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Lokales Leipziger Messehalle geht als Asylunterkunft in Betrieb
Leipzig Lokales Leipziger Messehalle geht als Asylunterkunft in Betrieb
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17:26 09.09.2015
So sehen die Kabinen für die Geflüchteten in der Messehalle 4 aus. Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

Kabinen à neun Feldbetten, 400 Stück insgesamt, abgetrennt mit etwa 2,5 Meter hohen Wänden: Dieses Bild bietet die 20.000 Quadratmeter große Messehalle 4 im Leipziger Norden am späten Dienstagnachmittag. „Bis 22 Uhr wollen wir fertig sein“, erklärt Manuel Almanzor, Landesbeauftragter vom Technischen Hilfswerk (THW). Er und seine Kollegen bereiten die neue Erstaufnahmeeinrichtung seit dem Morgen unter der Leitung des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) vor.

Noch für den Abend waren die ersten Geflüchteten erwartet worden. Woher sie genau kommen und wann es so weit sein wird, konnten die Zuständigen nicht sagen. „Unsere Erfahrungen der vergangenen Wochen zeigen, dass mehr als 50 Prozent aus Syrien kommen“, erklärt Kai Kranich, Sprecher des DRK Sachsen. Wenn man mit den Vorbereitungen fertig sei, gebe man das Go an die Landesdirektion. Kranich zeigte sich zuversichtlich, alles zügig abzuwickeln. „Wir sind Nachtarbeit gewohnt.“ Laut Holm Felber, Sprecher der Landesdirektion Sachsen, kämen bis zu 250 Asylbewerber aus der Erstaufnahmeeinrichtung in Chemnitz. „Wie viele Menschen tatsächlich kommen, ist unklar“, so Felber gegenüber LVZ.de.

In der Halle 4 der Neuen Messe in Leipzig bekommen bis zu 2000 Flüchtlinge ein Dach über den Kopf. Am Dienstag (08.09.2015) wurden Sanitäranlagen, Betten, Bänke und Sichtschutzwände aufgebaut.

Bis zum Ende der Woche werden die gesamten Räumlichkeiten vorbereitet. Derzeit seien etwa 40 Toiletten benutzbar, drei Sanitärcontainer wurden zusätzlich vor der Halle aufgestellt. Laut Steffen Jantz, Unternehmenssprecher der Leipziger Messe, sollen insgesamt je 130 Duschen und Toiletten für die Flüchtlinge bereitstehen. In der Messehalle können maximal 2000 Asylbewerber unterkommen. Das DRK hofft jedoch auf eine geringere Auslastung.

DRK betreut Unterkunft

Mit täglich 120 Mitarbeitern in drei Schichten übernimmt das Unternehmen die soziale Betreuung der Menschen der Unterkunft. Auch die medizinische Erstbehandlung zählt zum Aufgabenbereich. „Bei gesundheitlichen Problemen müssen wir sehen, ob wir vor Ort helfen können oder an einen Arzt oder sogar ans Krankenhaus überweisen“, so DRK-Sprecher Kranich.

Die Essensversorgung übernimmt ein externer Dienstleister. In Sicherheitsfragen arbeite die Messe mit ihrem üblichen Wachdienst zusammen. Man habe ein „erweitertes Mandat“ mit der Sicherheitsfirma besprochen, erklärte Messesprecher Jantz. „Wir wollen natürlich Hilfe leisten.“ Deswegen habe man sich nach konkreten Gesprächen am vergangenen Wochenende für die Bereitstellung der Räumlichkeiten entschieden.

Mitte Dezember ist Schluss

An der Dauer der Nutzung ließ Jantz dennoch keinen Zweifel. „Definitiv ist hier Mitte Dezember Schluss.“ Dass die Flüchtlinge dann aber das Messegelände komplett verlassen, ist unwahrscheinlich. Man bereite parallel den Außenbereich vor, um dort ein „winterfestes Quartier“ zu schaffen. Wie genau diese Lösung aussehen soll, könne man noch nicht sagen.

Bis dahin wird das Freigelände für die soziale Betreuung der Geflüchteten genutzt. Die Messe plant ein Fußballfeld, auch eine Hüpfburg soll aufgestellt werden. Die Menschen könnten die Halle zwar verlassen, nicht aber die Stadt Leipzig. Auch deswegen seien Freizeitbeschäftigungen notwendig.

Die Messehalle 4 wird zur Flüchtlingsunterkunft vorbereitet.

Spenden werden koordiniert

Ob Bedarf für freiwillige Helfer vor Ort bestehe, konnte das DRK am Dienstag noch nicht sagen. Sachspenden für Leipzig werden weiterhin über die zentralen Annahmestellen der Johanniter und des Flüchtlingsrates angenommen. Akute Nachfrage herrsche nicht. „Flüchtlinge, die hier in der Halle sind, können ausreichend versorgt werden“, so Christoph Graebel von den Johannitern. Grund sei die enorme Spendebereitschaft, die die Leipziger in den vergangenen Wochen an den Tag gelegt haben. Man organisiere eine größere Halle, um weiterhin Kleidung und andere Gegenstände anzunehmen und zu sortieren.

Trotz der kurzen Vorlaufzeit wirkte die Vorbereitung der Messehalle koordinierter als noch beispielsweise bei der Ernst-Grube-Halle. Dort war bis zur Ankunft der Flüchtlinge noch kein hauptamtlicher Betreiber gefunden worden. Auch DRK-Sprecher Kranich lobte die Räumlichkeiten. Die Halle sei zwar sehr groß. „Im Vergleich zu anderen Einrichtungen herrscht hier zumindest ein wenig mehr Privatsphäre.“ Das DRK Sachsen betreut im Freistaat etwa 14 Flüchtlingsunterkünfte, unter anderem in Dresden, Chemnitz oder Meißen. Trotz der hohen Belastung sieht Kranich noch Handlungsmöglichkeiten. Man arbeite, solange Bedarf besteht. „Unser Ziel ist es, dass jeder Flüchtling ein Dach über dem Kopf hat.“

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