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Lokales Leipziger Nikolai-Eck öffnete vor 15 Jahren
Leipzig Lokales Leipziger Nikolai-Eck öffnete vor 15 Jahren
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00:33 27.11.2015
Gruppenfoto vor der Wirkungsstätte: Das Team vom Nikolai-Eck (soweit gestern vorrätig) mit Tobias Schmidt (Mitte), der mit Blümchen und Torte gratulierte. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Tobias Schmidt, Hauptgeschäftsführer der Berufsbildungswerk Leipzig Gruppe (BBW), bringt für gewöhnlich nicht Schokotorten in Geschäfte. Gestern musste es sein. Am Vormittag überraschte er das kleine Team vom „Nikolai-Eck“ im Nikolaikirchhof 4 mit solch’ Backwerk. Denn Dienstag vor 15 Jahren hatte jener Laden eröffnet, der sich heute in BBW-Trägerschaft befindet, von Menschen mit und ohne Behinderung geführt wird und in dem jetzt 16 Werkstätten für Behinderte bundesweit ihre Produkte anbieten. „Danke, dass Sie den Laden hier so toll ,schmeißen’ und dafür sorgen, dass er ein gutes Aushängeschild in Leipzig dafür ist, was Menschen mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen leisten“, so Schmidt.

Holzspielzeug, handgegossene Kerzen, Keramik, Geschenkartikel für Groß und Klein, christliche Bücher, CDs und vieles mehr zählen zum Sortiment. „Ich komme sehr gern hierher“, versichert Stammkundin Annekatrin Narmann. „Jetzt gerade suche ich etwas für einen Täufling und schon ein paar Weihnachtsgeschenke. Hier findet man immer etwas Besonderes, was andere Geschäfte nicht haben, was Menschen selbst machen, wo viel Liebe drin steckt.“

„Den Laden schmeißen“ beziehungsweise hier in Lohn und Brot stehen mit Chefin Claudia Kranz vier Festangestellte sowie vier Mitarbeiter aus der Werkstatt Diakonie am Thonberg. Aktuell geht auch Praktikant Mustafa Pilan (21) beim Auspreisen der Ware zur Hand. Er ist hörbehindert, wird im BBW zur Bürokraft ausgebildet. „Die Aufgabe ist nicht trocken. Wir haben auch Spaß!“, lächelt er. Die beiden Rolli-Frauen Mandy Straußberger (31) und Claudia Hildebrandt (28) – „wir sind für den Schreibkram verantwortlich“ – lieben ihren Arbeitsplatz auch. „Etwas Durchhaltevermögen und Ehrgeiz ist schon nötig“, betont Mandy, die seit fast zehn Jahren dabei und fürs Rechnungswesen zuständig ist. Claudia bringt es auf neun Jahre im Nikolai-Eck, ihr obliegt die Preiskalkulation. Sie kommt täglich aus Delitzsch, steht stets schon kurz nach 4.30 Uhr auf. Was ihr nichts ausmache. „Ich liebe hier das selbstständige Arbeiten, Verantwortung zu haben, den Umgang mit Kunden“, strahlt sie. Ebenfalls ein Laden-Urgestein plus Liebling der Kunden, wenngleich er ihnen das Geld abknöpft: Martin Appelt (33). Mit heiterer Gelassenheit, Leidenschaft und Kompetenz steht er an der Kasse und holt gelegentlich selbst Leute von der Palme, die mal nicht einen so guten Tag haben. „Ich will hier nicht weg“, erklärt Martin, der sich seinerzeit nicht durch eine gescheiterte Erstbewerbung für den Job hatte abschrecken lassen, bis er vor 13 Jahren mit der zweiten dann im Boot war.

Der „15.“ wird die ganze Woche im Nikolai-Eck gewürdigt; die Kundschaft darf sich über etwas Rabatt auf alle Werkstatt-Waren freuen. Geöffnet ist Mo.-Fr. 10 - 19, Samstag 10 - 18 Uhr.

Von Angelika Raulien

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