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Lokales Leipziger Meuten im Schulmuseum – Ausstellung über Jugendbanden zur NS-Zeit eröffnet
Leipzig Lokales Leipziger Meuten im Schulmuseum – Ausstellung über Jugendbanden zur NS-Zeit eröffnet
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14:24 30.01.2012

Die Schau im Rahmen der Dauerausstellung „Schule unterm Hakenkreuz“ will mit Hilfe von sechs Infotafeln, Dokumentenmappen, Gestapo-Akten, Hörstationen und Touchscreens die Entstehungsgeschichte der Gruppen, ihren Widerstand gegen das NS-Regime und die Verfolgung durch die braune Justiz aufzeigen. Zusammen mit dem Evangelischen Schulzentrum entstand zudem der 25-minütige Spielfilm „Kein Bock auf HJ“, der zusätzliche Einblicke in die Lebenswelt der Meuten geben möchte.

Leipzig. Im Schulmuseum ist am Montagvormittag eine Ausstellung über die so genannten „Leipziger Meuten“ eröffnet worden. Diese proletarischen Jugendgruppen entstanden in den 1930 Jahren in verschiedenen Leipziger Stadtteilen und bildeten bis zu Ihrer Zerschlagung ein aktives Gegengewicht zur Hitler-Jugend (HJ) und zum Bund Deutscher Mädel (BDM).

Zwischen 1937 und 1939 waren bis zu 1.500 Jugendliche Mitglied in den etwa 15 Leipziger Jugendbanden, die sich nach dem Vorbild von Pfadfinder-Gruppen organisierten . Zu den bekanntesten Meuten zählten „Hundestart“ in Kleinzschocher, „Lille“ in Reudnitz und „Reeperbahn“ in Lindenau. Um sich von den Uniformen tragenden Hitlerjungen zu unterscheiden, zugleich aber trotzdem als Gemeinschaft erkennbar zu sein, entwickelten die Meuten eigene Dresscodes – wie etwa das Tragen von Totenkopfabzeichen oder roten Halstüchern.

Vor allem gegen Ende der 1930 Jahre attackierten die Leipziger Meuten in zunehmenden Maße Hitlerjungen und verübten kleinere Anschläge auf NS-Institutionen und Dinge des öffentlichen Lebens. So soll die Connewitzer Meute beispielsweise das Ortseingangsschild der „Leipzig-Reichsmessestadt“ in „Leipzig-Reichsmeckerstadt“ abgeändert haben. Die Gestapo reagierte darauf mit Schauprozessen gegen Mitglieder der oppositionellen Gruppen und verhängte hohen Zuchthausstrafen. Zudem wurde durch das Leipziger Jugendamt ein so genanntes „Jugendschulungslager“ eingerichtet, in das Meuten-Mitglieder interniert wurden.

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Die am Montag von Leipzigs Sozialbürgermeister Thomas Fabian und dem Projektleiter Alexander Lange eröffnete Ausstellung ist jeweils von Montag bis Freitag zwischen 9 und 16 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Internet: www.schulmuseum-leipzig.de

mpu

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