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Lokales Leipziger Sneakermesse: 1500 Euro für ein Paar Schuhe
Leipzig Lokales Leipziger Sneakermesse: 1500 Euro für ein Paar Schuhe
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17:57 09.10.2018
Leipzig

„Mein Vater sammelte Briefmarken, ich sammle halt Sneaker“, sagt Sarah Penke, Besucherin der Sneakermesse Summit29, die am Sonntag im Connewitzer Werk 2 stattfindet. Ihr Freund fahndet nach farbiger Abwechslung zu seinen schwarzen Adidas-Samba-Schuhen. Er wird vom Angebot erschlagen, denn die Sneaker genannten Sport- und Freizeitschuhe gibt es hier in unzähligen Varianten. Außerdem im Angebot: T-Shirts, Jacken, Musik und Unterhaltung.

Getragen oder ungetragen

Aussteller aus Belgien, den Niederlanden, Österreich, Polen und ganz Deutschland zeigen auf 1400 Quadratmetern alles, was junge Füße ziert. Das reicht von neuer Ware bis hin zu Second-Hand- und Vintage-Teilen aus den 80er- und 90er-Jahren. Bei den Briefmarken wird zwischen postfrisch und abgestempelt unterschieden, bei den Sneakern zwischen getragen und ungetragen.

Bei der Sneakermesse Summit29 in Leipzig gab’s am Sonntag Sport- und Freizeitschuhe en masse für die modebewusste Kundschaft. Einige hatten einen stolzen Preis.

Die Veranstalter, Alexander Noack und Marcel Schöps, zwei Wahl-Leipziger aus Dresden, sammeln selbst. Sie haben jeweils 100 Paar zu Hause und tragen die auch. „Es gibt Leute“, erzählen sie, „die von jedem Modell zwei Paar kaufen: Eins zum Anziehen und eins zum Hinstellen.“

1500 Euro für ein Paar Schuhe

Das kann teuer werden. Der auf der Summit29 angebotene Air More „Uptempo“ kostet beispielsweise 600 Euro. Entstanden ist der Schuh in Zusammenarbeit von Nike mit dem New Yorker Skateboard-Label Supreme, dessen Name sich in großen weißen Buchstaben rund um den Fuß zieht. Supreme limitiere seine Kollektionen extrem, erläutert Alexander Noack, deswegen lägen die Verkaufs- und auch Wiederverkaufspreise im oberen Bereich.

Es geht aber noch teurer. Für ein Paar Air Max 1 „Amsterdam“, gestaltet vom niederländischen Künstler Tarra, musste man am Sonntag 1500 Euro über den Tisch reichen. Da ist der Air Max 1 „Animal“, für den sich Nike mit der japanischen Marke Atmos zusammentat, vergleichsweise günstig. Der Sneaker, der die Muster von Leopard, Tiger und Zebra kombiniert, ist für 320 Euro zu haben.

Die Einheit am Fuß

Am Stand von Luka Henske fällt der Air Pegasus 89 PRM auf. Das Modell kam zum 25. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung heraus und verbindet die Tarnkleidung der Nationalen Volksarmee (NVA) mit der der Bundeswehr. Auf den Schnürsenkeln sieht man die Jahreszahlen 1990 und 2015, im Inneren das Brandenburger Tor. Preis: 180 Euro.

Für Männer besonders wichtig

Luka Henske hat 300 Paar Sneaker gesammelt und steht im Werk 2 in 50-Euro-Exemplaren. Den Rücken seines T-Shirts ziert das berühmte Motiv eines über den Grenzzaun springenden NVA-Soldaten – bloß dass dieser hier mit einem Sack voller Turnschuhe die Flucht ergreift. Der junge Mann aus Hannover veranstaltet in seiner Heimatstadt die Mesh & Laces, eine Schwester der Summit29. In der Sneakerszene gebe es im Gegensatz etwa zum Fußball keine Rivalität zwischen den Städten. Das Sammeln stelle die Basis der Gemeinsamkeit dar, man protze auch nicht mit besonders teuren Schuhen, so der Kenner. Und dann erklärt er das große Interesse an der sportlich-bunten Fußbekleidung: „Frauen haben viele Accessoires, Männer können ihre modische Individualität in erster Linie über die Schuhe ausleben.“

Passend zum Anzug

Alexander Noack ergänzt: „Es gibt keinen verbindlichen Stil, jeder zieht an, was ihm gefällt. Sneaker sind vor allem bequem, man kann sie inzwischen auch zum Anzug tragen.“

Am Stand des Leipziger Labels Hot Sauce Clothing präsentiert Steffi Großmann ihre ganz neue Kollektion: Pullover, T-Shirts, Käppis und Bauchtaschen – aber keine Schuhe. Dafür trägt sie weiße Sneaker mit silbernen Glitzer-Elementen und will dann auch noch durch die Hallen laufen und sich alles ansehen. Sollte sie das nicht geschafft haben, ergibt sich nächstes Jahr die nächste Chance. Denn die Geschichte der Summit29 soll weitergehen. Wahrscheinlich schon im Frühling.

Von Bert Hähne

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