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Leipziger Salafisten machen gegen Baupläne für Moschee in Gohlis mobil

Leipziger Salafisten machen gegen Baupläne für Moschee in Gohlis mobil

Extremistische Salafisten um den Leipziger Imam Hassan Dabbagh machen massiv gegen den geplanten Moschee-Neubau der Ahmadiyya-Gemeinde in der Georg-Schumann-Straße mobil.

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So oder so ähnlich könnte die Ecke Georg-Schumann-Straße/Bleichertstraße mit Moschee aussehen.

Quelle: Privat

Leipzig. Davor warnt das Landesamt für Verfassungsschutz Sachsen.

Demnach greife der Vorsteher der Al-Rahman-Moschee in der Roscherstraße Andersgläubige verbal an. "Insbesondere die muslimischen Glaubensgemeinschaften der Schiiten sowie der Ahmadiyya werden beschimpft und zu einem Feindbild aufgebaut", heißt es im aktuellen Verfassungsschutzbericht. Den geplanten Neubau der Moschee der Ahmadiyya-Gemeinde habe Dabbagh als "Platz von Schirk (Polytheismus) und Kufr (Unglauben)" bezeichnet.

In einer Freitagspredigt am 1. November vorigen Jahres soll der umstrittene Imam noch deutlicher geworden sein: "Wir sind für Religionsfreiheit, aber nicht für so was", zitierte der Inlandsgeheimdienst aus seiner Rede. Am 22. November habe Dabbagh in einer Predigt nachgelegt: "Die Ahmadiyya sind keine Muslime. Das ist Betrug, dass die sich Muslime nennen. Derjenige, der sagt, Ahmadiyya wären Muslime, ist selber kein Muslim." Der Verfassungsschutz nimmt diese Äußerungen sehr ernst. "Ein solches herabwürdigendes und entrechtendes Verhalten birgt ein schwer zu kalkulierendes Konfliktpotenzial in sich."

Ohnehin fördere die Ideologie des Salafismus das Entstehen von Feindbildern. "Die extreme Kultivierung einer Opferrolle, welche den Muslimen in unserer Gesellschaft angeblich zukomme, kann besonders desintegrativ und radikalisierend wirken", warnen die Verfassungsschützer in ihrem Bericht.

Die Leipziger Al-Rahman-Moschee ist das Zentrum der Salafisten in Sachsen. Deren Vorsteher Dabbagh galt noch vor ein paar Jahren als ein Netzwerker des Dschihad, der Kontakte zur Terrororganisation Al Kaida unterhält. 2009 hatte die Staatsanwaltschaft München gegen ihn und sieben weitere Salafisten Anklage wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung und Volksverhetzung erhoben, das Verfahren wurde jedoch 2010 mangels Beweisen eingestellt.

Der Abstand zwischen dem vorhandenen Gotteshaus in der Roscherstraße und dem neuen Bauplatz in Gohlis beträgt 1,3 Kilometer. Zu Fuß dauert der Weg 16 Minuten. Dabbagh war gestern für Nachfragen nicht zu erreichen.

Die von ihm angefeindete Ahmadiyya-Gemeinde, die bislang Gebetsräume in der Eisenbahnstraße nutzt, blieb angesichts der Geheimdiensterkenntnisse entspannt. "Dabbagh hatte sich schon kritisch geäußert, als wir unsere Baupläne am Runden Tisch der Leipziger Religionsgemeinschaften vorstellten", sagte Gemeindevorsteher Rashid Nawaz (42) gegenüber der LVZ. "Das bereitet uns keine ernsthaften Sorgen. Er hat seine Meinung, darf sie frei äußern."

Der innermuslimische Dialog sei weltweit noch nicht so weit gereift wie etwa bei den christlichen Kirchen, erklärte Said Ahmad Arif, der Imam der Leipziger Ahmadiyya. Er ist 28 Jahre alt, aufgewachsen in Wiesbaden und hat in Toronto studiert. "Dabbagh steht sicher mit seiner Meinung nicht allein da. Umgedreht gibt es auch andere Gruppen, die sagen, die Salafisten seien keine Muslime." Für deutsche Ohren würden solche Töne sehr scharf klingen, für Muslime in vielen Ländern seien sie nichts Ungewöhnliches. "Deshalb sind unsere Familien ja einst aus Pakistan ausgewandert, weil sie dort ihren Glauben nicht mehr frei leben konnten."

Ahmadiyya spreche niemandem sein Glaubensbekenntnis ab, betonte Arif: "Gleich ob Juden, Christen oder Muslime. Wir stehen für Offenheit und fördern den Dialog." So habe sich die Gemeinde erst jüngst mit einer Ausstellung in der Volkshochschule präsentiert.

 

 

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.05.2014

F.D./jr

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