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Lokales Leipziger Sozialamt resümiert: Weniger Hartz IV - mehr Altersarmut
Leipzig Lokales Leipziger Sozialamt resümiert: Weniger Hartz IV - mehr Altersarmut
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23:59 03.01.2014
Die Altersarmut in Leipzig nimmt zu. Quelle: dpa

Die Ursache dafür sieht das Sozialamt zum einen im wachsenden Anteil älterer Menschen an der Bevölkerung, zum anderen in der hohen Arbeitslosigkeit, unter der Leipzig lange Zeit litt. Dies brachte viele Menschen in die Abhängigkeit von Sozialleistungen, aus der sie mit einer spärlichen Rente später auch nicht mehr ausbrechen können. Die Grundsicherung im Alter werde zunehmend Bedeutung für jene Personen gewinnen, die dauerhaft auf Hartz IV angewiesen waren, prognostiziert das Sozialamt in seinem jüngsten Geschäftsbericht, der jetzt für die Jahre 2010 bis 2012 vorliegt.

Obwohl die Anzahl der Hartz-IV-Empfänger und Erwerbslosen zurückging, bleibe festzustellen, so Amtsleiterin Martina Kador-Probst, "dass sich der Trend steigender Ausgaben" im Sozialbereich fortsetzte. Zwar gingen die Unterkunftsausgaben für Bezieher von Arbeitslosengeld II zwischen 2011 und 2012 um elf Millionen Euro zurück. Dafür fielen unter anderem bei der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung 1,4 Millionen Euro mehr an, bei Hilfen zur Pflege zwei Millionen Euro. Konkret sieht die Situation in Leipzig so aus:

Hartz IV: Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II, so der offizielle Titel, erhalten 71.525 Leipziger (November 2013), 2010 waren es 77.648 Personen. Sie leben in 43.011 Bedarfsgemeinschaften (2010: 46.326). Ihnen erstattet die Kommune die Kosten der Unterkunft (vor allem für Miete/Heizung, aber auch Umzüge, Mietschulden und eine Erstausstattung der Wohnung). 2010 beliefen sich die Ausgaben auf 160,6 Millionen Euro, im Jahr darauf auf 164,3 Millionen und 2012 auf 153,1 Millionen Euro.

Grundsicherung im Alter: Nach dem Sozialgesetzbuch XII stehen Rentnern und Personen mit einer Erwerbsminderung Grundsicherungsleistungen zu. Darunter fallen neben Lebenshaltungskosten auch Ausgaben für Miete, Heizung und Krankenkassenbeiträge. 2012 bezogen 3691 Leipziger Hilfen von 18,1 Millionen Euro. 2010 waren es noch 3233 Personen, die Ausgaben betrugen 15,5 Millionen Euro. Auffällig ist, dass der Anteil derer, die direkt aus dem Hartz-IV-Bezug in die Rente wechseln, rasant steigt. 2005 waren es noch 75 Personen, sieben Jahre zehn Mal so viele.

Gesundheitsleistungen: Für Leipziger, die nicht versichert sind oder die Leistungen der Grundsicherung erhalten, übernahm die Kommune im Jahr 2012 medizinische Behandlungskosten von 4,3 Millionen Euro (2011: 4,9 Millionen).

Behindertenhilfe: Mit der sogenannten Eingliederungshilfe können behinderte Menschen in eine heilpädagogische Vorschule, in eine Schul- und Berufsausbildung oder eine geeignete Wohnform vermittelt werden. Die Anzahl der Leistungsempfänger stieg von 2010 bis 2012 von 2483 auf 2638 Personen. Die Ausgaben beliefen sich 2010 auf 14 Millionen Euro, zwei Jahre später auf 15,4 Millionen Euro.

Wohngeld: 11.416 Leipziger Haushalte beziehen Wohngeld. Die Hälfte sind Rentner, 2459 Arbeitnehmer, 376 Selbstständige. Im Durchschnitt werden 98 Euro (Stand: 2011) pro Monat und Haushalt gezahlt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.01.2014

Klaus Staeubert

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