Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Leipziger Stadtarchiv soll in Sowjetischen Pavillon auf der Alten Messe ziehen
Leipzig Lokales Leipziger Stadtarchiv soll in Sowjetischen Pavillon auf der Alten Messe ziehen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:03 20.06.2014
Die Halle 12 auf dem Gelände der Leipziger Messe - der frühere Sowjetische Pavillon - wird neuer Standort des Leipziger Stadtarchivs. Quelle: André Kempner
Leipzig

Das geht aus einer Mitteilung der Stadt vom gestrigen Freitag hervor. „Die Leipziger Entwicklungs- und Vermarktungsgesellschaft (LEVG) hat dafür ein wirtschaftlich gutes Angebot unterbreitet", verlautete aus dem Neuen Rathaus. Im Juli solle im Stadtrat eine verbindliche Entscheidung zum neuen Standort fallen, hieß es.

Bevor das Stadtarchiv von der Torgauer Straße auf die Alte Messe ziehen kann, stehen jedoch umfangreiche Bauarbeiten an. „Das Gebäude ist innen so gut wie leer", erläuterte Reinhard Wölpert, der Geschäftsführer der stadteigenen LEVG, auf Anfrage. „Dort muss alles gemacht werden." Auch die Installation einer Klimaanlage für sensible Archivbestände sei nötig. Zu den Kosten der Sanierung mochte sich Wölpert am Freitag konkret nicht äußern. „Aber es werden sicherlich mehrere Millionen Euro", sagte er.

Neuer Standort soll günstiger werden

Die Bauarbeiten lägen in der Hand der Vermarktungsgesellschaft, die Stadt Leipzig miete das Gebäude lediglich, teilte Rathaus-Sprecher Matthias Hasberg ferner mit. „Die Alte Messe wird auf jeden Fall etwas günstiger als der jetzige Standort." Für das Objekt in der Torgauer Straße zahlt die Kommune jährlich 610.000 Euro Miete.

Bereits seit 2005 ist das Stadtarchiv in den bisherigen Räumen an seinen Kapazitätsgrenzen angelangt. Seitdem wurde nach einer neuen Immobilie gesucht. Zeitweise stand eine Unterbringung im früheren Quelle-Versandzentrum in Leipzig-Mockau zur Debatte. Für vergleichbare Standorte werden etwa 400.000 Euro an Mietkosten verlangt.

Die Bestände des Stadtarchivs reichen bis ins 11. Jahrhundert zurück. Neben 12.000 laufenden Metern Geschäftsbücher und Akten umfasst die Sammlung auch 4000 Pergament-Urkunden, 300.000 historische Fotos sowie 80 000 Karten und Pläne.

Der Sowjetische Pavillon entstand aus dem ehemaligen Achilleion, eine 1923/24 erbaute, von Oskar Pusch und Carl Krämer entworfene Messehalle, die auch als Sportpalast diente. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude stark beschädigt und erst 1950 wieder eröffnet – als Ausstellungshalle der Sowjetunion. Der Portikus erhielt eine helle Verkleidung, das Gebäude eine markante goldene Spitze mit rotem Sowjetstern. Bis zum Ende der DDR diente der Pavillon als Startpunkt für die Messerundgänge der Staats- und Parteiführung.

Johannes Angermann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Deutschland zieht immer mehr Zuwanderer an: Laut einer OECD-Studie nimmt Deutschland Platz zwei hinter den Vereinigten Staaten als Einwanderungsziel ein. Mehr als 400.000 Zuwanderer kamen 2012 nach Deutschland, und auch Leipzig spiegelt diesen Trend wieder.

20.06.2014

Der Stadtverband der Volkssolidarität (VS) schließt zum 30. Juni den Tagestreff für wohnungslose Männer in der Rückmarsdorfer Straße 5. Hintergrund: Die Stadt hat ein neues Konzept zur Wohnungslosenhilfe erstellt.

19.06.2014

Das Geräusch der Kettensäge hat ihm weh getan. Wie ihn überhaupt die ganze Geschichte schmerzt. Die Geschichte eines Abrisses. Bernd Böhlau (Freie Wählergemeinschaft Seehausen), der Ortsvorsteher von Seehausen und Vorsitzende des Bürgervereins im Ortsteil Hohenheida, ist stinksauer.

19.06.2014