Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Leipziger Narren freuen sich auf ihren Rosensonntagsumzug
Leipzig Lokales Leipziger Narren freuen sich auf ihren Rosensonntagsumzug
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:38 02.02.2016
Rosensonntagsumzug in Leipzig (Archivbild) Quelle: André Kempner
Anzeige
Leipzig

Leipzigs Jecken starten am Sonntag ihren 17. Großen Rosensonntagsumzug. Ab 14 Uhr werden 800 Karnevalisten und rund 50 000 Schaulustige in der Innenstadt erwartet. Die Krostitzer Brauerei will auf ihrem Umzugswagen 200 Liter Gerstensaft zapfen und an die Zuschauer kostenfrei verteilen.

„Wir werden uns wieder im Brühl aufstellen und die gleiche Strecke fahren wie im Vorjahr“, kündigte gestern Steffen Hoffmann, der Präsident des Förderkomitees Leipziger Karneval, an. Das Spektakel werde voraussichtlich bis 15.30 Uhr dauern; anschließend soll bis 19 Uhr auf dem Markt weiter gefeiert werden. Für den Umzug hatten sich bis gestern 33 Vereine angemeldet, die mit 28 Fahrzeugen unterwegs sein wollen. „Wer möchte, kann sich sogar noch bis Sonntag anmelden“, betonte der Präsident. „Ein Kostüm sollte aber mindestens getragen werden.“

Überschrieben ist der Umzug in diesem Jahr mit dem unpolitischen Motto „Wir Narren feiern ohne Not, seit 500 Jahren mit Reinheitsgebot!“ Bier sei nicht nur Alkohol, sondern in erster Linie Genuss, begründen die Narren ihre Wahl. Die Krostitzer Brauerei findet das so gut, dass sie Hauptsponsor für das Spektakel wurde. „Wir haben allen Grund zum Feiern“, kommentierte Brauerei-Sprecherin Ines Zekert die Entscheidung ihres Unternehmens. „Unser Bierproduktion hat sich seit 2008 mehr als verdoppelt.“

Krostitzer durfte in diesem Jahr auch die Darstellerin der traditionellen Leipziger Karnevalslöwin Leila stellen. Die Rolle wird anno 2016 von der Tochter einer Krostitzer-Mitarbeiterin gespielt. Sie heißt Julia Liebner, ist 23 Jahre jung, lebt in Delitzsch und arbeitet als Zahnarzthelferin in Rackwitz.

"Goldene Rose" geht an die LVB

Leipzigs Karnevalisten haben bereits entschieden, dass ihre „Goldene Rose“ in diesem Jahr an die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) geht. Die Mitarbeiter des Unternehmens würden trotz der oft widrigen Bedingungen die Messestädter gut von A nach B befördern, heißt es. Gleichzeitig haben die hiesigen Faschingsfans die Hoffnung, dass das Unternehmen am Sonntag besonders gut drauf ist: Es soll möglichst viele Schaulustige nach Hause bringen, die an der Umzugsstrecke und auf dem Markt frisch gezapftes Bier trinken.

Besonders enge Kontakte haben die Jecken in diesem Jahr zur Leipziger Polizei und zum städtischen Ordnungsamt aufgebaut. „Die Polizei hat uns versichert, dass sie uns sofort informiert, wenn eine Gefährdung eintreten sollte“, betonte Förderkomitee-Präsident Hoffmann. „Sie hat uns auch versprochen, dass sie mit mehr Leuten dabei sein wird als wir erkennen können.“ Bislang gebe es keine Hinweise darauf, dass es am Sonntag bei der ersten Leipziger Massenveranstaltung in diesem Jahr einen Zwischenfall geben könnte. „Ich habe ein sehr sicheres Gefühl“, so Hoffmann.

Das Förderkomitee Leipziger Karnevals hat auch den Kontakt zu den Betreibern der Flüchtlingsunterkunft am Brühl gesucht, in der 500 Menschen untergebracht sind. „Wir haben die Bewohner darüber informiert, was geschehen wird, und dass dies nicht falsch verstanden werden sollte“, berichtete der Präsident. „Wir wurden ausdrücklich darin bestärkt, unsere Tradition nicht zu verändern und auch Bier auszuschenken.“

Funkenmariechen halten an Kleiderordnung fest

Die Karnevalisten haben deshalb auch entschieden, dass ihre Funkenmariechen an ihrer Kleiderordnung festhalten. „Die Mädchen werden sich weiter in ihren kurzen Röckchen zeigen“, betonte Hoffmann. Die Röcke seien seit Jahren „von der Moralpolizei genehmigt und für unsere Gäste nicht anstößig“. Die Lage in Leipzig sei ohnehin nicht mit der Silvester in Köln vergleichbar. „Unser Umzug findet nicht in der Nacht, sondern am helllichten Tag statt.“

Trotzdem hat der Förderverein die Zahl seiner Ordner deutlich erhöht – und die Karnevalsvereine sollen noch zusätzlich mit eigenen Kräften Zwischenfälle verhindern. „Es läuft ohnehin neben jedem rollenden Rad ein Sicherheitsposten, damit niemand unter einen Umzugswagen gerät“, so Hoffmann. „Jetzt werden diese Posten auch darüber hinaus Obacht geben.“

Die Betreiber des Flüchtlingsheimes am Brühl werden am Rosensonntag noch zwei Experten bereithalten, „die alle Sprachen sprechen und eine Deeskalationsausbildung haben“.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das Sportbad an der Elster und das Schreberbad sind erneut die beliebtesten Bäder. Das geht aus der Statistik für 2015 hervor, die die Sportbäder Leipzig GmbH vorlegte. Dabei vermeldet das Unternehmen erneut einen Besucherrekord.

02.02.2016

Gegen die Zustände im Zeltlager für Asylbewerber am Deutschen Platz in Leipzig haben am Dienstagabend rund 120 Flüchtlinge und Unterstützer protestiert. Sie zogen mit Transparenten vor das Neue Rathaus.

02.02.2016

Die Platzüberlassungsverträge für Zirkusbetriebe in Leipzig sollen künftig strengere Regeln enthalten. Mit diesem Gegenvorschlag reagiert die Stadtverwaltung jetzt auf eine Einwohner-Petition, die auf ein generelles Verbot von Darbietungen mit Wildtieren abzielt.

02.02.2016
Anzeige