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Leipziger Siedler wollen gelbe Tonnen statt gelber Säcke

Entsorgung von Leichtverpackungen Leipziger Siedler wollen gelbe Tonnen statt gelber Säcke

In den Leipziger Eigenheimgebieten wächst der Unmut über die Entsorgung von Leichtverpackungen im sogenannten Dualen System. Immer mehr Siedler beklagen, dass die gelben Säcke immer dünner würden, Füchse, Waschbären und Vandalen den Plastikmüll in ganzen Straßenzügen verteilen. Sie wollen auf gelbe Tonnen umsteigen – doch die Stadt blockiert bislang.

Bei vielen Siedlern unbeliebt: Gelbe Säcke verschandeln in Leipzig viele Straßenzüge.
 

Quelle: Foto: LVZ

Leipzig.  Das Thema „gelbe Säcke“ lässt die Leipziger nicht mehr los: Nach einem LVZ-Bericht über die immer dünneren und oft reißenden Säcke haben sich zahlreiche Leser gemeldet, die von ähnlichen Erlebnissen berichten. Die Lagerung der gelben Säcke bis zum Abholungstermin sei unhygienisch, heißt es. Stattdessen sollten gelbe Tonnen eingesetzt werden. Inzwischen macht sich auch der Verband Wohneigentum Sachsen für den Einsatz von gelben Tonnen stark. Er will bis Anfang 2017 die Grundstückseigentümer in Leipzigs Siedlungen darüber abstimmen lassen, ob sie einen Ersatz durch gelbe Tonnen wünschen. Wenn sich dabei eine Mehrheit für den Ersatz von Säcken durch Tonnen ausspricht, will die Stadtverwaltung die Entsorgung umstellen lassen

„Ich lege meine gelben Säcke meistens schon am Vorabend vor das Haus“, berichtet Andreas Berger, dessen Einfamilienhaus An der Tabaksmühle steht. „Denn sie werden oft schon sehr früh abgeholt. In der Nacht machen sich dann immer wieder Füchse und Waschbären über die Säcke her. Dabei verstreuen sie den Plastikmüll über die ganze Straße.“ Berger hat sich deshalb schon an die Stadt gewandt und moniert, dass seine Siedlung nur mit gelben Säcken entsorgen darf, während andere Leipziger Siedlungen mit stabileren gelben Tonnen ausgestattet wurden. „Mir erschließt sich nicht, nach welchen Kriterien die Stadt diese Einteilung vorgenommen hat“, sagt er. „In meiner direkten Umgebung gibt es deutlich jüngere Häuser, für die schon lange gelbe Tonnen bereitgestellt werden.“

Stadtreinigung: Es ist eine Kostenfrage

Die Stadtverwaltung begründet die unterschiedliche Verteilung der gelben Tonnen mit den Grundstücksgrößen. „Da viele relativ neu entstandene Siedlungsgebiete größere Probleme bei der Aufstellung von zusätzlichen Behältern haben, wurde an den gelben Säcken festgehalten“, sagt Ute Brückner, Sprecherin des städtischen Eigenbetriebs Stadteinigung. Außerdem würden Kostengesichtspunkte eine Rolle spielen. Denn die Entsorgung mit Tonnen sei teurer. „Bei einem Wechsel von Säcken zu Tonnen müsste deshalb auch geklärt werden, wer die zusätzlichen Kosten übernimmt.“ Auch für viele Siedler seien zusätzliche Kosten zu erwarten, da sie ihre Stellflächen erweitern müssten. „Ein Hygieneproblem gibt es bei einer normalen Nutzung nicht“, sagt Sprecherin Brückner. Wer den gelben Sack nicht ordnungsgemäß fülle, hätte dieses Problem auch mit der gelben Tonne. „Der Inhalt ändert sich ja nicht durch einen anderen Sammelbehälter." Auch das Problem mit den Füchsen und Waschbären sei lösbar: Die gelben Säcke müssten dafür am Morgen und nicht schon am Vorabend vors Haus gelegt werden.

Der Verband Wohneigentum Sachsen, der die Interessen der Leipziger Siedler vertritt, sieht dies anders. „Wie haben das Problem in einer öffentlichen Veranstaltung mit über hundert Teilnehmern diskutiert“, schildert Landesverbandsvorsitzender Wolfram Heine. Dabei sei deutlich geworden: Sehr viele Siedler fordern entweder reißfeste gelbe Säcke oder gelbe Tonnen. „Wir haben inzwischen mit Vertretern der Stadtreinigung und des Umweltamtes gesprochen“, so Heine. Dabei habe sich herausgestellt, dass offenbar keine stabileren Säcke eingesetzt werden können. „Deshalb fordern wir den Einsatz von gelben Tonnen in Siedlungen, in denen sich eine Mehrheit der Bewohner dafür ausspricht.“

Die Stadt ist mit diesem Vorgehen einverstanden. Beide Seiten kamen überein, bis Anfang 2017 in allen Siedlungen, die das möchten, Abstimmungen über diese Frage durchzuführen und bei einem mehrheitlichen Votum für gelbe Tonnen diese auch dort einzuführen. Weil erst im vergangenen Jahr ein dreijähriger Vertrag mit dem Entsorger Abfall-Logistik Leipzig abgeschlossen wurde, der 2016 begann, können die Siedller-Wünsche aber erst nach Vertragsende, also ab 1. Januar 2019, umgesetzt werden. „Siedler, die eine Änderung wünschen und Unterstützung für das Organisieren einer Abstimmung benötigen, können sich gern an unseren Verband wenden“, sagt der Connewitzer Heine. Die Verbandsgeschäftsstelle befindet sich in der Seelestraße 27A (Telefon: 0341 9616256 ).

Von Andreas Tappert

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