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Leipziger Raver entgeht der Katastrophe von Duisburg nur knapp

Leipziger Raver entgeht der Katastrophe von Duisburg nur knapp

Florian Pötschke wollte nur feiern. Der 19-jährige Leipziger machte sich deshalb mit drei Freunden am vergangenen Sonnabend auf zu seiner ersten Loveparade ins 480 Kilometer entfernte Duisburg.

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Florian Pötschke wollte nur feiern. Der 19-jährige Leipziger machte sich deshalb auf zu seiner ersten Loveparade ins 480 Kilometer entfernte Duisburg und entging nur knapp der Massenpanik.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Erst einen Tag später wurde dem angehenden Krankenpfleger klar: Er ist der Massenpanik mit 20 Toten nur knapp entkommen.

„Wir haben unser Auto auf einem Parkplatz am Stadion abgestellt und sind dann die Viertelstunde zu Fuß zum Festivalgelände gelaufen“, berichtet Pötschke. Gegen 14 Uhr erreichten sie den Zugang zum Unglückstunnel. Bis zu den ersten Beats und Bässen von einer der beiden Hauptbühnen war die Gruppe da noch gut drei Stunden entfernt. „Wir mussten an einem Sicherheitscheck gut zwei Stunden warten“, so der Leipziger, der selbst ab und an als DJ auflegt. Private Security-Mitarbeiter kontrollierten die Neuankömmlinge.

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Frankfurt/Main. Die irische Kultband U2 hat bei ihrem ersten Deutschlandkonzert 2010 in Frankfurt den 21 Toten der Loveparade ihr Stück "Moment Of Surrender" gewidmet. Leadsänger Bono sagte am Ende des gut zweistündigen Konzerts am Dienstagabend vor rund 55.000 Fans, er hoffe, dass die Katastrophe von Duisburg nicht dazu führe, "dass die Freude an der Musik und der Kultur hier untergeht".

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Vor allem Glasflaschen sollten an der Schleuse herausgefiltert werden. Die Schlange kam nur schleppend voran. „Es machte sich wegen der Warterei schon leichte Agressionen in der Menge breit“, erinnert sich der 19-Jährige. Dennoch: Pötschke und die anderen Raver ließen die Prozedur geduldig über sich ergehen.

Kurz vor 16 Uhr erreichten die vier Sachsen den Tunnel. Von beiden Seiten drängten da schon die Besucher. Alle hatten nur ein Ziel: die Mitte der Unterführung. Dort mussten sie im rechten Winkel zum Gelände der Loveparade abbiegen.

Pötschke kam in der Unterführung nur langsam voran, immer wieder stoppt der Zug. „Ich dachte mir in dem Augenblick, dass es Probleme geben könnte“, so der Leipziger. Was er nicht ahnte: Keine Stunde später kamen hier die ersten Menschen ums Leben.

„Wir haben noch rund 30 Minuten gebraucht und waren dann auf dem Veranstaltungsgelände“, berichtet der Auszubildende. Was in den Minuten danach im Tunnel passierte, bekamen die Sachsen erst Stunden später mit.

Pötschke hatte kein Handy bei sich und war begeistert von den Profi-DJ’s. „Die Stimmung war richtig gut“, sagt er. Gegen 21 Uhr erhielt ein Besucher hinter ihm eine SMS mit dem ersten Hinweis auf die Todesopfer. Das ganze Ausmaß wurde den sächsischen Ravern auch in diesem Augenblick noch nicht klar. „Wir sind dann gegen Mitternacht zurück und zu unserem Campingplatz gegangen“, so der 19-Jährige. Auf dem Rückweg gab es keine Probleme. Die markierte Strecke führte über die Autobahn..

Der Schock dann auf dem Zeltplatz: Augenzeugen berichteten von ihren Erlebnissen im Tunnel bei der Panik. Es wurde viel geweint vor den Zelten. Pötschke telefonierte mit seinen Eltern und erfuhr weitere Einzelheiten. Erst da wurde ihm klar, welches Glück er selbst hatte. Richtig verarbeitet hat er die Ereignisse auf der Loveparade noch nicht. „Jetzt habe ich  noch eine Woche Urlaub zur Erholung“, so der Auszubildende.

Matthias Roth

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