Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Leipziger Stadträte einig: Bei Einheitsdenkmal muss Bürgerschaft beteiligt werden

Pläne für Matthäikirchhof Leipziger Stadträte einig: Bei Einheitsdenkmal muss Bürgerschaft beteiligt werden

Es ist die letzte wertvolle städtische Fläche innerhalb des Promenadenringes: der Matthäikirchhof. OBM Burkhard Jung (SPD) hat das Areal für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal ins Gespräch gebracht. Die Reaktionen sind unterschiedlich.

Der Matthäikirchhof ist kein sonderlich bekannter Ort in der Stadt – und derzeit auch nur unklar umrissen. Hier ein Blick auf einen Teil des Geländes. Eine umfassende Neugestaltung des Geländes ist ohnehin geplant.
 

Quelle: André Kempner

Leipzig.  Es ist die letzte wertvolle städtische Fläche innerhalb des Promenadenringes: der Matthäikirchhof. Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) hat das Areal, das mittelfristig zwischen Matthäikirchhof, Goerdelerring und Großer Fleischergasse bebaut und umgestaltet wird, für einen „Campus der Demokratie“ ins Gespräch gebracht, dessen Kernstück ein Freiheits- und Einheitsdenkmal werden könnte. Das hat im Stadtrat durchaus unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen. „Das sind interessante Ideenskizzen, über die wir diskutieren müssen“, sagt Axel Dyck, der langjährige frühere SPD-Fraktionschef. Er ist froh, dass das für Leipzig so wichtige Denkmal eine Chance erhält. Allerdings müsse man aufpassen, es nicht zu zerreden. „Es müsste sich ein aktiver Kern außerhalb der Stadtverwaltung bilden, der sich ernsthaft und sorgfältig um das Denkmal bemüht. Dieser Plattform können sich alle Interessierten anschließen“, schlägt er vor. Die Stiftung Friedliche Revolution hat sich bereits angeboten, eine aktive Rolle bei Konzeption und Realisierung des Denkmals zu übernehmen.

Auf dem Matthäikirchhopf hinter der Runden Ecke könnte der "Campus der Demokratie" entstehen

Quelle: Grafik Patrick Moye

Dyck ist es wichtig, dass die Initiative aus der Bürgerschaft kommt. Das sieht auch Grünen-Fraktionschef Norman Volger so. „Das letzte Verfahren ist doch gescheitert, weil es intransparent war, gemauschelt wurde und der Oberbürgermeister Mist gebaut hat.“ Deshalb sei auch sein früherer Stadtratskollege Roland Quester aus dem Begleitgremium ausgeschieden. Quester, mittlerweile Referent in der Stadtverwaltung, hatte beanstandet, dass die Leipziger während der gesamten Vergabe nie eine Option zur echten Mitbestimmung hatten. Das müsse diesmal anders sein. „Burkhard Jung soll endlich aufhören, zu verbreiten, dass der erste Wettbewerb an mangelnder Standortakzeptanz gescheitert sei. Das erste Verfahren hat die Stadtverwaltung ganz allein vor den Baum gesetzt. Und es ist an mangelnder Akzeptanz für die Entwürfe gescheitert“, betont auch CDU-Fraktionschef Frank Tornau. Die CDU wirft Jung vor, seit 2014 keinen Handschlag bei dieser Angelegenheit getan zu haben. „Nachdem es nun in Berlin vorwärts geht, verfällt er in Aktionismus. Das ist diesem wichtigen Thema nicht angemessen.“ Bei einem neuerlichen Wettbewerb sollte aus Sicht der CDU ein gegenständliches Denkmal ausgeschrieben werden.

Neuer Vorschlag für Leipziger Einheitsdenkmal

Finden Sie es gut, dass Leipzig einen zweiten Anlauf für das Einheitsdenkmal nimmt?

