Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Leipziger Porsche-Werk macht beim intelligenten Recycling mit
Leipzig Lokales Leipziger Porsche-Werk macht beim intelligenten Recycling mit
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:20 23.06.2017
Weihen zusammen eine der beiden Binee-Boxen im Porsche-Werk ein: Joachim Lamla von Porsche, OBM Burkhard Jung und Binee-Gründer Martin Jähnert (von links) Quelle: Foto: Dirk Knofe
Anzeige
Leipzig

Was haben ein roter Reiseföhn, ein Ventilator und ein Controller für eine Spielkonsole gemeinsam? Alle drei Objekte sind am Dienstag in einer der beiden neuen Recycling-Boxen am Leipziger Porsche-Werk gelandet. Als offizieller Startschuss für ein dreimonatiges Pilotprojekt auf dem Gelände des Sportwagenherstellers. Dafür kooperiert dieser mit dem hiesigen Start-up Binee, das die gleichnamigen Boxen entwickelt hat. Diese belohnen die ordnungsgemäße Entsorgung ausrangierter Elektrogeräte und garantieren dank transparentem Prozess, dass sich die Recyclingkette genau verfolgen lässt.

„Wir haben uns mit dem Projekt drei Ziele gesetzt“, erläuterte Joachim Lamla, der kaufmännische Geschäftsführer der Porsche Leipzig GmbH, bei der Einweihung der Tonnen. So sollen Umweltschutz und Nachhaltigkeit im Werk gestärkt sowie die aufstrebende Start-up-Szene der Messestadt unterstützt werden. „Außerdem sehen wir in dem neuen Angebot einen Service für unsere Mitarbeiter“, sagte Lamla. Die könnten nun zum Beispiel ihre Smartphones und andere Elektrogeräte intelligent entsorgen.

„Wir wollen die urbane Mine nutzbar machen“

Am Standort zählt Porsche aktuell 4.100 Beschäftigte, wie Elisabeth Bork, zuständig für die Unternehmenskommunikation, mitteilte. Durch Zulieferer, Reinigungspersonal und weitere Arbeitskräfte summiere sich die Zahl der auf dem Werkgelände Tätigen auf rund 7.000 Menschen. „Alle können die Recyclingmöglichkeit nutzen“, so Bork. „Wir proklamieren das sehr stark.“ Auch deshalb stehen die beiden blauen Boxen gut einsehbar direkt bei den Werkstoren.

Übersetzt werden kann das aus dem Englischen stammende Wort „Bin“ mit Behälter, „Binee“ demnach mit „Behälterchen“. Alle Produkte, durch die einmal Strom floss und die eine Kantenlänge von maximal 25 Zentimeter nicht überschreiten, finden darin Platz. Egal ob kaputt oder nicht mehr auf der Höhe der Zeit. „Wir wollen die urbane Mine nutzbar machen“, betonte Binee-Geschäftsführer Martin Jähnert das Anliegen seiner jungen Firma, „und unnötigen Rohstoffabbau vermeiden.“

Rabatt-Gutschein für den Einkauf als Gegenleistung

Ihm zufolge landen in den Recycling-Tonnen vor allem Mobiltelefone, Ladegeräte und Kabel. „Unseren Hauptanteil machen Geräte bis 300 Gramm aus.“ Die Fehlwurfrate betrage nur fünf Prozent. Das heißt 95 Prozent des Weggeworfenen gehöre auch in die Behälter. Honoriert wird die umweltbewusste Tat mit einem Rabatt-Gutschein für den Einkauf, etwa bei Medimax, Tapir und Little John Bikes.

Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD), der dem Projektbeginn ebenfalls beiwohnte, lobte die Zusammenarbeit als „ein Paradebeispiel für eine gelungene Symbiose aus Wirtschafts- und Innovationskraft“ in Leipzig. Junge Unternehmer würden „wie ein Turbo“ für den derzeitigen Aufschwung der Stadt wirken. „Allein in diesem Jahr befinden sich über 100 Start-ups in der Gründung“, so der Rathauschef.

Zoo, Paunsdorf-Center und Höfe am Brühl machen auch mit

Binee wurde 2015 von Martin Jähnert, Marilu Vente und Florian Eidner gegründet. Ein Jahr später nahm die Firma am Spinlab teil, dem Gründerlabor der Handelshochschule Leipzig. Neben dem Porsche-Werk stehen ihre blauen Sammelboxen unter anderem im Zoo, Paunsdorf-Center und in den Höfen am Brühl.

Von Matthias Klöppel

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Stadt und das Gesundheitsamt Leipzig raten dringend vom Baden im Naturbad Nordost ab. Im vom Volksmund lediglich „Bagger“ genannten Gewässer in Leipzig Thekla sei ein weiterer Anstieg von Blaualgen nachgewiesen worden.

20.06.2017

Vier seltene Przewalski-Pferde sind mit einem tschechischen Militärflugzeug zur Auswilderung in die Mongolei geflogen worden. Zwei von ihnen waren in deutschen Tierparks zur Welt gekommen: Naya vor vier Jahren in München, Romy vor acht Jahren in Leipzig.

21.06.2017

Die zehnte Ausgabe des Leipziger Firmenlaufs ist rekordverdächtig: Rund 16.000 Läufer gehen am Mittwoch am Cottaweg an den Start. Wegen des Großevents gibt es rund um das Kleinmesse-Gelände zahlreiche Sperrungen.

20.06.2017
Anzeige