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Leipziger Ruderclubchef sah tödliche Gefahr nicht

Leipziger Ruderclubchef sah tödliche Gefahr nicht

Der angeklagte Chef eines Leipziger Ruderclubs hat das Wehr, das fünf Kinder im Jahr 2008 bei einer Regatta hinabstürzten, nicht als Gefahr angesehen. Der 42-Jährige sagte am Montag im Amtsgericht Leipzig aus.

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Ein Schild wenige Meter vor dem Wehr weist auf die Gefahr hin.

Quelle: Norman Rembarz

Leipzig/Dessau. Demnach habe er den Wettbewerb so wie in den Jahren zuvor organisiert. Aus seiner Sicht habe er eher für Verbesserungen gesorgt, indem er eine andere Rettungsstaffel einsetzte. Mit dem Team aus den Vorjahren sei man nicht mehr zufrieden gewesen. Am 13. April 2008 war ein Ruderboot aus Dessau-Roßlau (Sachsen-Anhalt) das Wehr hinabgestürzt. Ein Zwölfjähriger ertrank, seine Sportkameraden wurden verletzt.

Der Clubchef ist zusammen mit zwei Übungsleiterinnen des betroffenen Dessauer Rudervereins wegen fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Tötung angeklagt. Sein Mandant bedauere das Unglück und hoffe, dass die betroffenen Familien einen Weg fänden, damit zu leben, sagte Anwalt Peter Manthey. Der 42-Jährige wache nachts auf und grübele, was man anders hätte machen können. Zwar sei damals allen klar gewesen, dass es wegen Hochwassers eine erhöhte Strömung auf der Elster gab. Das meterhohe tosende Wehr hinter dem Ziel sei aber in dem Zusammenhang nicht ausdrücklich als gefährlich eingeschätzt worden.

Im Zielbereich lag zur Absicherung ein Motorboot mit Rettungsschwimmer - allerdings mit ausgeschaltetem Motor. In den Sekunden vor dem Unfall sprang dieser nicht an. Der Fahrer des Bootes sagte, er habe gesehen, dass die Nachwuchs-Ruderer aus Dessau-Roßlau sehr nah zum Wehr fuhren. Die Mannschaft, drei Jungen und zwei Mädchen, habe unkoordiniert gewirkt. Auf seine Rufe hätten die Kinder nicht reagiert. Er habe versucht, sein Boot in Gang zu bringen. Als er wieder aufschaute, waren die Ruderer schon verschwunden. Der Prozess wird fortgesetzt, am 1. April soll das Urteil gefällt werden.

dpa

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