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Lokales Leipziger Mit-Kuschel-Zentrale geht auf Tuchfühlung
Leipzig Lokales Leipziger Mit-Kuschel-Zentrale geht auf Tuchfühlung
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16:39 26.04.2016
Mitbegründer der Leipziger Mit-Kuschel-Zentrale: Sebastian Nichele. Quelle: Mitkuschelzentrale
Leipzig

Der Ablauf ist simpel und für Nicht-Kuschler im ersten Moment befremdlich: Über die Facebook-Gruppe der Mit-Kuschel-Zentrale entsteht der erste Kontakt, bei einem Treffen an einem öffentliche Ort schaut man, ob die Chemie auch im echten Leben stimmt. „Wenn sich das Kuschel-Paar sympathisch ist und ein gutes Gefühl hat, geht es den nächsten Schritt und trifft sich zum Kuscheln“, erklärt Mitbegründer Sebastian Nichele. „Das kann bei einem gemeinsamen Museumsbesuch sein, beim Tatort gucken, beim Picknick im Park oder beim Spazierengehen Arm in Arm – jeder wie er will. Aber eben mit Kuscheln.“ Ein Schelm, wer Böses dabei denkt: „Es geht nur ums Kuscheln. Für andere Dinge gibt es andere Plattformen“, betont der 36-jährige Leipziger. Natürlich sei es möglich, dass bei diesem Projekt Freundschaften entstehen, aber auch das sei nur ein Nebenprodukt der Mit-Kuschel-Zentrale. Auf die Idee kamen die beiden Brüder im Herbst des vergangenen Jahres in Leipzig, nachdem die Beziehung des Gründers Nichele in die Brüche gegangen war.

Deutschlandweites Netzwerk

Gekuschelt wird aber nicht nur in Leipzig. In der bundesweiten Facebook-Gruppe sind etwa 700 Mitglieder angemeldet. Über 1000 Facebook-Nutzer sind in der Gruppe organisiert, die den Westen des Landes abdecken, im Süden 181. Im Norden scheinen die Menschen etwas zurückhaltender, hier hat die Mit-Kuschel-Zentrale 21 Personen, die gerne mit Fremden kuscheln wollen. „Wie viele wir genau sind, wissen wir aber nicht. Es gibt keine Ortserfassung. Außerdem entstehen viele Kontakte auch außerhalb des Internets – etwa durch Mund zu Mund Propaganda“, so Nichele.

Der Begründer der Zentrale hat selbst schon sieben mal gekuschelt. Dreimal mit der selben Person. Tendenz steigend, so sagt er. „Wenn man einmal damit angefangen hat, gibt es dem Leben einen tieferen Sinn. Es ist schön zu wissen, dass man jemand anderem Geborgenheit gibt und gleichzeitig empfängt.“ Wenn Nichele sich vor Freunden oder Bekannten als Kuschler outet, seien die Reaktionen immer positiv. „Nachfragen, schmunzeln, Begeisterung. Allein der Name Mitkuschelzentrale ist niedlich und selbsterklärend“, sagt er.

Gut für Geist und Körper

Beim Kuscheln, egal ob mit einem Fremden oder mit einem Bekannten, spendet man aber nicht nur Nähe und Geborgenheit. Zwar würden sich immer mehr Menschen bei Datingplattformen anmelden, aber die Zahl der sich einsam Fühlenden in Großstädten oder anderen Regionen nehme trotzdem weiter zu. Ein weiterer Aspekt, so heißt es von der Mit-Kuschel-Zentrale sei, dass körperliche Nähe durch Kuscheln nicht nur schön, sondern auch gesund sei. Es sei erwiesen, dass dadurch Stoffe freigesetzt werden, die einen glücklicher machen. Stress wird abgebaut und Angespanntheit kann gemindert werden – so schafft das Kuscheln auch einen Beitrag zum geistigen Wohlbefinden.

Von Tatjana Kulpa

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