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Lokales Leipziger Schüler schieben neues Stolperstein-Projekt an
Leipzig Lokales Leipziger Schüler schieben neues Stolperstein-Projekt an
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19:39 08.11.2013
Christian Forjan, Jessica Rabe, Ronja Kuhn und Projektleiter Henry Lewkowitz. Quelle: André Kempner

Sie wollen zwölf Stolpersteine für die jüdische Familie Bardfeld verlegen lassen, die Opfer der Nazis wurde. Initiator und kritischer Begleiter dieses Projektes ist der bekannte Leipziger Jude Rolf Kralovitz. "Er hatte seinerzeit dem Vater der Familie Bardfeld, Isaak Mayer, die Flucht ermöglicht", so Projektleiter Henry Lewkowitz.

Die Schüler - alle 15 Jahre alt - treffen sich für ihr Vorhaben schon seit Monaten regelmäßig im Zeigner-Haus, recherchierten im Archiv der jüdischen Gemeinde, im Staatsarchiv und auf dem alten jüdischen Friedhof. Dann erstellten sie einen Infoflyer über die Bardfelds, mit dem sie seit Mitte Oktober wiederholt in der Ernst-Pinkert-Straße 9 (ehemals Yorckstraße) um Spenden warben, wo die Familie zuletzt freiwillig lebte und ein Molkereigeschäft betrieb.

"Während Rolf Kralovitz in seinem Buch ,10090 in Buchenwald. Ein jüdischer Häftling erzählt' lediglich drei Mitglieder der Familie erwähnt, ergaben die jetzigen Nachforschungen, dass sie zwölf Köpfe zählte. Fünf der neun Kinder, der einzige Enkel sowie die Eltern Isaak und Gittel Bardfeld wurden zwischen 1942 und '44 in verschiedene KZ deportiert und ermordet", so Lewkowitz. Einzig den Söhnen Josef, Nathan, Moritz und Simon sei die Flucht vor den Nationalsozialisten gelungen. "Josef emigrierte 1936 nach Amsterdam, Nathan 1938 nach England. Moritz und Simon schafften es 1936, nach Rio de Janeiro zu fliehen. Die Eltern und anderen Geschwister Henny, Frieda, Leopold, Regina und Moses sowie der nicht einmal drei Jahre alte Enkel Peter Christian fielen allein aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit der Vernichtungsmaschinerie der Nazis zum Opfer."

Am 4. Dezember sollen zwölf Stolpersteine als Mahnmale vor der früheren Wohnstätte in den Boden kommen. Doch die wollen finanziert sein - einer kostet bekanntlich 120 Euro. Da sind die Jugendlichen schon auf etwas Unterstützung angewiesen. Bei der heutigen Gedenkveranstaltung in der Gottschedstraße werden sie auf ihr Anliegen aufmerksam machen. Kontakt: Erich-Zeigner-Haus e.V., Zschochersche Straße 21, Tel. 0341 8709507, E-Mail: kontakt@erich-zeigner-haus-ev.de.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 09.11.2013

Angelika Raulien

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