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Leipziger Nao-Team bereitet sich auf RoboCup vor

Kampf um die Weltmeisterschaft Leipziger Nao-Team bereitet sich auf RoboCup vor

Wenn am 30. Juni auf dem Leipziger Messegelände der RoboCup 2016 startet, ist auch das Nao-Team der HTWK wieder mit dabei. Die Mitglieder bereiten ihre Roboter derzeit mit Hochdruck auf die Weltmeisterschaft vor – und rechnen sich gute Chancen auf den Titel aus.

Florian Mewes und Hannes Hinerasky (v.l.) wollen gemeinsam mit dem Nao-Team der HTWK Leipzig beim RoboCup 2016 um den Titel mitspielen.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Megamind steht auf dem Spielfeld und schaut sich um. Schnell erfasst er die Situation, positioniert sich am Ball und setzt zum Dribbling an. Kurz vor der Strafraumgrenze stoppt er ab. Ein letzter Blick, ein Schuss – und Tor.

Megamind ist allerdings kein englischer Top-Stürmer mit zugegeben etwas ungewöhnlichem Namen, sondern einer von insgesamt sechs Robotern des Nao-Teams der Leipziger Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK). Gemeinsam mit seinen Teamkollegen wird er derzeit in den Räumlichkeiten der Hochschule auf seinen nächsten großen Auftritt vorbereitet: Den RoboCup 2016, der vom 30. Juni bis 4. Juli auf dem Leipziger Messegelände stattfindet.

Seine beiden Trainer an diesem Tag sind Florian Mewes und Hannes Hinerasky. Die beiden Mittzwanziger gehören gemeinsam mit ihren 16 anderen Mitstreitern vom Nao-Team mittlerweile zur Weltspitze des Roboter-Fußballs.

Anspruchsvolle Aufgabe

Angefangen hat alles im Jahr 2009. „Damals haben wir uns noch mit 3D-Simulationen von Fußball befasst“, erinnert sich Florian Mewes. „Irgendwann dachten wir: Warum probieren wir das eigentlich nicht mal in echt?“ Die Entscheidung für Fußball als Forschungs- und Entwicklungsfeld für autonome Roboter sei dabei ganz natürlich gewesen, ergänzt Teamkollege Hannes. „Denn im Gegensatz etwa zu Schach bietet Fußball viel mehr Möglichkeiten, aber auch Herausforderungen.“ Die kleinste Abweichung, etwa ein versprungener Ball, kann bereits zu völlig neuen Anforderungen an die mechanischen Spieler führen. „Unsere Roboter haben nicht nur einen eigenen Körper, sondern auch eine eigene Wahrnehmung“, erklärt der Informatik-Absolvent. „Beim Fußball bewegen sie sich zwar in einem geschlossenen Bereich, müssen aber auch mit Zufallsereignissen umgehen können.“

Ihr Sport sei über die Jahre immer komplexer geworden, betont Florian Mewes. „Am Anfang ging es nur darum, den Ball ins Tor zu befördern – und das konnte ganz schön lange dauern.“ Mittlerweile liege der Schwerpunkt verstärkt auf Teamstrategie und Spielverhalten der Roboter. „Sie positionieren sich, passen den Ball und versuchen, schnellstmöglich Tore zu erzielen.“ Für die Optimierung der Kicker falle einiges an Arbeitszeit an. „Allein für die korrekte Ballerkennung brauchte es knapp vier Monate, etwa zwei Jahren arbeiten wir bereits an neuen Laufbewegungen“, erklärt er.

Der Fluch des Gastgebers

Besonders Letzteres soll bis zum Start der WM noch verfeinert werden. Denn das Nao-Team peilt in diesem Jahr den Sieg an – und will zudem einen Turnierfluch brechen. „Bisher ist das Gastgeberteam jedes Mal schon in der Vorrunde ausgeschieden“, berichtet Florian. Die Chancen für einen Heimerfolg stünden gut. Vor allem die Vorjahressieger aus Australien hätten mit der Erkennung der neuen Spielbälle noch einige Probleme. „Da sind wir deutlich weiter.“ Und auch an der teilweise etwas rabiaten Spielweise ihrer Schützlinge wollen die Teammitglieder weiter feilen. „Wir begehen noch zu viele Fouls“, gibt Hannes zu. Ganz besonders gespannt sei die Mannschaft zudem auf ein mögliches Aufeinandertreffen mit dem Bremer Team B-Human. „Das ist quasi der ’El Classico’ des Roboterfußballs“, erklärt Hannes schmunzelnd.

Neben dem sportlichen Wettkampf sei es aber auch der Erfahrungsaustausch mit den Teams aus aller Welt, der den RoboCup so interessant mache, erklärt Florian. Denn letztlich sind alle Teilnehmer dem Fernziel verpflichtet: 2050 mit Robotern gegen den amtierenden menschlichen Weltmeister antreten – und gewinnen.

Von Bastian Fischer

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