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Lokales Leipziger Protest-Autokorso für inhaftierten Journalisten Deniz Yücel
Leipzig Lokales Leipziger Protest-Autokorso für inhaftierten Journalisten Deniz Yücel
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20:30 28.02.2017
Rund 50 Fahrzeuge nahmen am Dienstagabend am Autokorso für Deniz Yücel durch Leipzig teil. Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Etwa 55 Auto- und 40 Radfahrer haben sich am Dienstagabend an einem Protestkorso durch Leipzig gegen die Inhaftierung des Journalisten Deniz Yücel in der Türkei beteiligt. „Das sind deutlich mehr, als wir erwartet haben“, erklärte eine Sprecherin der Organisatoren gegenüber LVZ.de. Die Fahrzeuge starteten am späten Nachmittag am Connewitzer Kreuz und fuhren dann hupend über die Karl-Liebknecht-Straße, am Neuen Rathaus vorbei über den Ring, die Große Fleischergasse und den Brühl zur Eisenbahnstraße. Von dort ging es über die Hermann-Liebmann-Straße weiter, vorbei an der DITIB-Gemeinde, deren deutscher Bundesverband jüngst in Verdacht geraten war, türkische Landsleute für die türkische Regierung auszuspionieren. Weiter führte der Zug über Dresdner Straße, Augustusplatz und Karli zurück zum Ausgangspunkt, wo der Korso um 19.30 Uhr ankam. Neben Leipzig gab es am Dienstag auch in Berlin, Hamburg, München, Köln, Bremen, Hannover, Frankfurt, Bielefeld, Wien und Graz ähnliche Autokorsi für die Freilassung des „Welt“-Korrespondenten.

Mit einem fahrenden Hupkonzert haben rund 50 Autofahrer am Dienstagabend ihre Solidarität für den in der Türkei inhaftierten deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel demonstriert.

„Die Idee für den Autokorso stammt aus seiner Heimatstadt Berlin, wo es ja am Sonntag schon spontan einen für Deniz gegeben hat. Über persönliche Kontakte hat sich das dann verbreitet. Eigentlich hatten wir nun gehofft, nun einen Jubelkorso für Deniz' Freilassung machen zu können. Aber der Richter hat ihn in Untersuchungshaft geschickt – mit völlig ungewissem Ausgang“, so Initiatorin Katharina. Insofern sei die ungewöhnliche Protestaktion nun als bundesweite Solidaritätsbekundung zu verstehen: „Allerdings nicht nur für Deniz, sondern für alle 150 inhaftierten Journalisten“, so Katharina weiter.

Der in Istanbul für die Tageszeitung „Die Welt“ arbeitende Yücel war nach kritischen Berichten über den türkischen Energieminister Berat Albayrak von der türkischen Polizei vorgeladen worden. Am 14. Februar hatte er sich der Befragung gestellt und war anschließend in Polizeigewahrsam genommen worden. Nach 13 Tagen in Haft wurde Yücel am Montag einem Richter vorgeführt, der eine Untersuchungshaft anordnete. Nach Angaben seines Arbeitgebers werfen ihm die Behörden die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, Datenmissbrauch und Terrorpropaganda vor. Neben dem "Welt"-Korrespondenten sind auch zahlreiche andere Medienvertreter, Oppositionelle und Tausende Privatpersonen in türkischer Haft.

Die Organisatoren hatten ursprünglich damit gerechnet, das Yücel am Dienstag frei kommt. Nun wollen sie auch in Zukunft dafür sorgen, dass das Schicksal ihres Freundes in Deutschland in den Medien präsent bleibt. Wöchentliche Protestkorsos soll es aber nicht geben. "Wir bleiben mit den anerden lokalen Initiativen in Kontakt und schauen, wie es weitergeht. Es gibt hoffentlich einen Weg heraus aus der U-Haft für Deniz", sagte die Sprecherin.

mpu/chg

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