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Leipzig Lokales Leipziger Messemacher digitalisieren
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14:04 28.09.2017
Selber gemacht ist am schönsten: Maxi Zaumseil zeigt den Schmetterling, den Kinder im Makerspace gebastelt haben.  Quelle: Fotos: André Kempner
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Leipzig

 Vorbei sind die Zeiten, als Papa und Mama ihrem Sprössling einfach ein paar Bauklötze, Holzfiguren oder Stoffpuppen aus dem Kaufhaus mitbrachten. Der Trend geht zum Spielzeug Selbermachen. Möglich macht das auch die Digitalisierung. Auf der morgen beginnenden Messe Modell-Hobby-Spiel ist deshalb Hobby 4.0 das große Thema.

645 Aussteller verwandeln dann die Neue Messe in Deutschlands größten Hobbyraum. 90 000 Quadratmeter Fläche, auf denen junge und ältere Besucher bis zum Sonntag nicht nur schauen und Inspirationen für ihre Freizeitgestaltung sammeln, sondern selbst auch aktiv sein, basteln und testen oder gleich etwas kaufen können. Ein Eldorado für Familien, Tüftler, Bastler, Technikfans und Spieler. „Die Messe lebt vom generationsübergreifenden Erleben, vom Anfassen und Ausprobieren“, sagt Messe-Geschäftsführer Martin Buhl-Wagner. Deshalb ist den Machern um die Zukunft der Modell-Hobby-Spiel, die zum 22. Mal stattfindet, auch nicht bange. „In diesem Jahr haben wir uns Hobby 4.0 auf die Fahnen geschrieben“, so Buhl-Wagner. Ein neuer Ausstellungsbereich in Halle 5 mit Robotik, 3D-Druck, Lasergravur, CNC-Fräsen, Drohnen, Race-Cars und Virtual Reality liefert ein technischen Update des Modellbaus. Denn die Revolution in den privaten Hobbykellern ist voll im Gange.

 „Die Digitalisierung ist der neue Klebstoff in den Kinder- und Bastelzimmern“, findet Jürgen Rüger, Hobby-Roboterbauer im Makerspace Leipzig. CNC-Fräsen, die aus der Industrie schon lange nicht mehr wegzudenken sind, Laser oder Roboter „kriegt man heute zum Preis eines Fernsehers; sie sind also verfügbar für den Privatverbraucher“. Früher kosteten sie nicht selten 100 000 Euro.

Im Makerspace, der Mitmachwerkstatt des Soziokulturellen Zentrums „Villa“ in der Bitterfelder Straße, treffen sich regelmäßig 100 Kinder und Jugendliche, teilen sich Werkzeuge, Raum, Wissen und Materialien. Es gibt Workshops, in denen sie beispielsweise aus Stoff und Metall bewegliche Schmetterlinge basteln oder Roboter programmieren lernen. „Mein jüngster Schüler war fünf Jahre alt“, erzählt Rüger. „Die Anforderungen sind niedrig, man muss einfach mit dem Schraubenzieher umgehen können und kreativ sein. Robotik“, sagt er, „heißt nichts anderes, als dass sich Objekte, die ich selbst entworfen habe, plötzlich bewegen und mit mir interagieren.“

Sebastian Friedrich hat den Trend früh erkannt. Er gründete die Firma Tinkertoys. „Dahinter steckt die tiefe Überzeugung, dass Kinder am besten wissen, womit sie spielen wollen“, erzählt er. Tinkertoys entwickelte eine Software, die es den Kleinen ermöglicht, ihr Spielzeug am Computer selbst zu entwerfen und dann mit dem 3D-Drucker herzustellen. Friedrich: „Ein Spielzeug, das es selbst gestaltet hat, ist für das Kind etwas ganz Besonderes, auch wenn vielleicht ein Designer das ganz anders sehen würde.“

Neben Robotik erwarten die Messebesucher der Messe Klassiker wie Modelleisenbahn, Auto-, Flug- und Schiffsmodellbau, Brett-, Würfel- und Kartenspiele, Puppen, Geocaching und Handarbeiten. Dazu gibt es diverse Modellbau-Wettbewerbe, Workshops und eine Schau mit 40 Modellbahnanlagen aus ganz Europa. Zur Messe werden an den drei Tagen zwischen 90 000 und 100 000 Besucher erwartet.

Öffnungszeiten: am 29. und 30. September von 10 bis 18 Uhr, am 1. Oktober von 10 bis 17 Uhr. Tickets: Erwachsene 13,50 Euro (Sonntag: 14,50 Euro), Kinder (6 bis 12 Jahre) 5 Euro, Kinder unter 5 Jahre frei.

Von Klaus Staeubert

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