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Lokales Leipziger Sozialarbeiter vor Gericht: Prozess um verdurstetes Kind beginnt
Leipzig Lokales Leipziger Sozialarbeiter vor Gericht: Prozess um verdurstetes Kind beginnt
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08:23 28.01.2014
Nach dem Tod einer drogenabhängigen Frau und ihres zweijährigen Sohnis in Leipzig-Gohlis steht jetzt ein Sozialarbeiter vor Gericht. Quelle: Christian Nitsche
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Leipzig

(26) und ihren Jungen zuständige Sozialarbeiter vor dem Amtsgericht verantworten. Wegen fahrlässiger Tötung durch Unterlassen sollte Tino H. (39) eine Strafe von 120 Tagessätzen à 40 Euro zahlen. Weil der Ex-Mitarbeiter des Allgemeinen Sozialdienstes (ASD) diesen Strafbefehl jedoch nicht akzeptiert, wurde für Dienstag eine Verhandlung mit zunächst acht Zeugen anberaumt.

Tino H. war seit November 2011 Sachbearbeiter für den Fall Christin F., die schon als 16-Jährige rauschgiftsüchtig war. Die Staatsanwaltschaft lastet ihm an, Kontroll- und Überwachungspflichten verletzt und dadurch den Tod des Kindes fahrlässig verursacht zu haben. So soll H. ab Anfang 2012 zahlreichen Hinweisen auf die mögliche Gefährdung des Kindeswohls nicht ausreichend nachgegangen sein. Laut Amtsgerichtssprecher Stephan Blaschke geht der Strafbefehl davon aus, dass die Drogenberatung sowie eine Ärztin den Beschuldigten mehrfach darüber informierten, dass Christin F. den Ersatzstoff Methadon nicht abhole, erneut Rauschgift nehme. Die Polizei wies ihn darauf hin, dass die Frau offenbar Halluzinationen habe, nachdem sie Möbel aus dem Fenster ihrer Wohnung in der Möckernschen Straße geworfen hatte. Nachbarn schlugen ebenfalls Alarm.

Als Christin F. am 10. April 2012 erklärte, mit einem neuen Lebenspartner von vorn beginnen zu wollen, beendete der ASD die Betreuung - ohne Kontrolle, so der Vorwurf. Christin F. starb zwischen dem 7. und 10. Juni, ihr Kind am 13. oder 14. Juni. Sozialarbeiter Tino H. wurde kurzzeitig suspendiert, ist nach Rathaus-Angaben noch bei der Stadt beschäftigt, aber nicht mehr als Sozialarbeiter.

Wie berichtet, ermittelte die Staatsanwaltschaft auch gegen Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD), Ex-Jugendamtschef Siegfried Haller und Ex-ASD-Chefin Sybill Radig, stellte die Verfahren Mitte 2013 jedoch ein, weil kein Verschulden habe festgestellt werden können, wie es hieß. Eine Beschwerde von Gerd Rohde, Anwalt der Großmutter von Christin F., hatte keinen Erfolg. Sabine Kreuz

Sabine Kreuz

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