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Lokales Leipziger SPD-Europaabgeordnete Constanze Krehl sitzt in Brüssel fest
Leipzig Lokales Leipziger SPD-Europaabgeordnete Constanze Krehl sitzt in Brüssel fest
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12:29 22.03.2016
Die Leipziger EU-Abgeordneten Hermann Winkler (CDU) und Constanze Krehl (SPD). Quelle: dpa / Kempner
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Leipzig.

Eigentlich wollte die Leipziger SPD-Europaabgeordnete Constanze Krehl (59) am Dienstag in die Heimat fliegen. „Ich wäre jetzt auf dem Flughafen“, sagt sie am Dienstagvormittag per Telefon gegenüber LVZ.de. Nach den Anschlägen sitzt sie nun in ihrem Parlamentsbüro in Brüssel fest. Kollegen treffen sich auf den Fluren, tauschen Neuigkeiten über den Horrormorgen aus. „Nichts geht mehr. Alle Metrostationen, Bahnhöfe und der Flughafen sowieso sind dicht“, beschreibt Krehl die Situation.

Sirenengeheul von Einsatzfahrzeugen dringt zu ihr. Für alle im Parlamentsgebäude gelte die Sicherheitsanweisung: Bleiben Sie dort, wo sie jetzt sind. „Das ist schon düster“, sagt die Politikerin gegenüber LVZ.de. Seit Monaten lebe man mit hoher Polizei- und Militärpräsenz in Brüssel. „Aber es ist schon etwas anderes, wenn von einem Anschlag in den Nachrichten hört, oder der dort passiert, wo man selbst täglich langläuft“, so Krehl betroffen. „Das ist verdammt nahe“.

Der CDU-Europaabgeordnete Hermann Winkler (52) erfährt in Leipzig von den Anschlägen. Auf dem Terminplan steht am Vormittag eine Pressekonferenz zum Leipziger Fußballcup. Aber die Sorge um seine Mitarbeiter in der belgischen Hauptstadt schiebt sich in den Vordergrund. „Wir haben telefoniert, ich bin froh, dass sie unversehrt sind“, sagt er gegenüber LVZ.de. Sein Büro in Belgiens vom Terror erschütterter Metropole befindet sich unweit der betroffenen Metrostation Maelbeek. „Der Terror rückt näher, dessen müssen wir uns bewusst sein“, sagt er.

Die Terroranschläge in Europa seien „eine Erscheinung der Freiheit, die wir lieben“, bedauert Winkler. Man müsse aber auch kritisch fragen, ob die Politik in den vergangenen Monaten alles richtig gemacht habe im Hinblick auf Freizügigkeit und offene Grenzen und eine „zu Hohe Willkommenskultur“. Der Parlamentarier hat nach Ostern wieder Termine in Brüssel. „Wir dürfen uns jetzt nicht einschüchtern lassen“, sagte er. Die Arbeit müsse und könne weitergehen, so viel Vertrauen habe er in die Staatsorgane. „Aber ein komisches Gefühl bleibt natürlich.“

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) bezeichnete die Anschläge im Herzen Europas als "Angriff auf uns alle, die in Frieden und Freiheit leben wollen". Die Europäer müssten nun noch enger zusammenstehen. Tillich drückte Familien und Freunden der Opfer das Beileid aus. Weiter sagte er: "Unsere Unterstützung gilt Belgien und allen, die jetzt unseren Beistand brauchen. Wir sind stärker als diejenigen, die unsere Zukunft in einem demokratischen Europa zerstören wollen."

Von Evelyn ter Vehn

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