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Lokales Leipziger Rathaus will den Verkehr in fünf Straßen reduzieren
Leipzig Lokales Leipziger Rathaus will den Verkehr in fünf Straßen reduzieren
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19:08 02.03.2018
Durch den Leipziger Luftreinhalteplan sollen mögliche Fahrverbote verhindert werden. (Archivbild Neues Rathaus) Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig.

Autofahrer müssen noch in diesem Jahr mit gravierenden Einschränkungen im Leipziger Straßennetz rechnen. Die Stadt will so Fahrverbote wegen zu hoher Luftschadstoffwerte verhindern. Betroffen sind die innere Jahnallee, die Eutritzscher Straße, die Berliner Straße, die Harkortstraße und die Arthur-Hoffmann-Straße.

Die Einschnitte sind im Entwurf des neuen Luftreinhalteplans enthalten, der am Freitag im Internet unter www.leipzig.de/luftreinhalteplan veröffentlicht wurde. In dem Papier listet die Stadt insgesamt 56 Vorhaben auf, um die Luftschadstoffwerte zu verringern. Ein Hauptaugenmerk liegt dabei auf den Stickstoffdioxidwerten (NO2), die Leipzig im vergangenen Jahr knapp überschritten hat. „Neben der gemessenen Luftschadstoffbelastung gab es rechnerische Analysen und Prognosen mit dem Ergebnis, dass ohne weitere Maßnahmen zur Reduktion der Luftschadstoffbelastung auch noch im Jahr 2020 Grenzwertverletzungen insbesondere bei Stickstoffdioxid an einigen Straßenabschnitten auftreten werden“, fasste Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke) die Lage zusammen.

Um möglichst schnell unter den NO2-Grenzwert zu kommen, enthält der Planentwurf fünf Vorhaben, die Rosenthal „schnellstmöglich, also noch in diesem und im nächsten Jahr“ umsetzen will. Bei allen fünf Punkten handelt es sich um Einschränkungen in den Autoverkehr. Geplant sind folgende Veränderungen.

Jahnallee: Dort ist der Abschnitt von der Friedrich-Ebert- bis zur Funkenburgstraße besonders stark von NO2-Überschreitungen betroffen. Durch reduzierte Freigabezeiten an den Ampeln Jahnallee/Marschnerstraße sowie Jahnallee/Leibnizstraße soll dort der Verkehrsfluss gleichmäßiger und die Kfz-Belegung durch Änderungen bei der Routenwahl  reduziert werden.

Eutritzscher Straße: Dort ist die NO2-Überschreitung von der Berliner bis zur Erich-Weinert-Straße zu hoch. Leipzigs Verkehrsplaner wollen deshalb mit einer neuen Ampel die stadteinwärtigen Freigabezeiten an der Kreuzung Berliner /Roscherstraße reduzieren und so den Verkehrsfluss verbessern. Gleichzeitig sollen Autofahrer dadurch bewogen werden, einen anderen Fahrweg zu wählen. Auch die Steuerung der Ampel Eutritzscher/Roscherstraße soll angepasst und eine Linksabbiegemöglichkeit von der Eutritzscher in die Roscherstraße geschaffen werden.

Berliner Straße: In dieser Trasse ist neben der Belastung durch NO2 auch die von Feinstaub (PM10) zu hoch, insbesondere im Abschnitt von der Kurt-Schumacher- bis zur Erich-Weinert-Straße. Durch die neue Ampel an der Kreuzung Berliner /Roscherstraße (siehe oben) wird auch dort eine Reduzierung des stadteinwärtigen Verkehrs eintreten  sowie eine Verbesserung des Verkehrsflusses und eine Verringerung der Kfz-Belegung erwartet. Gleichzeitig soll von der Kurt-Schumacher- bis zur Roscherstraße in beide Richtungen die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 auf 30 Stundenkilometer gesenkt und dies regelmäßig überwacht werden.

Harkortstraße: Im Bereich von der Riemann- bis zur Karl-Tauchnitz-Straße werden die NO2-Werte ebenfalls überschritten. Die Verkehrsplaner wollen deshalb mit einer Fahrspurreduzierung in der Wundtstraße in Höhe der Richard-Lehmann-Straße und einer stadteinwärtigen Zuflussdosierung an der Ampel Wundt-/Mahlmannstraße die Verkehrsbelegung verringern. Gleichzeitig wollen sie die Linksabbiegemöglichkeit vom Martin-Luther-Ring in die Harkortstraße aufheben. In einem zweiten Schritt wird untersucht, ob sich aus den aktuell vier Fahrspuren der Harkortstraße nur noch drei machen lassen. Dann würde es nur noch eine Geradeausspur in jede Richtung sowie jeweils eine Links- und eine Rechtsabbiegespur geben. Weil sich dann die Freigabezeiten an den Ampeln verdoppeln ließen, wurde die Trasse ihre Leistungsfähigkeit behalten, erklärte Thomas Schulze am Freitag, Leiter der Straßenverkehrsbehörde. Mit einer solchen Neuaufteilung der Spuren sei aber erst ab dem Jahr 2020 zu rechnen.

Arthur-Hoffmann-Straße: In dieser Verbindung wollen die Planer die bereits avisierte Aufhebung der Einbahnstraßenregelung von der Hohen Straße bis zu Paul-Gruner-Straße stoppen. Denn dies würde  dort zu einem Anstieg der Verkehrsbelastung führen, heißt es. Die Folgen wären zu hohe verkehrlichen Emissionen bei Feinstaub und Stickstoffdioxid. Der Planentwurf wird vom 12. März bis zum 12. April öffentlich ausgelegt. Einwände sind bis zum 26. April möglich.

Andreas Tappert

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