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Lokales Leipziger Stadtkonzern investiert Milliarden
Leipzig Lokales Leipziger Stadtkonzern investiert Milliarden
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20:50 01.07.2018
Das Leipziger Hauptklärwerk im Rosental soll von 2022 bis 2029 schrittweise auf eine Kapazität erweitert werden, die für 700 000 Einwohner ausreicht. Quelle: Repro: Armin Kühne
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Der Stadtkonzern LVV arbeitet an einem riesigen Investitionsprogramm. Schon jetzt sei klar, dass für den Ausbau der Infrastruktur bis zum Jahr 2030 mehr als 3,6 Milliarden Euro aufgewendet werden sollen, erklärt Vorstandschef Michael Theis. Dies sei nötig, um das Einwohnerwachstum in Stadt und Region zu bewältigen sowie gesetzliche Vorschriften und Umweltauflagen zu erfüllen.

Größter Bedarf bei Verkehrsbetrieben

Im vergangenen Jahr habe die Gruppe mit 178 Millionen Euro einen Rekord bei den Investitionen erreicht. Schon bald müsse der Betrag jedoch auf 250 bis 260 Millionen Euro steigen, um alle Aufgaben zu erfüllen, sagt Finanzgeschäftsführer Volkmar Müller. Konkret sollen die Wasserwerke in den nächsten zwölf Jahren 960 Millionen Euro verbauen, die Stadtwerke 1,135 Milliarden Euro investieren und die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) sogar 1,56 Milliarden Euro in ihre Vorhaben stecken können.

Höhere Fördermittelquote angestrebt

„Ein großer Teil der Summen muss dabei freilich aus Fördermitteln kommen. Zum Beispiel hoffen wir, die Fördermittelquote bei den LVB von aktuell 57 Prozent auf etwa 75 Prozent zu erhöhen.“ Da die Politiker von Bund und Land jüngst viele Male versicherten, schon aus Klimaschutz-Gründen zeitnah deutlich mehr Geld für den Öffentlichen Personennahverkehr bereitzustellen, sei das ein realistisches Ziel. Müller: „Wir müssen aber selbst bei den Förderanträgen noch besser und schneller werden.“

90 Elektrobusse und autonomes Fahren

Fest stehe, dass die LVB die Leistungsfähigkeit ihrer Straßenbahntrassen weiter erhöhen werden – so in der Hutten- und Georg-Schwarz-Straße. Welche Erweiterungen des Gleisnetzes wann kommen, hänge von zwei Beschlüssen des Stadtrates ab: über den neuen Nahverkehrsplan (bis Ende 2018) und zu den Verkehrsszenarien bis 2030 (Termin noch offen). Nach Abschluss der Anschaffung von 41 XL-Straßenbahnen werden noch 20 weitere bestellt. Laut LVB-Technik-Chef Ronald Juhrs steht von 2023 bis 2030 eine Modernisierung der Bus-Flotte an. Dabei gehe es um die Themen Elektro-Fahrzeuge (gedacht wird an den Kauf von bis zu 90 Bussen) und vielleicht auch um autonomes Fahren. In sechs Monaten solle ein erstes Testprojekt mit dem Fraunhofer-Institut vorgestellt werden. Die Passagierzahlen (zurzeit rund 440 000 pro Tag) stiegen in den letzten Jahren stärker als die Leipziger Einwohnerzahl, so LVB-Chef Ulf Middelberg. „Ohne größeren Fuhrpark würden wir da bald an die Grenzen stoßen.“

Fernwärmenetz wird deutlich erweitert

Etwa 40 Prozent der Investitionen bei den Stadtwerken sind für den Ausbau des Fernwärmenetzes vorgesehen, sagt der dortige Geschäftsführer Karsten Rogall. „Fernwärme wird nachhaltig den größten Anteil unseres Gewinns beisteuern.“ Im Investitionsplan für die Stadtwerke seien keine Beträge für den Fall enthalten, dass das Braunkohlekraftwerk Lippendorf als wichtigster Fernwärmeerzeuger für Leipzig vor 2030 abgestellt wird. „Die dann nötigen Alternativen kämen noch hinzu.“

Untersuchungen zum Klärwerk Rosental

Bei den Wasserwerken dominiert die Erweiterung des Klärwerks im Rosental (für 700 000 Personen) die Zukunftspläne. Aktuell laufen die Umweltverträglichkeitsprüfungen, zu denen allen Ernstes auch gehöre, dass sich die Fußgänger und Radfahrer in dem Landschaftsschutzgebiet durch die dann höheren Gebäude nicht erschrecken und stürzen könnten, so Technikchef Ulrich Meyer. Die bauliche Umsetzung sei ab 2022 vorgesehen.

Höhere Kreditaufnahme nötig

Gut 1,7 Milliarden Euro der Kosten will der Konzern selbst aufbringen, 780 Millionen Euro durch Kredite finanzieren. Der Rest soll aus Fördermitteln kommen.

Von Jens Rometsch

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