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Leipziger Schwimmer: Lieber zwei kleine als eine weitere große Halle

Schwimmhallen in Leipzig Leipziger Schwimmer: Lieber zwei kleine als eine weitere große Halle

Es wird immer enger in Leipzigs Schwimmhallen – 2016 haben wieder 1,13 Millionen Badegäste (einschließlich Freibäder) ihre Bahnen gezogen. Deshalb wird über einen Neubau mit 50-Meter-Bahnen wie im Sportbad an der Elster diskutiert. Der Schwimmsportverband plädiert für zwei Hallen.

Gut besucht: das Sportbad an der Elster. Weil der Andrang in Schwimmhallen groß ist, wird über einen Neubau diskutiert.
 

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Statt einer Schwimmhalle mit 50-Meter-Bahnen sollten die Sportbäder Leipzig GmbH lieber zwei kleinere Hallen bauen. Mit diesem Vorschlag will der Schwimmsportverband Leipzig die Diskussion um die dringend notwendige Erweiterung der Wasserflächen in Leipzig beflügeln. „Damit bekommen wir in jedem Leistungsbereich mehr Schwimmer unter, weil die Abstände besser zu taxieren sind“, sagt Vorstandsmitglied Günter Fuchs. Hintergrund: Die wachsende Stadt Leipzig braucht dringend zusätzliche Wasserflächen für den Schwimm- und Freizeitsport. Die Sportbäder Leipzig GmbH, die im Auftrag der Stadt Leipzig acht Hallen- und fünf Freibäder betreibt, kann aber einen weiteren Neubau aus eigener Kraft nicht stemmen, weil sie derzeit noch Kredite fürs Sportbad an der Elster tilgt. Das hat zu einer Diskussion um ihre wirtschaftliche Stärke geführt (die LVZ berichtete). Der Schwimmverband sieht daher die Stadt in der Pflicht, einen Neubau finanziell zu unterstützen.

Um das Angebot zu erweitern, hat das Unternehmen – übrigens eine hundertprozentige Tochter der Kommunalen Wasserwerke Leipzig – seit ihrer Gründung 2004 etwa 20 Millionen Euro investiert. 2016 wurde erneut mit 1,13 Millionen Badegästen – auch aufgrund der guten Freibadesaison – ein neuer Rekord erzielt. „Aus unserer Sicht leisten die Sportbäder eine sehr gute und solide Arbeit bei der Sanierung und beim Neubau von Schwimmhallen“, lobt Fuchs. Er reagiert damit auf eine Äußerung von FDP-Stadtrat René Hobusch, der die Bäderfirma in einer schwierigen wirtschaftlichen Situation sieht, wenn diese neue Aufgaben nur mit einem Blankoscheck von der Stadt bewältigen kann.

Was die Stadt zuschießt, ist im Bäderleistungsfinanzierungsvertrag geregelt, der bis 2022 gilt. Jährlich sind es 5,225 Millionen Euro. Damit kann die Firma wirtschaften und ihre Aufgaben erfüllen, wie Geschäftsführer Joachim Helwing bestätigte. „Wir bieten sogar mehr Schwimmstunden an, als vertraglich vereinbart“, sagte er auf LVZ-Nachfrage. Dennoch werde es zusehends schwieriger, Schul- und Vereinssport sowie das öffentliche Schwimmen unter einen Hut zu bringen. Günter Fuchs: „Schulschwimmen hat Vorrang, das ist Konsens. Was Schulen beantragen, bekommen sie auch.“ Inklusive der 25 Schwimmvereine gibt es 105 Vertragsnutzer, die auf die Bahnen drängen. Dazu gehören auch Gesundheits- und Rehasport oder Babyschwimmen. Deshalb will das Unternehmen nun die Schwimmhalle in der Kirschbergstraße um ein Flachwasserbecken erweitern. Ein Antrag auf Fördermittel liegt im sächsischen Innenministerium, das eine Prioritätenliste erstellt. „Wir bleiben dran und hoffen, dass bald eine positive Zusage zu bekommen“, so Helwing. Ohne einen weiteren Kredit, sei aber auch dieses Projekt nicht zu finanzieren.

Der Geschäftsführer kann sich dennoch gut vorstellen, perspektivisch auch zwei Hallen mit 25-Meter-Bahnen zu bauen. „Grundvoraussetzung ist aber ein Grundstück. Da haben wir unseren Bedarf bei der Stadt angemeldet.“ Für eine 25-Meter-Schwimmhalle benötige man mindestens 5000 Quadratemeter. Von der Planung, der Ausschreibung, vom Baustart bis zur Eröffnung vergehen erfahrungsgemäß vier Jahre. „Ziel ist es, möglichst schnell anzufangen.“ Stadträte wie Michael Schmidt (Grüne) drücken aufs Tempo. „Zwei zusätzliche Schwimmhallen wären natürlich toll. Ich wäre aber schon froh, wenn wir rasch eine neue hinbekommen.“ Diskutiert werden soll dies noch in diesem Jahr – mit dem Entwurf des Sportprogramms 2016-2022. Und Helwing hat sich schon mal in Dresden-Bühlau umgeschaut, wo gerade eine neue Schwimmhalle öffnete.

Von Mathias Orbeck

Leipzig 51.339695 12.373075
Leipzig
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