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Lokales Leipziger Notenspur will mit Hausmusik Weltrekord knacken
Leipzig Lokales Leipziger Notenspur will mit Hausmusik Weltrekord knacken
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00:36 16.10.2015
Ein Markenzeichen für Leipzig – die Notenspur  Quelle: André Kempner
Leipzig

 Ankara hält mit 41 Auftritten den Weltrekord für die „meisten gleichzeitig stattfindenden Konzerte an verschiedenen Orten in einer Stadt“. Dieser wurde 2011 zur Eröffnung eines Einkaufscenters in der türkischen Hauptstadt aufgestellt. „Was andere mit einem Millionen-Projekt aufgestellt haben, knacken wir mit dem Engagement der Leipziger“, gibt sich Bürgermeister Torsten Bonew (CDU) zuversichtlich, der zugleich „Leipzig 2015“-Beauftragter der Stadt ist. Die Rede ist von der „Notenspur-Nacht der Hausmusik“, die für den 21. November als Beitrag zu „1000 Jahre Leipzig“ geplant ist. Nach derzeitigen Stand erklingen auf Initiative des Fördervereins Notenspur an jenem Abend 49 Hausmusikkonzerte überall in der Messestadt – darunter in privaten Wohnungen, Ateliers, Kanzleien, Treppenaufgängen, sogar in einer Garage.

 In besagter Garage wird Bernd Angerhöfer beispielsweise eine Kostprobe auf seiner Ophikleide bieten. Das ist ein zu Lebzeiten Wagners und Mendelssohns gebräuchliches Blechblasinstrument, ein Vorläufer der Tuba. Die Bandbreite an Musik, die an jenem Abend erklingt, ist groß. Klassik, aber auch Jazz, Weltmusik oder meditative Klänge werden zu hören sein. „Derzeit suchen wir noch drei Gastgeber für Musiker“, erläutert Notenspur-Chef Werner Schneider. Wer sowohl Musiker und eine Wohnung bieten kann, sollte sich ebenfalls bis Ende des Monats noch melden. Denn es kann ja nicht schaden, wenn sich mehr als 50 beim Rekordversuch beteiligen. „Natürlich haben wir die Hausmusik-Nacht nicht wegen des Rekordversuchs organisiert. Wenn der als Sahnehäubchen draufkommt, haben wir als Genießer aber nichts dagegen“, betont Schneider.

Den ordnungsgemäßen Ablauf überwacht Rolf Allerdissen, Rekordrichter am Rekordinstitut für Deutschland (RID). Das ist die Anlaufstelle im deutschsprachigen Raum. „Wir prüfen Höchstleistungen aller Art und erkennen Weltrekorde an, die auch online präsentiert werden“, sagt Allerdissen, der zwar Leipziger, aber selbstverständlich unparteiisch ist. Der Rekord wird ans Guinness-Buch weitergereicht. Um ihn nachzuweisen, wird in jedem Hausmusikort ein Formular erstellt, das Ort, Zeit, Namen der Gastgeber und der Musiker, Programm und die Anzahl der Besucher festhält. Hinzu kommen ein digitales „Beweisfoto“ von der Veranstaltung sowie die Angaben zweier unabhängiger Zeugen. Allerdissen wird selbstverständlich unangekündigt zu Stichproben auftauchen. „Die Nacht der Hausmusik ist so außergewöhnlich, dass sie vielleicht sogar eine eigene Kategorie wird“, glaubt Allerdissen. So richtig vergleichbar mit den Konzerten in Ankara sei sie ja eigentlich nicht.

Bei Projektleiterin Elke Leinhoß vom Notenspur-Förderverein laufen derweil alle Fäden zusammen – seit Anfang Oktober vermittelt sie Gastgeber und Musiker: „Das ist aufwendig. Wir wollen schließlich, dass sowohl Gastgeber als auch Musiker zufrieden sind und alles passt.“ 150 Besucher bekundeten seit Freischaltung des Meldeformulars ihr Interesse. Die Registrierung erfolgt ausschließlich online über die Webseite www.notenspur-leipzig.de/hausmusik. Wer kein Internet hat, sollte „vernetzte Freunde“ bitten. Sortiert nach Stadtteilen sind auf der Website Informationen zu den dargebotenen Musikstilen sowie die Anzahl der noch verfügbaren Plätze aufgelistet. Die genaue Adresse wird den Besuchern nach erfolgreicher Anmeldung per E-Mail mitgeteilt. „Die Notenspur-Nacht der Hausmusik zeigt einmal mehr, was die Bürger unserer Stadt leisten können, wenn sie sich gemeinsam stark machen“, lobt Bürgermeister Bonew. Und lässt keinen Zweifel daran, dass der Weltrekord geknackt wird.

 

Von Mathias Orbeck

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