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Lokales Leipziger St. Georg behandelt seit 20 Jahren Schwerbrandverletzte
Leipzig Lokales Leipziger St. Georg behandelt seit 20 Jahren Schwerbrandverletzte
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11:54 04.03.2018
Das Klinikum St. Georg. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Nach der Standortentscheidung für das Städtische Klinikum St. Georg zur Versorgung Schwerbrandverletzter im Freistaat wurde mit dem Neubau des Brandverletztenzentrums im Herbst 1996 begonnen. Für das Projekt wurden knapp zehn Millionen Euro bewilligt; planmäßig fertiggestellt wurde die Einrichtung im November 1998. „Das intensive Ringen des Klinikums um die bestmögliche Verzahnung der unterschiedlichen Behandlungsmöglichkeiten hat zu einer stetig steigenden Verbesserung der Versorgung von Brandverletzten geführt“, sagte Klepsch. Verbrennungen würden leider zum Alltag gehören. Jeder kenne jemanden, der schon wegen Verbrennungen behandelt werden musste. „Mittlerweile werden im SBVZ schon seit 20 Jahren Patienten mit Brandverletzungen ersten bis dritten Grades behandelt.“ Hinzu komme die medizinische Hilfe bei schweren Verbrühungen durch heißes Wasser oder Öl. Aber auch Erfrierungen sowie großflächige Hautablösungen werden am SBVZ behandelt.

„Ein Leuchtturm innerhalb des Klinikums“

„Ich bin stolz darauf, dass es uns gelungen ist, diesen Leuchtturm innerhalb des Klinikums zu etablieren und weiterzuentwickeln“, erklärte St.-Georg-Geschäftsführerin Iris Minde. „Mit insgesamt zwölf Betten ist unser Schwerbrandverletztenzentrum eines der größten in Deutschland. Und das einzige in Sachsen und Thüringen für Erwachsene. Die Behandlung Brandverletzter hat sich im Laufe der Zeit von einer anfangs eher chirurgisch orientierten Therapie zu einem heute komplexen interdisziplinären Therapiekonzept gewandelt“, betonte Minde. „Denn der Behandlungserfolg hängt vom Zusammenspiel aller Beteiligter ab.“ Deshalb sei es wichtig, dass mit der Veranstaltung am Sonnabend Vertreter aller medizinischen Berufsgruppen angesprochen würden – von den erstversorgenden Rettungssanitätern, über die Pflegekräfte bis hin zu Intensivmedizinern und plastischen Chirurgen.

„Eine der besten Adressen in Deutschland“

Durch die gute Zusammenarbeit aller gehöre das Schwerbrandverletztenzentrum zu den besten Adressen in Deutschland mit einer äußerst geringen Sterblichkeitsrate im Verhältnis zur Schwere des Verbrennungsgrades, unterstrich Thomas Kremer, Chefarzt der Klinik für Plastische und Handchirurgie am Klinikum St. Georg. Der feierlichen Eröffnung im historischen Badehaus des Klinikums schlossen sich eine Reihe von Fachvorträgen an. Dabei wurden alle Facetten der Therapie brandverletzter Patienten beleuchtet – von der Erstversorgung über die Intensivmedizin bis hin zur Rekonstruktion.

Verbrühungen beim Inhalieren

Zahlreiche Teilnehmer des Jubiläums-Symposiums nutzten die Gelegenheit das Zentrum im Haus 21 des Klinikums näher kennenzulernen. Besichtigt werden konnten der sogenannte Schockraum sowie der Brandverletzten-Operationssaal. Wer wollte, konnte sich bei praktischen Übungen am Operationsmikroskop versuchen. Das große Interesse der Besucher nutzten Oberärztin Ann-Katrin Kallenberger und Oberarzt Sébastien Glasser auch, um auf die Verhütung von Verbrennungen hinzuweisen: Es könne nicht oft genug gewarnt werden. „Denn viele Unfälle passieren im Haushalt oder in der Freizeit. Besonders in der kalten Jahreszeit verbrühen sich viele Menschen beim Inhalieren“, so Glasser: „Oft ist das Wasser viel zu heiß. Kippt die Schüssel, nimmt das Unglück seinen Lauf: Schwere Verbrennungen können entstehen. Verletzungen, die nicht sei müssen“, mahnte der Facharzt und appellierte daran, achtsam mit seiner Gesundheit umzugehen.

Von Ingrid Hildebrandt

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