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Leipziger SPD will ein Stadthaus auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz

Neues Verwaltungszentrum Leipziger SPD will ein Stadthaus auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz

Nach der Markthalle gibt es nun einen weiteren konkreten Vorschlag zur Bebauung des Leipziger Wilhelm-Leuschner-Platzes. Die SPD-Ratsfraktion stellte gestern die Idee für ein Stadthaus an diesem zentralen Standort vor. Damit ließe sich nahezu die gesamte Verwaltung im Herzen Leipzigs und für die Bürger optimal erreichbar konzentrieren.

Die größte innerstädtische Brachfläche: Hier auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz sollte nach Auffassung der SPD-Stadtratsfraktion ein großes Verwaltungs- und Bürgerzentrum entstehen.

Quelle: André Kempner

Leipzig.

„Unsere Vision ist ein großes Bürger- und Verwaltungszentrum in unmittelbarer Nähe zum Neuen Rathaus“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion, Heiko Oßwald. Als Beispiel nannte er die Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft, die in der Wintergartenstraße ihren neuen Firmensitz errichtet hat. Für sinnvoll hält er sogar eine gemeinsame Lösung mit den Unternehmen der Stadtholding. Denn auch Stadtwerke, Wasserwerke und Verkehrsbetriebe wollen unter einem Dach zusammenwachsen. Lediglich Bürgerämter und Sozialeinrichtungen, die bewusst über die ganze Stadt verteilt sind, sollen in den Stadtteilen bleiben.

Mehr als 5500 Mitarbeiter beschäftigt die Stadtverwaltung derzeit. Neben dem Neuen Rathaus und dem Stadthaus im Zentrum unterhält sie Dependancen in der Prager Straße (Technisches Rathaus), in der Naumburger Straße (Jugendamt), am Sportforum (Stadtkasse) und in weiteren kleineren Liegenschaften. Im Regelfall sind die Büros nur angemietet.

„Die dezentrale Unterbringung führt im Moment zu langen Wegen, kostet Bürger und Verwaltung Zeit und Geld“, erklärte Oßwald. Langfristig sei eine eigene Immobilie auf einem städtischen Grundstück in vielerlei Hinsicht wirtschaftlicher. Ein zentraler Verwaltungssitz wäre „eine riesige Chance und würde aus finanzieller, verwaltungsorganisatorischer und städtebaulicher Sicht viele Vorteile generieren“.

Erst im Dezember hatte der Stadtrat Leitlinien für eine künftige Bebauung des Wilhelm-Leuschner-Platzes beschlossen (die LVZ berichtete). Wenn der Stadtrat nun dem Antrag der SPD zustimmt, muss die Stadtverwaltung bis Ende September Optionen für ein gemeinsames Bürger- und Verwaltungszentrum von Stadt und kommunalen Unternehmen auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz prüfen.

Die Chance, diese Vision verwirklichen zu können, war möglicherweise nie größer. „Das Fenster öffnet sich nicht gleich wieder“, ist Ingrid Glöckner, Fraktionssprecherin für Stadtentwicklung und Bau, überzeugt. „Der Wilhelm-Leuschner-Platz“, sagt sie, „ist die letzte große kommunale Brache in zentraler Lage.“ Ein Haus, in dem der Menschen sämtliche kommunalen Angelegenheiten erledigen könne, hätte neben der Bürgerfreundlichkeit weiteren positiven Effekt. Der Publikumsverkehr, so Glöckner, würde „Leben auf den Platz“ bringen. Davon profitierten dann auch alle anderen gewerblichen Investoren, die Pläne zur Bebauung des Areals haben, beispielsweise für die Markhalle.

Die zentrale Lage wäre zudem ein Beitrag dazu, den Autoverkehr in der Stadt zu reduzieren. „Der Platz“, sagt SPD-Stadtbezirksbeirat Manfred Rauer, „ist problemlos mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen.“

Zuletzt hatte es vor zehn Jahren einen Vorstoß zur Zusammenführung der Verwaltung gegeben. Damals ging es um einen Standort in der Nonnenmühlgasse. Seitdem ist die Dezentralisierung weiter vorangeschritten. Auch der aktuelle Vorschlag, einen neuen Verwaltungssitz mit 180 Arbeitsplätzen von der Stadtbau AG in der Otto-Schill-Straße 2 anzumieten, diene lediglich dazu, den derzeitigen Stellenmehrbedarf abzudecken. Die SPD-Fraktion sieht die geplante Mietdauer von 25 Jahren kritisch, will sich auf so lange Zeit nicht vertraglich binden. Dieses Beispiel zeige, so Oßwald, dass die Stadt dringend ein Konzept zur Verwaltungsunterbringung brauche.

Von Klaus Staeubert

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