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Lokales Leipziger OBM fordert Ende des Kita-Streiks – Gebührenerhöhung abwenden
Leipzig Lokales Leipziger OBM fordert Ende des Kita-Streiks – Gebührenerhöhung abwenden
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22:00 01.06.2015
Fünf vor zwölf im Kita-Streik: Die Eltern hoffen auf eine Lösung des Tarifstreits am Verhandlungstisch. Quelle: dpa
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Leipzig

Der Kita-Streik geht in die vierte Woche. Die Stadt Leipzig appellierte am Montag an alle Tarifpartner, den Konflikt am Verhandlungstisch zu lösen. Gleichzeitig stellte die Kommune klar: Die Forderung der Gewerkschaften würde Leipzig mit rund zehn Millionen Euro pro Jahr belasten. Eine Erhöhung der Kita-Gebühren wäre eine mögliche Folge.

Die Kommunen könnten den Mehraufwand derzeit „finanziell nicht leisten, ohne Abstriche in anderen Bereichen zu machen und die Gebühren für Eltern spürbar erhöhen zu müssen“, so Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) in einem Brief, der in diesen Tagen an die Eltern versendet werden soll.

Elternbrief im Wortlaut

Die Debatte über den Wert von Bildung halte er für notwendig. „Ich habe großen Respekt vor der Arbeit der Erzieherinnen und Erzieher. Wir überlassen ihnen das Wertvollste, was wir haben: unsere Kinder.“ Bei der geforderten, neuen Eingruppierung für Erzieher stünden unterm Strich Einkommenszuwächse von 15 bis 20 Prozent. Sollten höhere Gehälter in dieser Größenordnung das Ergebnis der Verhandlungen sein, müssten Bund, Länder und Gemeinden den Mehraufwand gemeinsam finanzieren, so der OBM.

Hotline für Eltern

Für Eltern in Leipzig, die vom Streik betroffen sind, ist laut Verdi ab sofort jeden Tag von 12.00 bis 16 Uhr eine Info-Hotline geschaltet. Unter den Nummern (0151) 205 867 83, (0151) 205 255 63 und (0151) 205 634 46 seien die Streikenden erreichbar und beantworteten Fragen.

Jung forderte auch, dass die Erzieher gleich zu Beginn neuer Gespräche den Streik beenden müssten. Dann stünden die Chancen für eine Konfliktlösung deutlich besser.

Für die Kommunen führt der Verband Kommunaler Arbeitgeber (VKA) zentral die Gespräche mit den Gewerkschaften Verdi, GEW und Beamtenbund. Die VKA fordert ebenfalls, den Streik nun auszusetzen. Das Verständnis der Eltern sei „vollkommen zu Recht restlos aufgebraucht“, so VKA-Präsdident Thomas Böhle am Montag in einer Mitteilung. Seit Streikbeginn am 8. Mai soll es erstmals am Montag wieder Verhandlungen in Berlin geben.

Weniger Kitas geschlossen – Irritationen in Leipzig-Leutzsch

In Leipzig blieben am Montag statt bisher sieben noch vier kommunale Kitas dicht. Dienstag sollen es nach Informationen der Stadt noch drei Einrichtungen sein. Irritationen gab es am Montag um die Einrichtung „An der Lehde 14“ in Leipzig-Leutzsch. Das Haus gehört zu den seit Wochen komplett geschlossenen Einrichtungen. Beate Nobis vom Elternrat der Kita berichtete gegenüber LVZ.de, dass Erzieher dort offenbar bereit seien, angesichts der bevorstehenden Verhandlungen wieder arbeiten zu gehen.

„Drei Erzieherinnen und die Leitung würden den Streik beenden“, erklärte Pressereferentin Martina Menge-Buhk auf Anfrage von LVZ.de. Vier Erzieherinnen seien weiterhin im Ausstand. Das reiche derzeit nicht für eine Öffnung, so die Auskunft. Stattdessen würde von den Bereitwilligen nun die Notfallbetreuung in der Schwestereinrichtung „An der Lehde 12“ unterstützt.

„Das hilft uns nicht weiter“, so Elternvertreterin Beate Nobis. Notbetreuungsplätze werden von der Stadt nur nach strengen Kriterien vergeben. „Wir vermissen Zahlen, wie viele Betreuungs-Notfälle derzeit wirklich vorliegen, und ob die Kapazitäten ausgereizt sind“, so Nobis. Sie bedauerte außerdem, dass zum Beispiel für die Vorschulkinder seit Wochen die Vorbereitung auf den Unterricht ausfalle. Das laufe dem sächsischen Bildungskonzept zuwider. Jetzt lenken auch die Leutzscher Eltern ihre Aufmerksamkeit nach Berlin. Nobis: „Das ist unsere große Hoffnung: Dass es endlich eine Lösung auf anderer Ebene gibt.“

Evelyn ter Vehn

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