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Lokales Leipziger OBM bringt zweiten City-Tunnel beim Freistaat ins Gespräch
Leipzig Lokales Leipziger OBM bringt zweiten City-Tunnel beim Freistaat ins Gespräch
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17:02 11.01.2018
Bekommt Leipzig einen zweiten S-Bahn-Tunnel? Blick in die Station „Markt“. Quelle: Christian Modla
Leipzig

Die Frage ist simpel, die Antwort erhitzt die Gemüter: Wie kommt man am besten von A nach B in Leipzig? Ob Rad, Bus und Bahn oder das Auto Vorfahrt haben sollte, befeuert seit Monaten die Mobilitätsdebatte in der Stadt. Jetzt macht Leipzigs Oberbürgermeister einen zweiten S-Bahn-Tunnel zur Chefsache im Gespräch mit Sachsens neuem Ministerpräsidenten.

Wie Stadtsprecher Matthias Hasberg am Donnerstag bestätigt, gibt es in der kommenden Woche in Leipzig ein informelles Treffen zwischen Burkhard Jung (SPD) und Michael Kretschmer (CDU). Die Schwerpunkte innere Sicherheit und Kultur sollen ebenfalls auf der Agenda stehen.

Vor knapp einem Jahr brachte Jung die Idee einer zweiten Tunnelröhre von Ost nach West in die Diskussion. Im Herbst 2017 ging der Auftrag ans Baudezernat, das Mammut-Projekt zu prüfen – als Perspektive für die nächsten 20 Jahre. Ist es grundsätzlich machbar? Und ist es sinnvoll aufgrund zukünftiger Verkehrsprognosen? Diese Frage stehen laut Sprecher im Zentrum des Prüfauftrags. Die Ergebnisse liegen noch nicht vor: Mit Kita- und Schulbauprogrammen gebe es erst einmal andere Prioritäten, betont Hasberg.

Leipzig braucht Geldgeber

„Wenn ein zweiter Tunnel kommt, ist es ein Generationenprojekt“, so die Stadt am Donnerstag. So etwas könne die Kommune planerisch und finanziell nicht allein stemmen. Ein Großteil der Kosten müsse von Land, Bund und Europäischer Union getragen werden. Deshalb müsse Leipzig wissen, wie der Ministerpräsident grundsätzlich zu der Idee stehe.

Für diese Trassen spricht sich City-Tunnel-Erbauer und Bauingenieur Frank Eritt aus. Quelle: Patrick Moye

Leipzigs City-Tunnel hat am Ende rund 960 Millionen Euro gekostet, rund 500 Millionen steuerte der Freistaat bei, Bund, Land und die Deutsche Bahn gehörten ebenfalls zu den Geldgebern. Leipzig brachte rund 7,2 Millionen Euro das Projekt auf. 1,4 Kilometer sind jetzt die Tunnelröhren unter der Stadt lang. Sollte eine neue Trasse künftig unterirdisch von Plagwitz nach Neu-Schönefeld führen, dürften die Baukosten schon wegen der Länge des Wegs deutlich höher liegen.

City-Tunnel-Erbauer und Experte Frank Eritt brachte schon früh eine Ost-West-Trasse in die Leipziger Diskussion ein. Der Bedarf in Leipzig und im Umland ist da. Das Fahrgastaufkommen der Verkehrsbetriebe steigt weiter, lag im Jahr 2016 bereits bei rund 148 Millionen Menschen. Ein neuer S-Bahn-Tunnel sei ein Aspekt in der Mobilitätsdiskussion der kommenden Jahre, so Hasberg. „Es macht keinen Sinn, so ein Projekt wegzuschieben, weil es teuer ist.“ Der City-Tunnel zeige, dass das Konzept funktioniert.

Von Evelyn ter Vehn

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