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Lokales Leipziger Musikviertel soll vier Fahrradstraßen bekommen
Leipzig Lokales Leipziger Musikviertel soll vier Fahrradstraßen bekommen
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14:25 05.02.2018
Radfahrer in der Beethovenstraße: Sie soll ebenso wie drei weitere Straßen im Leipziger Musikviertel in Fahrradstraßen umgewandelt werden, schlägt das Jugendparlament vor. Quelle: André Kempner
Leipzig

 Im Leipziger Musikviertel wird traditionell viel Fahrrad gefahren. Studentische Institutionen wie die Bibliothek Albertina, das Geisteswissenschaftliche Zentrum (GWZ) oder die Hochschulen für Grafik und Buchkunst (HGB) sowie für Musik und Theater (HMT) ballen sich hier auf engstem Raum. Mit dem Telemann-Gymnasium ist zudem im vergangenen Jahr eine neue große Schule hinzugekommen. Das Jugendparlament hat dem Stadtrat nun vorgeschlagen, den Verkehr im Viertel neu zu sortieren: Zwischen Clara-Zetkin-Park und Bundesverwaltungsgericht sollen vier Fahrradstraßen eingerichtet werden.

Konkret geht es um die Beethovenstraße, die Straße des 17. Juni, die Wächterstraße und die Wilhelm-Seyfferth-Straße. Autos sollen hier nicht verbannt, sondern nach besonderen Regeln weiter zugelassen werden, heißt es im Antrag des Jugendbeirats. „Durch Fahrradstraßen könnte bewusst Radfahrern der Vorrang gegeben werden und auch im Viertel eine bessere, sichere und ruhigere Verkehrssituation geschaffen werden“, so die Begründung.

Im Musikviertel komme es immer wieder zu gefährlichen Situationen für Radfahrer, kritisiert das Jugendparlament. Quelle: Kempner

Immer wieder brenzlige Situationen zwischen Autos und Radlern

Die Jugendparlamentarier verweisen auf den steigenden Anteil des Radverkehrs im Viertel. „Leipzig hat rund 45.000 Studierende und auch die Schülerzahlen sollen sich bis 2030 verdoppeln. Die Mehrheit dieser jungen Menschen bewältigt ihre täglichen Wege auf dem Fahrrad.“ Da die Studenten meist zu den Fakultäten und in Richtung Zentrum unterwegs seien, habe sich hier bereits „ein inoffizielles Fahrradverkehrswegesystem etabliert“, stellt das Jugendparlament fest.

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Das Leipziger Jugendparlament schlägt vor, die Beethovenstraße, die Straße des 17. Juni, die Wächterstraße und die Wilhelm-Seyfferth-Straße in Fahrradstraßen umzuwandeln.

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Für Radler werde es im Musikviertel jedoch immer wieder brenzlig. „Die Straßen sind trotz beidseitig parkendender Autos breit genug, dass zwei Autos aneinander vorbeifahren können. An das Überholen von Fahrradfahrern mit dem gesetzlichen Mindestabstand ist jedoch nicht zu denken. Da dies leider trotzdem gemacht wird, entstehen somit unglaublich gefährliche Situationen für Radfahrer, die regelmäßig zwischen die Fronten geraten.“

Was sich durch die Fahrradstraße ändern würde

In einer mit speziellen Schildern ausgewiesenen Fahrradstraße bestimmen Radfahrer das Tempo und dürfen auch nebeneinander fahren. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie Autos blockieren. Es gilt ein Höchsttempo von 30 Kilometern pro Stunde. Autos dürfen die Straßen mit einem entsprechenden Zusatzschild mitbenutzen, aber lediglich mit dem Verkehr „mitrollen“. Sie sollen langsam an Radler heranfahren und bei günstiger Gelegenheit überholen. „Autofahrer dürfen keinen Druck ausüben“, betont der Verkehrsjurist Matthias Köck vom Deutschen Anwaltverein (DAV).

Fahrradstraßen, wie hier der Obere Dittrichring, werden mit besonderen Schildern gekennzeichnet Quelle: Andre Kempner

In Leipzig gibt es bereits mehrere explizit ausgewiesene Fahrradstraßen, darunter die Große Fleischergasse, den Oberen Dittrichring und die Markgrafenstraße in der Innenstadt sowie Teile der Straße des 18. Oktober auf der Alten Messe. Neben der Verkehrsberuhigung sieht das Jugendparlament noch einen weiteren Vorteil in der Umwidmung: „Dies würde auch die Infrastruktur an Cafés, Restaurants und Bars fördern und gerade im Sommer mehr Leben auf die Straße bringen.“

Der Stadtrat hat das Thema auf seiner jüngsten Sitzung in der vergangenen Woche zunächst zur Beratung an den Fachausschuss für Stadtentwicklung und Bau weitergereicht. Eine Entscheidung, ob die Fahrradstraßen tatsächlich kommen, könnte in einigen Monaten fallen.

Von Robert Nößler

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