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Lokales Leipziger Rathaus will Masterplan für Grünflächen erstellen
Leipzig Lokales Leipziger Rathaus will Masterplan für Grünflächen erstellen
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19:34 28.05.2018
Im Stadtgebiet verschwinden Grünflächen: An der Leopoldstraße in Connewitz mussten Bäume weichen, weil das Areal wieder mit Mehrgeschossern bebaut wird. Quelle: Foto: André Kempner
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Leipzig

 Die Stadtverwaltung will einen „Masterplan Grün Leipzig 2030“ erarbeiten. Der Plan soll helfen, trotz des rasanten Bevölkerungswachstums ausreichend Grünflächen im Stadtgebiet zu erhalten beziehungsweise die Aufenthaltsqualität der vorhandenen Grünflächen zu steigern. „Damit Leipzig auch künftig eine Wohlfühlstadt bleibt, ist der Erhalt möglichst vieler Grünflächen unverzichtbar“, erklärte am Montag Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke). Grünflächen seien unverzichtbar für saubere Luft sowie die sportliche Betätigung und die Entspannung der Leipziger.

Bürgerforen und Werkstätten geplant

Um herauszufinden, welche Grünflächen deshalb für Leipzig unbedingt erhalten und optimiert werden sollten, hat die Verwaltung ein Beteiligungskonzept erstellen lassen, das im Juni dem Stadtrat zum Beschluss vorgelegt werden soll. Es sieht mindestens vier Bürgerforen sowie weitere Werkstätten und Lesungen vor. Auch Baumpflanzungen und Spaziergänge von Verwaltungsmitarbeitern und interessierten Bürgern sollen stattfinden, um die Öffentlichkeit bereits in der Analysephase an der Entwicklung der sogenannten blau-grünen Infrastruktur zu beteiligen.

Rüdiger Dittmar, Leiter des Amtes für Stadtgrün und Gewässer, will nach der Sommerpause mit den ersten Bürgerforen und Werkstätten beginnen. „Sie werden zu Zeiten stattfinden, an denen die Bürger teilnehmen können“, betonte er am Montag bei einer Präsentation im Turmzimmer des Neuen Rathauses. Diskutiert werde nach der Arbeitszeit und an Samstagen. Dittmar wies auch darauf hin, dass der neue Masterplan Grün „kein Verhinderungsplan“ werden soll.

Private Grundstückseigentümer, auf deren Flächen einmal Häuser standen, würden auch künftig die Möglichkeit haben, darauf neue Bauwerke zu errichten. Auch Bürgermeister Rosenthal sieht das so. „Leipzig hat sich in den letzten Jahren von einer schrumpfenden zu einer stark wachsenden Stadt gewandelt“, konstatierte er. In der Schrumpfungsphase, in der es keinen Bedarf an neuen Wohnhäusern gab, seien für zahlreiche Flächen Zwischennutzungen in Form von Baumpflanzungen und Grünflächen angelegt worden. „Es war aber immer kommuniziert worden, dass diese Flächen wieder einer Nachnutzung durch die Eigentümer zugeführt werden, wenn der Bedarf wieder stark wächst – wie es jetzt der Fall ist.“ Der „Masterplan Grün Leipzig 2030“ werde benötigt, um einen Ausgleich für die zunehmende Flächeninanspruchnahme zu schaffen.

Strategischer Grünflächenkauf erwogen

Bürgermeister Rosenthal plädiert dafür, das Budget des städtischen Eigenbetriebs Stadtreinigung schrittweise zu erhöhen. Die Stadt müsse auch dazu übergehen, strategisch Grünflächen zu erwerben. Welche Flächen das sein könnten, werde der Masterplan „Grün Leipzig 2030“ zeigen. Ob und wie das dann geschieht, entscheide aber der Stadtrat.

„Diese Abwägungsprozesse werden in der Politik bleiben“, so der Bürgermeister. Der Masterplan werde auch die 2017 beschlossene Freiraum-Strategie „Lebendig grüne Stadt am Wasser“ für die grün-blaue Infrastruktur konkretisieren. Gleichzeitig versetze er die Stadt in die Lage, Fördermittel von EU, Bund und Land für grüne Projekte einzuwerben. Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) übernimmt auch jetzt schon 50 Prozent der Kosten der Erarbeitung des Masterplans.

Von Andreas Tappert

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