„Ich bin überrascht über den Zeitpunkt“, so Siegfried Schlegel (Linke). Er glaubt, dass damit im Wahlkampf nur von wichtigen Themen wie der Rente abgelenkt werden soll. „Wir bleiben dabei: Bevor wir was Neues anfangen, sollten wir die Bürger detailliert befragen.“ Ergebnisse der letzten Bürgerumfrage seien ohnehin nie veröffentlicht worden. Eine Großinszenierung hält Schlegel in Leipzig ohnehin für nicht notwendig. Hier gebe es die authentischen Orte der Friedlichen Revolution sowie eine Erinnerungskultur wie das Lichtfest. „Neben die Pyramiden in Ägypten muss ich auch keine neuen hinstellen. Dort gibt es die Originale.“ Schlegel erinnert ebenfalls daran, dass der Wettbewerb um das Denkmal in Leipzig gescheitert sei und sogar Gerichte beschäftigte. FDP-Stadtrat Sven Morlok geht ganz pragmatisch an das Thema: „Ich stamme aus den alten Bundesländern. Das sollen die Leute entscheiden, die damals um den Ring gegangen sind und ihr Leben riskiert haben.“

Tobias Keller (AfD) hält es für keine gute Idee, einen konkreten Ort für das Denkmal vorzugeben. „Der Matthäikirchhof ist genau so ungeeignet wie der Leuschnerplatz, da dort während der Friedlichen Revolution nichts stattgefunden hat.“ Prinzipiell findet er die Initiative für ein Denkmal aber gut. Ein Gremium müsste aber ergebnisoffen Vorschläge bündeln. Darin sollten Bürger und Vertreter der Parteien sitzen, die 1989 für Freiheit um den Ring gezogen sind sowie Leipziger Künstler, die diese Vorstellungen dann umsetzen.

Für den Matthäikirchhof gibt es keinen Bebauungsplan – nur Ideen. Die gingen von einer Schule bis hin zum Technischen Rathaus. Wobei die Verwaltungsspitze noch immer mit einer Konzernzentrale liebäugelt. Bei einer Debatte zur Entwicklung des Areals soll auch über die Zukunft von „Runder Ecke“, Schulmuseum sowie Stasiunterlagen-Außenstelle diskutiert werden.

Von Mathias Orbeck

Leipzig, Matthäikirchhof 51.341634 12.371301
Leipzig, Matthäikirchhof
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
  • Lachmesse Leipzig 2017

    Vom 15. bis 20. Oktober 2017 werden in Leipzig wieder massiv die Lachmuskeln gereizt. Über 180 Künstler kommen zur Lachmesse. mehr

  • Lichtfest Leipzig 2017

    Alljährlich am 9. Oktober erinnert das Lichtfest Leipzig auf dem Augustusplatz an die Ereignisse im Herbst 1989. Hier gibt es alle Infos. mehr

  • Leipziger Opernball 2017

    Schwungvoll im Dreivierteltakt: Der Leipziger Opernball „Moskauer Nächte“ lädt am 4. November aufs Parkett. Hier finden Sie Infos und Fotos zum Event. mehr

  • Touristik & Caravaning
    Themen, Tickets, Öffnungszeiten: Die wichtigsten Infos zur Messe Touristik & Caravaning (TC) 2017 im Special auf LVZ.de

    Urlaubsstimmung im Novembergrau: Alle Infos und News zur Reisemesse Touristik & Caravaning (TC) 2017 in unserem Special. mehr

  • LVZ-Kreuzfahrtmesse
    Infos zur LVZ-Kreuzfahrtmesse

    Kommen Sie an Bord: Am Sonntag, 22. Oktober 2017, laden LVZ und Vetter Touristik zur 1. Kreuzfahrtmesse in das LVZ Verlagsgebäude ein. mehr

  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • Leserreisen
    Leserreisen

    Kreuzfahrt in der Karibik, Städtetour durch die Toskana oder Busreisen in Deutschland - die Leserreisen der LVZ bieten für jeden Anspruch genau das... mehr

Wie weiter nach der Grundschule? Unsere Übersicht aller Gymnasien, Oberschulen und Freien Schulen in Leipzig will Eltern bei der Auswahl der passenden Bildungseinrichtung für ihr Kind unterstützen. mehr

  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • Leipzig-Album
    Leipzig-Album

    Welche Ereignisse sind den Bürgern der Messestadt besonders in Erinnerung geblieben, welche Orte oder Gebäude sind verschwunden oder haben sich gew... mehr

Eine Multimedia-Reportage rund um die Leipziger Eisenbahnsstraße, die sich vom Problemkiez zum Hipsterviertel wandelt mehr

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Probieren Sie es aus im Spieleportal von LVZ.de. mehr