusammen mit der Deutschen Krebshilfe ausrichtet. Dietz koordiniert das Programm für Kopf-Hals-Tumoren.

Tumoren werden immer besser entschlüsselt

Vier Tage lang tauschen sich die Teilnehmer über Entwicklungen in Gesundheitspolitik und Wissenschaft aus. „Wir können einen Tumor immer besser entschlüsseln“, erklärt Lordick. „Und wenn wir ihn besser entschlüsseln können, dann können wir auch besser behandeln.“ Die enormen Fortschritte seien auf die über Jahrzehnte geförderte Forschung zurückzuführen, so der Mediziner. Am UKL laufen zahlreiche Studien. Beispiel: eine Magenkrebs-Studie, gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Das UKL hat bundesweit die Daten von 550 Patienten gesammelt und analysiert. Die ersten Diagnosen wurden in Leipzig nochmals unter die Lupe genommen. „Durch molekulare Diagnostik haben wir bei über einem Viertel der Patienten Abweichungen von den ersten Befunden festgestellt“, sagt Lordick. Darauf aufbauend kann die Qualität der Therapie verbessert werden.

Versorgungslücken identifiziert

In einer weiteren Studie, gefördert durch die Deutsche Krebsgesellschaft, ging es um Patientenbelastungen bei nicht mehr heilbaren Tumoren. Dazu wurden am UKL Daten von deutschlandweit 500 Patienten ausgewertet. „Es gibt Versorgungslücken und erheblichen Unterstützungsbedarf im medizinischen, psychologischen und sozialen Bereich“, konstatiert Lordick. Beide Studien werden in Berlin vorgestellt.

„Wir reißen dem Tumor die Maske runter“

Fortschritte vermeldet Andreas Dietz bei den Kopf-Hals-Tumoren. Der Professor will an seiner Klinik mit einer gerade beginnenden Studie 240 Patienten mit einer neuen Immuntherapie behandeln; das Medikament dazu ist seit letztem Jahr zugelassen. Das Prinzip: „Wir reißen dem Tumor die Maske runter“, erklärt Dietz, „wir vernichten seine Tarnung, die feindlichen Linien werden sichtbar.“ So könne man das körpereigene Immunsystem scharf machen. Tumorzellen besänftigen die Immunzellen für gewöhnlich mit Botenstoffen. „Mit der neuen Therapie korrigieren wir die Freund-Feind-Erkennung“, erklärt Dietz, der sich von dem Konzept in Verbindung mit Präzisionschirurgie und Bestrahlung viel verspricht. Das Ganze hat seinen Preis: 100.000 Euro kostet die Behandlung eines Patienten. „Onkologie ist teurer geworden“, konstatiert der Mediziner. „Deshalb muss man sich die Gene angucken: Wer profitiert von einer neuen Therapie und wer nicht?“

Leipzig spielt in der ersten Liga bei der Krebstherapie

In der Krebsmedizin sieht Dietz das UKL ganz vorn: „Wir spielen da in der ersten Liga mit.“ Das heiße nicht, dass alle Patienten hier behandelt werden müssen, entscheidend sei allerdings eine gute Vernetzung mit anderen Zentren und Kliniken. Der Vernetzung dient auch der Deutsche Krebskongress – und der Vermittlung von Patientenperspektiven, erklärt Florian Lordick. Was braucht der Patient auf dem gesamten Weg der oft jahrelangen Therapie an Unterstützungsangeboten? – Diese Frage steht im Mittelpunkt der kommenden vier Tage.

Von Björn Meine

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