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Lokales Leipziger Notenspur forciert Arbeit an europäischem Kulturprojekt
Leipzig Lokales Leipziger Notenspur forciert Arbeit an europäischem Kulturprojekt
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07:00 18.03.2016
Leipzig hat in seiner Historie viele große Komponisten. Ihre Musik lebt auch in der Bürgerschaft. Viel Anteil hat daran auch der Förderverein Notenspur. Quelle: privat
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Leipzig

Der Förderverein Notenspur hat ein schwieriges Jahr gemeistert. Ab April kann die Geschäftsstelle in der Ritterstraße 12 wieder öffnen. Das Team wird sich mit voller Kraft um die Entwicklung des europäischen Kulturprojektes „Notenspuren – Von Leipzig nach Europa“ kümmern, das ein zentraler Bestandteil der Bewerbung Leipzigs um das Europäische Kulturerbe-Siegel ist.

Im Vorjahr hatte die Stadt die institutionelle Förderung für die Geschäftsstelle –den Nabel des Leipziger Vorzeigeprojekts – gekappt (die LVZ berichtete). „Deshalb waren wir gezwungen, den beiden teilzeitbeschäftigten Mitarbeitern zu kündigen und unsere Arbeit ehrenamtlich zu schultern“, erklärt Werner Schneider, der Chef des Notenspur-Fördervereins. Abgesagt wurden Führungen für Kinder und Jugendliche zu Orten jüdischer Musikkultur. Für eine Neuauflage des Flyers, der bei Tourist-Information viele Interessenten findet, und andere Projekte war ebenfalls kein Geld da. Den Schwerpunkt der Arbeit legte der Förderverein auf die Notenspur-Nacht der Hausmusik, die im November 2015 erfolgreich über viele Wohnzimmerbühnen ging. Was liegen bleiben musste, waren Arbeiten für ein Projekt, mit dem Leipzig nach außen hin punkten will. Wie berichtet, bewirbt Leipzig sich mit Musikerbe-Stätten (Leipzig’s Musical Heritage Sites) für das Europäische Kulturerbe-Siegel. Musikwissenschaftler der Universität Leipzig haben die Stadt bei der Bewerbung unterstützt. Um national auf die Vorschlagsliste zu kommen, muss aber nachgewiesen werden, wie lebendig und generationsübergreifend die Musiktraditionen bei den Bürgern verankert sind. Da ist Part des Notenspur-Fördervereins, dessen Geschäftsstelle 2016 wieder mit 30 000 Euro gefördert wird. Das ist zwar weniger als in den Vorjahren. Schneider: „Das macht uns wieder arbeitsfähig und wir haben das Signal erhalten, dass unsere Vereinsarbeit anhaltend wichtig für das Kulturleben unserer Stadt ist.“ Was zumindest die vielen Ehrenamtler nie bezweifelt haben.

Gearbeitet wird nun an einem europäischen Kulturprojekt „kreatives Europa“ mit Brno, Plovdiv und Kaunas. Die verbindende Klammer sind Komponisten, die in Leipzig studiert haben, danach in ihre Länder zurückgegangen sind und dort wichtige musikalische und kulturpolitische Entwicklungen angestoßen haben. Die Rede ist von Janáček (Tschechien), Radoslavov (Bulgarien) sowie Čiurlionis (Litauen). Ob dies es in der kurzen verbleibenden Zeit bis zur Antragstellung im Oktober noch zu schaffen sei, weiß der Fördervereinschef allerdings nicht. “Aber wir tun alles, um die Folgen das verlorenen Jahres zu mildern, unsere Stadt voranzubringen und unsere langjährige Idee umzusetzen.“

Der Förderverein will ebenfalls etwas für Flüchtlinge tun, hat daher Menschen aus dem Erstaufnahmelager mit hoher Bleibeperspektive eingeladen, Leipzigs berühmte Komponisten bei einem Stadtrundgang auf Arabisch kennenzulernen. „Musik spricht alle Sprachen und verbindet. Es wird auch musiziert“, so Schneider. Weitere Projekte in diesem Jahr sind die Erarbeitung eines Entdeckerpasses jüdischer Musikkultur, ein Kinderfest am Spielplatz Notenrad-Kletterorchester im Volkshain Stünz sowie eine Notenradtour auf der Spur des früheren Universitätsmusikdirektors Max Reger. Höhepunkt des Jahres wird die Neuauflage der Notenspur-Nacht der Hausmusik am 19. November 2016.

Von Mathias Orbeck

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